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Rezension: Möwenherz von Karen Bojsen

Klappentext:

Eigentlich will Ebba das Erbe ihrer Großmutter nicht antreten. Sie reist mit dem Stargeiger Jona Bennett um die Welt, wie soll dazu ein altes Kapitänshaus samt Museum passen? Doch unerwartet muss auch Jona sein rastloses Leben ändern, und so landen die beiden an der Nordseeküste statt in New York. Während Ebba versucht, vor einer alten Schuld davonzulaufen, stellt Jona das Museum auf den Kopf – und ihr Herz auf die Probe. Denn da ist auch noch Finn, Ebbas große Liebe aus Kindertagen, dem sie unverhofft in diesem langen Sommer am Meer wiederbegegnet …

 

Produktinformation:

Taschenbuch mit 384 Seiten 10,00€, Kindle Edition 8,99€.

Veröffentlichung am 11. Juni 2018 durch den Diana Verlag.

 

Rezension:

Ich hatte einen atmosphärischen Roman mit interessanten Figuren erwartet. Zum Teil wurden meine Erwartungen erfüllt, zum Teil übertroffen.

 

 

Mir hat leider der Anfang der Geschichte nicht gefallen, in dem es um Luxusflüge, Champagner und einen Stargeiger ging, den Ebba betreut. Ebba und Jona ging es da offensichtlich ähnlich, denn sie brechen aus dem "schönen" aber stressigen Tourneealltag von Jona aus und erweisen Ebbas Oma die letzte Ehre. Jona, der ziemlich ausgebrannt ist, kann sich mit dem Heimatmuseum, das Ebba geerbt hat, wunderbar ablenken. Zusätzlich zu den beiden strandet auch Ebbas Jugendliebe Finn an der Küste und so steht wird die Vergangenheit wieder aufgerollt. Wie das letztendlich ausgeht, müsst Ihr natürlich selbst lesen.

 

Ich muss ehrlich sagen, ich fand es ein wenig unglaubwürdig, dass die drei sich mehr oder weniger dort treffen. Jona kommt mit sich selbst nicht klar und muss plötzlich sein Leben ändern, Ebba erbt das Kapitänshaus und Finn kommt auch noch dazu. Mir war das alles zu konstruiert.

 

Die Geschichte wird aus den Perspektiven von Ebba, Jona und Finn erzählt, was mir wiederum sehr gut gefallen hat. Ich mag Perspektivwechsel sehr, denn so bekommt man eine runde Sicht auf die Ereignisse und erfährt viel von den Gedanken und Gefühlen der einzelnen Figuren.

 

Die Figuren an sich sind gut ausgearbeitet. Sie sind interessant und gut greifbar und jeder hat so seine Macke. Jona bekommt auf einmal Panikattacken und kann keine Bühne mehr betreten, Finn ist Herzchirug, aber kümmert sich nicht um seines und Ebba will vor ihrer Vergangenheit flüchten und deswegen das Erbe eigentlich nicht annehmen.

 

Ein absolutes Plus bei der Geschichte ist dass die Autorin die Thematik des sich vermehrenden Walsterbens durch verschiedene Umwelteinflüsse. Bei ihrem vorherigen Roman "Im Herzen das Meer" ging es um Seepferdchen. Ich finde es großartig, dass die Autorin nicht einfach nur Chick-Lit schreibt, sondern wichtige Themen in ihre Geschichten einbringt.

 

Fazit:

Wer eine interessante, atmosphärische Frauengeschichte lesen möchte, ist hier genau richtig.