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Rezension: Robin High In The Sky von Charlotte Taylor

Auszug:

"Nur damit ich weiß, was in den nächsten Tagen auf mich zukommt: War das gestern der schlimmste Tag deines Lebens?"", fragte Chiara auf ihre typische, direkte Art nach. Offensichtlich war doch schon eine finale Einordnung gefordert. 

Unbewusst griff sich Robin an den Hals und berührte den kleinen goldenen Vogel, der an einer Kette hing. Nein, es war definitiv nicht der schlimmste Tag ihres Lebens gewesen. "Ich würde sagen der zweitschlimmste."

"Gut, dann kriegen wir das hin", sagte Chiara und lächelte Robin warmherzig an. "Cheers - auf das Leben!" Sie prostete ihrer Freundin mit Champagner zu.

Seite 12

 

Klappentext:

Was war der beste Tag in deinem Leben?

Für Antworten auf diese Frage haben Anwältin Robin Stewart und Entwicklungshelfer Sky Forrester gerade gar keinen Sinn, sind sie doch mit Schadensbegrenzung ihrer jüngsten Katastrophen beschäftigt. Sie flüchtet aus Schottland, er aus Äthiopien, und das Schicksal mit seinem unvergleichlich schrägen Sinn für Humor bringt die beiden verlorenen Seelen in San Francisco zusammen. Dort entspinnt sich langsam eine zarte Freundschaft. Vorurteile weichen Verständnis, verdrängte Tragödien fördern die Sehnsucht und plötzlich finden sie sich wieder auf einer atemberaubenden Suche nach der Wahrheit, die sie über drei Kontinente und zu erstaunlicher Erkenntnis führt.

 

Produktinformation:

Taschenbuch mit 380 Seiten 10,90€, Kindle Edition 2,99€, bzw. 0,00€ über Kindle Unlimited.

Veröffentlichung im Selfpublishing am 06. Juni 2018 über Nova MD.

 

Rezension:

Diese Rezension ist eine der wenigen, bei der ich vor dem Computer sitze und nicht weiß, was ich schreiben soll. Ich habe so das Gefühl, dass Worte der Geschichte um Robin und Sky nicht gerecht werden können. Denn dieser Roman gehört zu den besten, die ich je gelesen habe. Vielleicht ist er sogar der Beste.

 

Einer der Hauptgründe dafür ist die Sympathie der beiden Protagonisten. Zuerst einmal sind beide nicht zu beneiden, denn Anwältin Robin hat gerade erfahren, dass der Mann, den sie eigentlich heiraten wollte ein Wirtschaftskrimineller der übelsten Sorte ist. Das macht sich nicht gerade gut, wenn man Mitglied der Geschäftsleitung einer gut gehenden und berühmten Kanzlei für Wirtschaftsrecht ist, von der persönlichen Enttäuschung ganz zu schweigen. Sie ist deswegen auf dem Weg nach San Francisco zu ihrem Bruder um dort Abstand zu gewinnen und auszuspannen, sofern man davon sprechen kann.

Sky hat bis vor kurzem die von ihm gegründete Stiftung  "Layla & Samuel Forrester Foundation" geführt, die plötzlich zahlungsunfähig ist. Leider ist es kein Zufall, dass seine Lebensgefährtin und Finanzchefin Senait über alle Berge ist, denn sie ist mitsamt dem Geld der Stiftung durchgebrannt. So muss Sky erstmal bei seiner Großmutter unterkommen, die ihn großgezogen hat, nachdem seine Eltern gestorben sind.

Anfangs habe ich die beiden wegen ihrer Lage bemitleidet, doch das hat sich schnell geändert als ich die beiden näher kennen gelernt habe. Beide stecken den Kopf nicht in den Sand, sondern machen das Beste aus ihrer Situation. Ich habe beide sehr schnell ins Herz geschlossen und das ist auch die ganze Geschichte so geblieben.

Doch nicht nur die beiden sind klasse, sondern es kommen so einige interessante Figuren dazu. Welche das sind, müsst Ihr selbst nachlesen.

 

Ein weiterer Grund für meine Begeisterung ist die Detailverliebtheit, die die Autorin in die Geschichte eingearbeitet hat. So spielen eine Halskette mit einem goldenen Vogel und ein Glückskeks mit einem ganz bestimmten Spruch eine große Rolle in der Geschichte. Als ich erfahren habe, wofür der goldene Vogel steht, habe ich ungelogen Rotz und Wasser geheult. Charlotte Taylor bringt hier ein schwieriges Thema zur Sprache, aber auf eine sehr stil- und gefühlvolle Art und Weise.

 

Die Handlung der Geschichte ist nur ganz grob vorhersehbar, denn die Autorin hat hier sehr viele Wendungen eingebaut, die man unmöglich kommen sehen kann. "Robin High In The Sky" ist also alles andere als eine durchschnittliche Liebesgeschichte.

 

Der Schreibstil sehr flüssig, man fliegt (leider) nur so über die Seiten. Außerdem spielt Humor eine große Rolle, bei den Erzählstimmen der einzelnen Figuren, sowie dem allgemeinen Erzählstil. Wie sie das für eine Liebesgeschichte gehört, spielt hier auch Erotik eine Rolle, auf eine liebevolle Art und Weise. 

 

Dieses Buch gehört zu den wenigen Büchern, die ich gerne noch einmal zum ersten Mal für mich entdecken wollen würde, wenn das ginge.

 

Fazit:

Ich verspreche, dass dieser Roman jedem Genreliebhaber gefallen wird. Also bitte - lest Ihn!