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Rezension: Blattgeflüster von Hope Jahren

Auszug:

"Tun Sie mir bitte den Gefallen und schauen Sie aus dem Fenster.

Was haben Sie gesehen? Wahrscheinlich Dinge, die Menschen erschaffen haben. Dazu gehören andere Menschen, Autos, Gebäude und Gehwege. Nach wenigen Jahren des Entwerfens, Konstruierens, Grabens, Schmiedens, Schürfens, Schweißens, Mauerns, Verglasens, Verspachtelns, Klempnerns, Verdrahtens, und Streichens sind Menschen in der Lage, einen hundertstöckigen Wolkenkratzer zu bauen, der einen dreihundert Meter langen Schatten wirft. Das ist wirklich beeindruckend.

Schauen Sie jetzt nochmal hin.

Haben Sie etwas Grünes gesehen? Falls ja, haben Sie eines der wenigen noch verbleibenden Dinge erblickt, die der Mensch nicht erschaffen kann."

 

Klappentext:

Hope Jahren hat das, wovon viele Menschen träumen: einen Beruf, der ihr Herz und ihr Leben erfüllt. Seit sie denken kann, ist die Geo-Biologin fasziniert von der Natur – von Pflanzen, Bäumen, Blättern, Samenkörnern und den unglaublichen Geschichten, die sie uns erzählen, sogar noch in fossiler Form. Wie ist es beispielsweise möglich, dass ein Kirschkern hundert Jahre lang geduldig warten kann, bis er sich auf einmal dazu entscheidet zu keimen? Hope Jahrens Werdegang von der kindlichen Forscherin zur angesehenen Wissenschaftlerin, die sich trotz zahlreicher Hindernisse in einer Männerwelt behauptet, ist eine inspirierende und mitreißende Geschichte voller Leidenschaft, Durchhaltevermögen und ewiger Neugierde. Ein wunderbares Gleichnis über die Kraft der Natur und die Freude des Entdeckens, das einen ganz neuen Blick auf die Pflanzenwelt eröffnet. Seite für Seite. Blatt für Blatt.

 

Produktinformation:

Gebundene Ausgabe mit 416 Seiten 22,99€, Kindle Edition 18,99€.

Veröffentlichung am 03. Oktober 2016 durch den Ludwig Buchverlag

 

Rezension:

Auf das Thema Ökologie bin ich erst so richtig durch Sturm von Uwe Laub und Der Schwarm von Frank Schätzing gekommen. Ich möchte mich mit meiner Umwelt auseinander setzen und dieses Buch macht den Anfang.

 

Die Autorin ist besessen von ihrer Forschung im geologischen und biologischen Bereich, das merkt man ganz deutlich, wenn man sich etwas Zeit für "Blattgeflüster" nimmt. Ich schätze es sehr, wenn ich beim lesen merke, dass die Autoren für den Inhalt ihrer Werke brennen, denn so kommen Leidenschaft und Gefühle ins Spiel. Das ist auch hier der Fall, was das Buch eben nicht zu einem trockenen Sachbuch macht, sondern interessant und spannend zeigt, was sich eigentlich in der Pflanzenwelt so alles abspielt.

 

Die Texte sind zwar wissenschaftlich geschrieben und doch sind sie leicht verständlich, weil Fakten mit humorvollen Geschichten kombiniert werden. Das schafft lange nicht jeder. 

 

Auch biografische Geschichten aus ihrer wissenschaftlichen Laufbahn kommen nicht zu kurz. Bereits in ihrer Jugend begann sie in umliegenden Labors zu forschen und träumte von einem eigenen Labor. Das steht heute in Honululu. Aufgrund ihres Wohnortes fragen sie viele Menschen, wieso sie denn keine Meeresforscherin geworden wäre. Darauf antwortet sie dass das Meer ein öder Ort sei. Eine normale Meerespflanze bestehe aus einer Zelle, die ungefähr zwanzig Tage lebe. Eine Landpflanze sei ein tonnenschwerer Baum, der mehrere hundert Jahre leben könne. Ich finde das Argument genial.

 

Fazit:

Ein wissenschaftliches Buch, das sehr interessant, spannend und vor allem leicht verständlich und persönlich geschrieben wurde.