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Rezension: Deine Küsse schmecken wie frische Erdbeeren von Verena Dahms

Auszug:

"Der Peugeot quälte sich den Berg hinauf. Ich atmete auf, als er in die Allee einbog. Ich war wieder in meiner Welt. Doch so schnell konnte ich die Eindrücke aus dem Dorf nicht abschütteln. 

Ich schlich die Treppe nach oben in mein Zimmer. Ich wollte jetzt alleine sein und nachdenken. Nach einer Weile holte ich aus dem Geheimfach des Biedermeierschreibtisches das Tagebuch hervor und vertraute ihm die Eindrücke, die erste Bekanntschaft mit einer anderen Welt an. Am Ende hatte ich in Blockbuchstaben geschrieben: "Ich will Ärztin werden". Nur mein Tagebuch durfte davon wissen, denn mir war sofort klar, dass es nicht leicht werden würde, als Tochter aus gutem Hause diesen Wunsch zu verwirklichen. Mir war auch klar, dass meine Eltern andere Pläne mit mir hatten."

 

Klappentext:

Amélies innigster Wunsch ist es, Medizin zu studieren. Doch ihr Leben als Tochter eines Weingutbesitzers ist vorgezeichnet. Nach erbitterten Diskussionen mit ihren Eltern willigen diese endlich ein. Sie bekommt als eine der wenigen Frauen einen Studienplatz an der Universität in Bordeaux. Mit einem Doktortitel kehrt sie zurück und übernimmt eine Landarztpraxis. 

Auf einem Weinfest begegnet ihr Alexandre, ein Erntehelfer. Sie fühlt sich von seiner Unbekümmertheit angezogen, er bewundert ihre Intelligenz. Trotz sozialer Unterschiede kommen sie einander näher. Es entwickelt sich eine Liebe, die nicht sein darf. Alexandre verschwindet aus Amélies Leben, ohne das sie ihn jemals vergessen kann. Jahre später begegnen sie sich erneut ...

 

Produktinformation:

Kindle Edition 2,99€, bzw. 0,00€ über Kindle Unlimited.

 

Rezension:

Ich durfte bereits den 2017 erschienenen Roman von Verena Dahms "Eine Frau kämpft für ihren Traum" rezensieren, der mir sehr gut gefallen hat. Daher war es für mich klar, dass ich auch diese Geschichte gerne lesen würde, die Autorin hat mir dazu ein Ebook zur Verfügung gestellt.

 

Mir sind die Figuren in Büchern immer sehr wichtig, daher habe ich mich sehr gefreut, dass ich mit Amélie eine sympathische und starke Protagonistin begleiten durfte. Amélies großer Traum ist es Ärztin zu werden und arme Menschen zu betreuen. Ihre Eltern besitzen und führen ein gut gehendes Weingut und Amélie soll später heiraten und eine Familie gründen. Keine gute Vorraussetzung für ein Studium der Medizin nach dem zweiten Weltkrieg. Doch Amélie lässt sich von ihrem Plan nicht abbringen und kämpft sich durch und wird später tatsächlich Ärztin in einer eigenen Praxis. Doch das ist noch lange nicht das Ende der Geschichte.

Außer Amélie lernen wird natürlich die spießigen Eltern kennen, die von Amélies Plänen nichts halten und sie zuerst auch nicht unterstützen wollen. Außerdem hat Amélie noch zwei tolle Brüder, die zum Glück zu ihr halten und ihr ein wenig den Rücken stärken. Außerdem lernen wir noch zwei tolle Mädels kennen, die mit Amélie studieren und Alexandre, der zu Anfang auf dem Weingut arbeitet, auf dem Amélie groß geworden ist.

Es wird also nicht langweilig und der Strauß der Figuren könnte nicht bunter sein.

 

Der Schreibstil von Verena Dahms ist stilvoll, aber flüssig und einfach zu lesen, und gerade die Erzählstimme, die sie Amélie schenkt, hat mir sehr zugesagt. Aber auch die anderen Figuren haben alle ihre eigene Sprache, keiner ähnelt dem anderen. Daher kann man die Personen immer gut auseinander halten, was die Lektüre nochmal angenehmer macht, als sie sowieso schon ist.

 

Die Handlung des Romanes scheint vielleicht dem Klappentext nach vorhersehbar, doch das ist sie nicht. Die Autorin hat für einige unerwartete Wendungen gesorgt, den Verlauf und das Ende der Geschichte kann man unmöglich kommen sehen. Mir hat das Ende des Romanes sehr gut gefallen, auch damit habe ich nicht gerechnet.

 

Fazit:

Ein rundum stimmiger Roman mit einer starken Protagonistin, der kurt nach dem Zweiten Weltkrieg spielt.