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Rezension: Courage zeigen: Warum ein Leben mit Haltung gut tut von Sebastian Krumbiegel

Klappentext:

Das Thema Courage ist für Sebastian Krumbiegel nicht erst seit dem traumatischen Überfall auf ihn durch Rechtsradikale enorm wichtig. Schon als Jugendlicher im rigiden DDR-System und während seiner Ausbildung im Thomanerchor fiel er durch sein rebellisches Naturell auf. Da kamen die Umbrüche, die zum Ende der DDR führten, gerade recht.

Jetzt zieht Sebastian Krumbiegel eine Zwischenbilanz seines Lebens und verknüpft seine Biographie mit zeitgeschichtlichen Ereignissen. Denn beides gehört untrennbar zusammen. So lernen wir ihn aus mehreren Perspektiven kennen: als Popstar und Musiker, als Zweifler und sozial Engagierten.

Und Krumbiegel offenbart seine zentralen Fragen: Wann habe ich mich für etwas stark gemacht? Wann fehlten mir Mut und Haltung? Und was habe ich daraus gelernt?

 

Produktinformation:
Gebundene Ausgabe mit 224 Seiten 19,99€, Kindle Edition 15,99€.

Veröffentlichung am 37. März 2017 durch das Gütersloher Verlagshaus

 

Rezension:

Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen, weil mit die Themen Haltung zeigen und Zivilcourage persönlich sehr wichtig sind, und ich habe mich sehr für seine Erlebnisse und seine Meinung diesbezüglich interessiert.

 

Noch vor dem Vorwort finden hier einen abgedruckten Brief von Udo Lindenberg, der seine erste Begegnung mit Sebastian Krumbiegel schildert und erklärt, was er mit dem Autor gemeinsam hat. Fand ich schön zu lesen und ich kann schon mal sagen, dass die beiden alleine dadurch in meinem Ansehen gestiegen sind.

Dann folgt das Vorwort von Krumbiegel, was mich dann endgültig begeistert, denn er stellt klar, dass er sein Fähnchen nicht mit dem Wind dreht. Soll heißen, er sagt seine ehrliche Meinung, auch wenn er Gefahr läuft, damit anzuecken. Sehr sympathisch, solche Menschen mag ich gerne, Ehrlichkeit ist mir sehr wichtig. Weiterhin stellt er klar, dass er seine Berühmtheit dafür nutzen möchte, für ein besseres, friedvolleres und respektvolleres Miteinander zu kämpfen. Großartig.

 

Der Rest des Buches ist in einzelne Berichte aufgeteilt, in denen er von Ereignissen und Menschen berichtet, die ihm das ein oder andere gelehrt haben. Beispielsweise geht es um seine Proteste, mit denen er schon während seiner Schulzeit begonnen hat. Er berichtet, wie er den Mauerfall und die Zeit danach empfunden hat und schildert, wie er sich in den verschiedenen Zeiten der Geschichte verhalten hätte.

Er schildert die Geschichten grundsätzlich aus seiner Sicht und vertritt lediglich seine Meinung, und das macht dieses Buch für mich interessant. Er ist jedoch in der Lage, eigenes Handeln zu hinterfragen, er reflektiert unter anderem Äußerungen, die er in der Öffentlichkeit getätigt hat.

 

Wir lernen durch seine Erzählungen viele Menschen kennen, die ihn auf die ein oder andere Weise ein Stück weit begleitet haben, manche positiv, manche negativ. Er versucht, Menschen wieder zu treffen, mit denen er Konflikte hatte und greift diese dadurch wieder auf, hierdurch erfahren wir, was aus dem ein oder anderen Mensch aus Krumbiegels Vergangenheit geworden ist.

 

Was ich aber am großartigsten finde, ist, dass Krumbiegel durch verschiedene Situationen und Begegnungen zeigt, dass auch er nicht frei von rassistischen Vorurteilen und Schubladendenken ist. Er stellt sich mit seinem Denken hier nicht über alle anderen, sondern gibt damit zu, dass er auch er manchmal in eine Denkfalle tappt.

 

Fazit:

Ich empfehle dieses Buch allen Lesern, die sich für andere Menschen interessieren, die ihre wahre Meinung nicht hinter dem Berg halten, sondern sie auch äußern, wenn sie Gefahr laufen, anzuecken.