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Rezension: Die Geschichte des Wassers von Maja Lunde

Auszug:

"Alle Gletscher schmelzen, das wusste ich ja, doch es zu sehen ist trotzdem etwas anderes. Ich bleibe stehen, atme einfach nur ein und aus und das Eis ist immer noch da, aber nicht mehr an der Stelle, wo es früher einmal war. Als Kind konnte ich vom Rand des Gletschers fast bis zum Steilhang gehen, an dem die Wasserfälle in der Tiefe verschwanden, wo der Gletscher und die Fälle zusammenhingen. Jetzt aber liegt der Gletscher weiter oben auf der Talseite, und der Abstand ist groß, hundert, vielleicht zweihundert Meter zwischen dem Hang und der blauen Zunge. Der Gletscher hat sich bewegt, als wollte er flüchten, den Menschen  entkommen."

 

Klappentext:

Norwegen, 2017. Die fast 70-jährige Umweltaktivistin Signe begibt sich auf eine riskante Reise: Mit einem Segelboot versucht sie die französische Küste zu erreichen. An Bord eine Fracht, die das Schicksal des blauen Planeten verändern kann.

Frankreich, 2041. Eine große Dürre zwingt die Menschen Südeuropas zur Flucht in den Norden, es ist längst nicht genug Trinkwasser für alle da. Doch bei dem jungen Vater David und seiner Tochter Lou keimt Hoffnung auf, als sie in einem vertrockneten Garten ein uraltes Segelboot entdecken. Signes Segelboot.

Virtuos verknüpft Maja Lunde das Leben und Lieben der Menschen mit dem, woraus alles Leben gemacht ist: dem Wasser. Ihr neuer Roman ist eine Feier des Wassers in seiner elementaren Kraft und ergreifende Warnung vor seiner Endlichkeit.

 

Produktinformation:

Gebundene Aufgabe mit 340 Seiten 20,00€, Kindle Edition 15,99€. Hörbuch mit 10 Stunden und 2 Minuten 20,44€ oder 9,95€ im Audible-Abo, MP3-CD 13,47€

 

Rezension:

Ich habe letztes Jahr bereits Die Geschichte der Bienen von der Autorin gelesen und der Roman wurde eines meiner Highlights. Deswegen wollte ich auch unbedingt die Geschichte des Wassers lesen und auch dieser Roman hat mich wieder restlos begeistert.

 

Wie auch die Bienen ist das Wasser ein Teil der Natur, ohne den wir nicht leben können. Signe weiß das, und kann daher nur den Kopf wegen des Raubbaus schütteln, den die Menschen an der Natur betreiben. Hitze und die Knappheit des Wassers fordern entsprechende Tribute, das spürt auch David am eigenen Körper. Früher fruchtbare Länder werden zu unbewohnbaren Gebieten.

 

Was ich an der Autorin sehr schätze, ist, dass sie sich in ihren Büchern mit sehr unbequemen, aber hochaktuellen Themen auseinandersetzt. Ihr Schreibstil hat zwar keinen richtigen Spannungsbogen, besticht aber nur die Brisanz der Themen, die in der Zukunft keine Geschichten mehr sind, wenn sich nicht schleunigst etwas ändert. Außerdem schreibt sie sehr deutlich und atmosphärisch, was der Geschichte unheimlich gut tut.

 

Fazit:

Für alle Menschen, die sich für die Welt interessieren, in der sie leben, sind die beiden erwähnten Bücher fast schon eine Pflichtlektüre.