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Rezension: 100 Tage - Das Sterben meines Vaters von Michael Schacht

Auszug:

"Es sind drei Sätze die sitzen. So muss ertrinken sein. Da ist sie, die Realität. Der Tod, er klopft nicht an die Gartenpforte, er hat bereits die Haustür eingetreten. Der Tod sucht meinen Vater, weil er ihn aus unserem Leben reißen will. Mein Vater ist ab heute seine Beute. Man Vater ist jetzt angezählt. 100 Tage."

 

Klappentext:
Michael Schacht versucht in seinem Buch, den zu erwartenden Tod des Vaters zu begreifen, sich ihm in den verbleibenden 100 Tagen wieder anzunähern und die restliche Zeit wie einen »Countdown des Lebens« bewusst zu gestalten und zu genießen. Sehr emotional erzählt er von Versöhnung und Verständnis, von Angst und Hoffnung, von Anteilnahme und Loslassen.

 

Produktinformation:

Gebundene Ausgabe mit 224 Seiten 20,00€, Kindle Edition 15,99€.

Erschienen am 26. März 2018 im Gütersloher Verlagshaus.

 

Rezension:

Ich wollte das Buch unbedingt lesen, weil mein Vater ebenfalls an Lungenkrebs gestorben ist. Daher wollte ich unbedingt wissen, ob den Autor diese Phase seines Lebens ebenso geprägt hat, wie mich.

 

Vorweg: Ich habe dieses Buch in einem Rutsch durchgelesen, weil mir seine Art, diese Erlebnisse zu beschreiben, sehr imponiert hat. Michael Schacht schreibt sehr ehrlich und klar, dabei aber auch selbstironisch und humorvoll. Diese Mischung bei einem solchen Erlebnis war für mich so großartig, dass ich nicht die richtigen Worte finde, um sie zu beschreiben. Ich habe während der Lektüre oft geweint. Zum einen, weil es mich natürlich an das Sterben meines Vaters erinnert hat, zum anderen, weil die Texte so berührend geschrieben waren. 

 

Wie auch bei mir war die Beziehung des Autors zu seinem Vater nicht immer einfach. Im Gegenteil, es gab so einige Probleme zu bewältigen. Wie auch bei mir sind solche Dinge nach der Diagnose einer tödlich verlaufenden Krankheit nicht wie weggeblasen, aber sie rücken stark in den Hintergrund. Das sollte man sich im Alltag immer vor Augen halten, wenn man sich mal wieder über die Eltern ärgert.

 

Fazit:

Ein sehr bewegender Erfahrungsbericht, den ich wirklich jedem ans Herz legen möchte.