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Rezension: Es geschah in dunkler Nacht von Jane Shemilt

Auszug:

"Innerhalb weniger Sekunden sehe ich, dass alle Lichter im Haus brennen und sich der Schein von Taschenlampen ruckartig über den Rasen bewegen. Adams Rufe sind zu hören, sie klingen wie das scharfe Bellen eines gepeinigten Tiers. Er ist drüben bei den Bäumen. Als ich losstürze, wendet er mir das Gesicht zu. Es schimmert weiß in der Dämmerung. Zoe steht im Haus an der Wand und weint still vor sich hin. Sie ist es also nicht. Alice kauert in der Ecke. Als sie mich sieht, erhebt sie sich mit fließenden Bewegungen. Sie ist es also auch nicht.

Dann habe ich begriffen."

Seiten 8 und 9

 

Klappentext:

Die Ärztin Emma begleitet ihren Ehemann Adam mit den gemeinsamen Kindern Alice, Zoë und Sam für ein Jahr nach Botswana, wo Adam an einem Forschungsprojekt arbeiten soll. Das vermeintliche Abenteuer ihres Lebens entpuppt sich jedoch als Albtraum, denn eines Abends verschwindet Sam spurlos. Die verzweifelte Suche nach ihm bleibt erfolglos, und die ganze Familie droht daran zu zerbrechen. Schließlich kehren sie zurück nach England. Doch es scheint unmöglich, in ihren Alltag zurückzukehren. Denn auch ein Jahr nach Sams Verschwinden plagt Emma die Ungewissheit. Was geschah damals wirklich in Afrika?

 

Produktinformation:

Broschierte Ausgabe mit 384 Seiten 15,00€, Kindle Edition 11,99€.

Veröffentlichung 23. April 2018 durch den blanvalet Verlag.

 

Rezension: 

Cover und Klappentext passen hier hervorragend zusammen, das Bild des afrikanischen Elefanten, der an dem Mobile baumelt, sagt ebenso viel über die Geschichte aus als die kurze Zusammenfassung. Großartige Leistung vom Verlag.

 

Auch die Geschichte an sich ist toll gelungen. Der Leser erfährt in der Geschichte, was sich genau im Haus bei der Familie abgespielt hat, denn auch ein Jahr nach dem Verschwinden weiß die Familie immer noch nicht, was wirklich an dem Abend geschehen ist. Dass die Familie über alle Maßen dadurch strapaziert wird, kann man sich denken. Eine solche Situation wünscht man wirklich keinem. So kehrt die Familie nach Botswana zurück.

 

Aber nicht nur die Handlung ist spannend, sondern der Schreibstil ist es auch. Gefühlt fliegt man über die Seiten, Die fesselnde Art und Weise, wie die Autorin die Geschichte erzählt, ist genau richtig für die Ereignisse.

 

Die Figuren der Geschichte mochte ich eigentlich gerne, nur mit Emma hatte ich manchmal so meine Probleme. Ihre Handlungen konnte ich nicht immer nachvollziehen, aber man muss natürlich bedenken, dass sich die Eltern nach einem solchen Erlebnis im Ausnahmezustand befinden. Das wird hier nicht nur durch die Eltern, sondern auch durch die Kinder, sehr realistisch dargestellt. 

 

Afrika als Setting der Geschichte kommt nicht zu kurz, die Umgebung, mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt wird sehr bildhaft beschrieben, aber auch der Menschenschlag und die Lebensweise der Einwohner kommen nicht zu kurz. Es lohnt sich also zuzugreifen, wenn man Afrika mag. Aber auch für (Noch)Nicht-Liebhaber ist der Handlungsort etwas besonderes. 

 

Fazit:

Eine mitreißendende Familientragödie mit einem tollen Setting und einem unerwartetem Ende.