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Rezension: Du in meinem Herzen von Angela Pisel

Auszug:

"Alles in allem kam ich mit dem ständigen Wachpersonal besser zurecht, als so manch andere im Trakt. Jada saß vermutlich mit um die Knie gewickelten Arme da und wiegte sich vor und zurück wie eine aus der Psychiatrischen. Sie hat mir einmal erzählt, dass sie als Kind nie wusste, wer ihr "Daddy" sein würde, wenn sie morgens aufwachte. Ich stellte mir die vierjährige Jada vor, wie sie im Schlafanzug um die Ecke lugte, um die Lage zu peilen, und betete, dass der neue Mann am Frühstückstisch nett sein würde."

Seite 8

 

Klappentext:

11 Jahre, 5 Monate und 27 Tage ist es her, dass Grace Bradshaw zuletzt die Stimme ihrer Tochter Sophie gehört hat. Und nun bleibt ihr nur noch wenig Zeit, denn der Staat South Carolina hat das Datum festgelegt, an dem die Todesstrafe an Grace vollzogen werden soll. Doch Sophie hat alle Brücken hinter sich abgebrochen, nicht einmal ihr Mann weiß, wer ihre Mutter ist und welche schreckliche Tat Grace zur Last gelegt wird. Als Graces Anwalt Sophie schließlich findet, muss sie sich entscheiden. Soll sie weiter eine Lüge leben – oder riskiert sie alles, um die Frau wiederzusehen, der einmal ihre ganze Liebe gehört hat?

 

Produktinformation:

Taschenbuch mit 448 Seiten 10,00€, Kindle Edition 8,99€.

Veröffentlichung am 21. August 2017 durch den Goldmann Verlag.

 

Rezension:

Ich bin so froh, dass ich mir den Klappentext des Romanes um Grace und Sophie durchgelesen habe, denn er hat mich dazu bewogen, dieses Buch lesen zu wollen. Er hat mir eine dramatische Geschichte über eine komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung versprochen und genau das habe ich auch bekommen. Mehr als einmal habe ich bei der Lektüre geweint, denn dieses Buch ist etwas ganz besonderes.

 

Die Geschichte wird durch zwei Perspektiven auf zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt. Ich habe zum einen Grace begleitet, die im Todestrakt eines Gefängnisses auf ihre Hinrichtung wartet. Sie soll etwas schlimmes getan haben, doch Grace beteuert, nichts mit dem Ereignis zu tun zu haben. Nur noch der Gouverneur kann sie noch vor der Todesspritze bewahren. Als zweites habe ich Sophie, Graces Tochter, in Echtzeit begleitet, außerdem gibt es kleine Rückblicke in deren Kindheit. Ich mag diese Erzählform immer sehr, denn als Leser bekommt man so einen ausführlichen Blick auf die Ereignisse und kann die Handlungen der Protagonisten und ihre Gedanken gut nachvollziehen.

 

Was mir am Erzählstil noch gefallen hat, ist, dass die Autorin nicht verrät, ob sie pro oder contra Todesstrafe ist. Manchmal manipulieren Autoren ihre Leser durch gewisse Ereignisse und Handlungen der Figuren, das war aber hier nicht der Fall. Dadurch konnte ich mir ganz in Ruhe meine eigene Meinung bilden.

Auch der Schreibstil von Angela Pisel ist großartig, denn sie schreibt dramatisch und gefühlvoll ohne dabei kitschig zu sein. Damit hat sie mich komplett packen und mitreißen können.

 

Ich wünsche mir, dass dieses Buch mehr Aufmerksamkeit bekommt, denn die Geschichte ist einmalig. Das Ende hat mich sehr überrascht, obwohl man sich das eigentlich hätte denken können. Aber mehr möchte ich hier nicht verraten.

 

Fazit:

Eine absolute Empfehlung für jeden Leser, der dramatische Geschichten mag.