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Rezension: Das Geheimnis der Schwimmerin von Erika Swyler

Auszug:

"Sie küsste ihre Tochter auf die Wange und drückte mir ihre Lippen oben auf den Kopf. Sie winkte zum Abschied, lächelte, und ich dachte, sie ginge zur Arbeit. Wie konnte ich wissen, dass es ein Abschied für immer war? In kleinen Wörtern liegen oft große Dinge. Als sie mich an jenem Morgen ansah, wusste sie, ich würde mich um Enola kümmern. Sie wusste, wir würden ihr nicht folgen. Es war ihre Gelegenheit, zu gehen."

Seite 13

 

Klappentext:

Simon Watson lebt allein in einem verwitterten Haus an der Küste Long Islands. Eines Tages findet er ein altes Buch auf seiner Türschwelle, das ihn sofort in seinen Bann zieht. Die brüchigen Seiten erzählen von einer großen Liebe, vom dramatischen Tod einer Schwimmerin und vom tragischen Schicksal einer ganzen Familie – Simons eigener Familie. Denn wie es scheint, finden die Watson-Frauen seit 250 Jahren im Wasser den Tod – immer am 24. Juli. Auch Simons Mutter ertrank in den Fluten des Atlantiks. Als nun seine Schwester Enola zu Besuch kommt, scheint sie seltsam verändert – und der 24. Juli steht unmittelbar bevor …

 

Produktinformation:

Gebundene Ausgabe mit 448 Seiten 19,99€, Taschenbuch 10,99€, Kindle Edition 9,99€, Hörbuch mit 7 Stunden und 50 Minuten 12,99€, Audio-CD 16,49€.

Veröffentlichung Taschenbuch am 15. April 2018 durch den blanvalet Verlag.

 

Rezension:

Durch den Klappentext mit dem passenden Cover bin ich auf die Geschichte aufmerksam geworden. Ich habe mir eine mystische Familiengeschichte erhofft und sie auch bekommen.

 

Das Schicksal war Simon nicht sonderlich gnädig. Er hat seine früh Mutter verloren, die sich im Meer das Leben genommen hat, außerdem lebt er alleine und verliert er seinen Job als Bibiliothekar, den er sehr gerne ausgeübt hat. Seine Neugierde, was Bücher und Geschichten anbelangt, wird sehrt deutlich, als er in dem Buch versinkt, dass eines Tages auf seiner Türschwelle liegt. Das hat ihn sehr sympathisch gemacht, denn auch ich wäre der Sache auf den Grund gegangen. Und wen hätte ein solches Buch nicht ebenfalls gepackt? Aber mehr will ich hier nicht verraten.

 

Die Geschichte wird durch Simons Sicht erzählt, auf eine passende, männliche, nüchterne Erzählweise. Der Stil kommt ohne gefühlvolle und nette Formulierungen aus und doch hat mich die Schreibweise mit ihren kurzen, präzisen Sätzen total begeistern können. Die zwei Zeiteben runden das Gesamtpaket ab.

 

Die Mystik in der Geschichte wird durch den Okkultismus und die Geschichte der Tarot-Karten beigemischt. Auch das Zirkusflair mochte ich sehr gerne. Das rauhe Setting der Küste mit seiner salzhaltigen Meeresbrise steuert noch mehr Atmosphäre bei und macht die Geschichte zu etwas, dem man sich nicht entziehen kann.

 

Fazit:

Ein großartiger Debütroman, den man sich nicht entgehen lassen sollte.