· 

Rezension: Iron Flowers - Die Rebellinnen von Tracy Banghart

Auszug:

"Sie hatte immer gedacht, es hätte keinen Sinn, sich zu wehren, dass nichts Gutes dabei herauskommen würde. Aber Nomi hatte richtig daran getan, sich zu widersetzen. Es war die Mühe und all die Risiken wert. Ihre Gegenwehr könnte die ganze Welt verändern. Nein. Sie würde die ganze Welt verändern. Dafür würde Serina sorgen."

 

Klappentext:

Sie sind Schwestern, könnten unterschiedlicher nicht sein und sind dennoch unzertrennlich. Nomi ist wild und unerschrocken, Serina schön und anmutig. Und sie ist fest entschlossen, vom Thronfolger zu seiner Grace auserwählt zu werden, und ihr von Armut und Unterdrückung geprägtes Leben gegen eines im prunkvollen Regentenpalast einzutauschen. Doch am Tag der Auswahl kommt alles anders: Die Schwestern werden auseinander gerissen – und ein grauenhaftes Schicksal erwartet sie, auf das sie niemand vorbereitet hat.

 

Produktinformation:

Gebundene Ausgabe mit 384 Seiten 16,99€, Kindle Edition 14,99€, Audio-CD 15,95€.

Veröffentlicht am 25. April 2018 durch den FISCHER Sauerländer Verlag.

 

Rezension:

Normalerweise warte ich bei gehypten Büchern einige Rezensionen auf YouTube ab, aber hier hat mich die Geschichte neugierig gemacht, deshalb habe ich das Ebook als Leseexemplar über Netgalley angefragt. Zu Anfang war ich ein wenig genervt, weil vieles sich nicht wie eine eigene Geschichte angefühlt hat, sondern ein Abklatsch von Selection und Die Tribute von Panem. Später, ich glaube so ungefähr bei der Hälfte hat sich das aber geändert und es wurde eine komplett eigene Geschichte.

 

Die Basis bildet hier die Geschichte der zwei Schwestern Nomi und Serina. Die beiden sind komplett verschieden, denn Serina weiß sich unterzuordnen und Nomi macht genau das Gegenteil. Wann immer die die Gelegenheit dazu hat, handelt sie impulsiv und sagt, was sie denkt. Das sorgt für Schwierigkeiten und die Trennung der beiden Geschwister. Beide machen im Lauf der Geschichte eine unglaubliche Entwicklung durch und lernen, ihre Schwächen zu kontrollieren und Stärke zu zeigen. Da mir die Figuren in einer Geschichte sehr wichtig sind, war ich hier voll zufrieden.

 

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus den Perspektiven von Nomi und Serina. Das hat mir sehr gut gefallen, weil wir so die Ereignisse der beiden verschiedenen Orte kennen lernen, an denen die Geschichte spielt, aber auch einen ausführlichen Einblick in die Gedanken und Gefühle der beiden jungen Frauen bekommen. Der Spannungsbogen verlief zu Anfang für mich ein wenig zu niedrig, aber wie gesagt, spätestens zur Hälfte steigt er rasant nach oben und nimmt dann auch nicht wieder ab. Es gibt so einige Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet habe, auch das Ende habe ich so nicht kommen gesehen. Ich kann allen Lesern, denen es zu Anfang genauso geht wie mir nur raten, durchzuhalten, die Geschichte entfaltet ihr volles Potenzial ein wenig später, dafür aber ordentlich. Ich war nach der Lektüre wirklich geflasht und musste mich sofort mit meiner Lesepartnerin ausführlich über Whatsapp austauschen. Das Buch hat mich komplett mitgenommen und das schätze ich sehr an der Geschichte.

 

 

Auch das Worldbuilding der Geschichte fand ich großartig, denn Viridia ist grausam und das aus einem bestimmten Grund, den der Leser im Laufe der Geschichte erfährt. Die Stadt wird alleine von den Männern regiert, Frauen haben nichts zu sagen. Im Gegenteil - sie müssen als sogenannte Graces, wenn sie denn ausgewählt werden, dem Prinzen, der Thronfolger werden soll, als Unterhaltungsobjekte und Liebhaberinnen dienen, außerdem sollen sie natürlich die Thronfolger zur Welt bringen. Dann gibt es noch eine zweite Örtlichkeit, die ich aber leider nicht nennen kann, weil ich damit spoilern würde. Auch diese ist sehr gut ausgearbeitet und trotz ihrer Grausamkeit irgendwie faszinierend.

 

Fazit:

Nach dem etwas langweiligem Anfang habe ich die Geschichte sehr gerne gelesen und werde die Reihe weiter verfolgen. Wer Dystopien mag, ist hier sicherlich gut bedient.