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Rezension: Nachtlichter von Amy Liptrot

Zitat:

„Das Leben geht weiter, und als ich nach Orkney zurückkehre, weiß ich, dass ich mehr tun muss, als einfach nur nicht zu trinken.“ 

Seite 114

 

Klappentext:

Die ursprüngliche Kraft einer einzigartigen Landschaft lässt alte Wunden heilen: Mit Anfang dreißig spült das Leben Amy Liptrot zurück an den Ort ihrer Kindheit - die Orkney Islands, im dünn besiedelten Schottland wohl die abgelegenste Region. Hier schwimmt die britische Journalistin morgens im eiskalten Meer, verbringt ihre Tage als Vogelwärterin auf den Spuren von Orkneys Flora und Fauna und ihre Nächte auf der Suche nach den »Merry Dancers«, den Nordlichtern, die irgendwo im Dunkeln strahlen. Und hier beginnt sie nach zehn Jahren Alkoholsucht wieder Boden unter den Füßen zu gewinnen. Mit entwaffnender Ehrlichkeit erzählt Amy Liptrot von ihrer Kindheit, ihrem Aufbruch in die Stadt, nach Edinburgh, weiter nach London. Vom wilden Leben, dem Alkohol, dem Absturz. Vom Entzug und der Rückkehr zu ihren Wurzeln auf Orkney, wo sie der Natur und sich selbst mit neuen Augen begegnet.

 

Produkinformationen:

Gebundene Ausgabe mit 352 Seiten 18,00€, Kindle Edition 13,99€.

Veröffentlichung: 9. Oktober 2017 durch den btb Verlag.

 

Rezension:

Nachdem ich mir den Klappentext durchgelesen habe, war für mich klar, dass ich das Buch lesen wollte. Leider habe ich nicht bekommen, was ich mir erhofft habe, nämlich eine tiefgründige, gefühlvolle Geschichte eines Neubeginns. Gerade wenn man bedenkt, dass "Nachtlichter" autobiografisch ist, hat mir die Emotionalität gefühlt, mit der man die Geschichte hätte schreiben können. 

 

Für mich lesen sich die geschilderten Erlebnisse wie ein Report und nicht wie ein Erfahrungsbericht. Wer epische Natur- und Tierbeschreibungen in Romanen mag, ist hier gut beraten. Ich kann verstehen, dass die großartige Natur der Orkney-Inseln und die Beobachtung der Tiere Amy Liptrot geholfen haben, zu genesen, aber ich hätte gerne mehr von dem erfahren, was in ihrem Inneren vor sich geht.

 

Auch der Spannungsbogen weist keine Besonderheit auf. In der Mitte der Geschichte wird es mal ein wenig spannend, aber abgesehen davon besteht die Geschichte aus Natur- und Umgebungsbeschreibungen. Ich kann verstehen, dass die Autorin eine besondere Beziehung zu dieser Gegend hat, aber ich hätte gerne erfahren, was die Natur mit ihr macht und warum das so ist. Ich hätte gerne mehr über Beziehungen der Autorin erfahren, aber nichts dergleichen hat sie niedergeschrieben.

 

Abgesehen davon, dass ich die hochtrabenden Zitate der Presse über diese Autobiografie überhaupt nicht bestätigen kann, macht so etwas auf mich einen negativen Eindruck. Ein oder zwei Zitate auf dem Buchrücken hätten es auch getan, es wäre nicht nötig gewesen, eine ganze Seite damit zu füllen. Aber scheinbar braucht es das Buch.

 

Fazit:

Absolut geeignet für Leser, die etwas über die Orkney Inseln an sich erfahren wollen oder explizit auf New Nature Writing stehen. Ansonsten kann ich die Autobiografie nicht empfehlen.