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Rezension: Ein Wunder alle hundert Jahre von Ashley Ream

Auszug:

"In der Dunkelheit und Kälte war sie ins Freie gehastet, um eine letzte Probe aus dem Gewässer der Ollooet-Bucht zu entnehmen, das sich grundlegend von sämtlichen Gewässern überall sonst auf der Erde unterschied. Ein leuchtend grünes Band lag ringförmig um die gesamte Bucht wie ein im Wasser gebundenes Polarlicht. Das Licht stammte von den biolumineszierenden Körpern winziger Gliederfüßer, Abermillionen, die im seichten Wasser pulsierten. Ihr sechstägiger Lebenszyklus endete bald, und sie sandten ein letztes Mal das Signal zur Paarung aus."

Seite 7

 

Klappentext:

Alle hundert Jahre geschieht ein Wunder an der Küste von Washington Island: das Wasser glüht und schimmert grün wie ein Polarlicht. Für sechs Tage. Dr. Rachel Bell erforscht dieses Wunder sowie die winzigen Wasserwesen, die es hervorrufen. Sie hofft, dass das Geheimnis über das grüne Wasser, das allen Mythen und Geschichten zugrunde liegt, wahr ist: demnach könnte es eine Kraft besitzen, die Rachel das Leben retten und die ganze Welt verändern könnte. Rachel hat genau sechs Tage lang Zeit, das herauszufinden. Bevor das Wasser wieder dunkel wird - für die nächsten einhundert Jahre ...

 

Produktinformation:

Taschenbuch mit 416 Seiten 10,00€, Kindle Edition 8,99€.

Veröffentlichung am 13. November 2017 durch den btb Verlag.

 

Rezension:

Zuerst hat mich der Titel angezogen, und als ich dann den Klappentext gelesen hatte, war für mich klar, dass ich dieses Buch lesen muss. Ich kannte das Naturphänomen, das in dem Buch angesprochen wird, schon vorher und habe direkt die wunderschönen Aufnahmen vor mir gesehen. Leider habe ich nicht das bekommen, was ich erwartet hatte: einen gefühlvollen und magischen Roman.

 

Leider zieht der Erzählstil der Autorin die Geschichte dermaßen in die Länge, dass es keine Freude mehr gemacht hat, diesen Roman zu lesen. Wenn man es in Zahlen ausdrücken möchte, kann man erkennen, wo die Krux liegt, denn es dreht sich hier tatsächlich auf 416 Seiten nur um die sechs Tage, in denen das Naturphänomen aktiv ist. Dass das in die Hose gehen kann, ist eigentlich klar.

 

Es gibt auch tatsächlich keine Rückblenden oder ähnliches, was die Lektüre etwas auflockern könnte. Es gibt zwar mehrere Handlungsstränge, die aber meiner Meinung nach viel zu spät zusammenführen, um die Geschichte doch noch interessant zu machen. Außerdem wird das Zusammentreffen noch nicht einmal richtig ausgeführt und erklärt, sodass man als Leser etwas ratlos zurückbleibt.

 

Auch die Figuren wurden ziemlich kühl und lieblos gestaltet, mir war keiner der Protagonisten sonderlich sympathisch. Das muss auch nicht zwingend der Fall sein, aber ich erwarte, dass die Figuren so gut ausgearbeitet sind, dass ich ihre Handlungsweise nachvollziehen kann, ich will sie ja noch nicht einmal gut heißen können. Leider war das bei diesem Roman nicht so.

 

Der Schreibstil war viel zu wissenschaftlich und wenig gefühlvoll, also genau das Gegenteil von dem, was ich mir erhofft hatte. 

 

Am Ende sind viele der Fragen, die beim lesen aufgetaucht sind, nicht beantwortet. Das lässt mich unzufrieden zurück. Außerdem bin ich nicht hinter die Message der Geschichte gekommen und frage mich deshalb, wieso sie überhaupt geschrieben wurde. 

 

Fazit:

Außer dem interessanten Thema hat mir leider nichts an dem Roman gefallen, ich kann ihn leider deshalb auch nicht weiter empfehlen.