· 

Rezension: TICK TACK - Wie lange kannst du lügen von Megan Miranda

Auszug:

Als Kind hatte ich geglaubt, die Zukunft vorhersagen zu können. Daran war wahrscheinlich mein Vater schuld, der mich meine ganze Kindheit über mit Plattitüden aus seinen Philosophievorträgen fütterte und mich an Dinge glauben ließ, die nicht sein konnten. Ich schloss die Augen und versuchte, sie mit schierer Willenskraft herbeizuzwingen, in winzigen, wunderschönen kurzen Bildern. ich sah Daniel in Barett und Talar. Meine Mutter lächelnd neben ihm durch die Linse meiner Kamera, und ich winke ihnen näherzukommen. Leg den Arm um sie. Tut so, als mögt ihr euch! Perfekt. Ich sah Tyler und mich, Jahr später, wie wir unsere Taschen auf die Ladefläche seines dreckigen Pick-ups warfen und uns auf den Weg ins College machten. Weggingen. Für immer.

 

Klappentext:
15 Tage. 2 Freundinnen. 1 Mord.

Zehn Jahre ist es her, dass Nic ihre Heimatstadt von einem Tag auf den anderen verließ. Doch die Erinnerungen an die Nacht, in der ihre beste Freundin Corinne spurlos verschwand, haben sie nie losgelassen. Hatte jemand aus ihrem Freundeskreis etwas damit zu tun? Eines Tages erhält sie eine geheimnisvolle Nachricht: „Dieses Mädchen. Ich habe es gesehen.“ Nic weiß, dass nur eine damit gemeint sein kann – Corinne. Sie fährt zurück in das von dunklen Wäldern umgebene Städtchen, um herauszufinden, was damals wirklich geschah. Doch schon am selben Abend verschwindet erneut ein Mädchen – das Mädchen, das ihnen allen damals ein Alibi geliefert hatte …

Zwei Wochen später wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Wer ist sie? Was ist in der Zwischenzeit passiert? Auf unheimlich geschickte Weise erzählt Megan Miranda diese Geschichte rückwärts. Von Tag 15 zu Tag 14 zu Tag 13 bis schließlich zurück bis zu Tag 1 offenbart sich uns nach und nach, was seit Nics Rückkehr passiert ist – und was zehn Jahre zuvor mit Corinne geschah.

 

Produktinformation:

Taschenbuch mit 432 Seiten 15,00€, Kindle Edition 12,99€, Hörbuch mit 11 Stunden und 40 Minuten Hördauer 21,73€, MP3-CD 9,99€.

Veröffentlichung am 13. November 2017 durch den Penguin Verlag.

 

Rezension:

Für mich stand seit der Veröffentlichung des Thrillers fest, dass ich die Geschichte lesen möchte. Jetzt war es so weit. Ich bin so froh, dass ich sie gelesen habe, denn gehört zu den besten Thrillern, die ich je gelesen habe. 

 

Ich möchte hier zuerst auf die Erzählweise eingehen, denn sie ist unkonventionell, das mochte ich sehr gerne. Dafür muss man allerdings offen sein. Den Startschuss gibt ein Brief, den Nic von ihrem Vater erhält, der angeblich ihre verschwundenen Freundin Corinne gesehen haben will. Nic ist natürlich von den Socken, denn das Verschwinden ihrer Freundin war damals auch der Grund dafür, dass sie ihre Heimat überhaupt verlassen hat. Eigentlich war das nicht geplant.

Dann gibt es einen Zeitsprung vorwärts von vierzehn Tagen und der Leser erfährt außer den aktuellen Ereignissen, die rückwärts erzählt werden, auch, was wirklich vor zehn Jahren passiert ist. So findet man Stück für Stück heraus, ob Corinne verschwunden ist, oder nicht.

Ich fand diese Erzählweise sehr spannend, weil die Geschichte für mich zu keinem Punkt vorhersehbar war, was für mich ein wichtiges Kriterium für einen guten Thriller ist. Der Thriller ist nicht geeignet, um z.B. mal eben auf dem Weg zur Arbeit ein paar Seiten zu lesen.

 

Der Schreibstil ist flüssig, zugleich aber sehr packend. Die Autorin versteht sich hervorragend darin, den Leser an die Geschichte zu binden und den Puls nach oben zu treiben. Deswegen ist der Thriller nicht unbedingt etwas für schwache Gemüter, zumindest nicht vor dem Einschlafen.

 

Nic als Protagonistin mochte ich sehr gerne leiden und habe sie daher gerne begleitet. Natürlich hat sie wie die anderen auch ihre Fehler und Geheimnisse. Sie hat eine sehr emotionale Erzählstimme, man erfährt als Leser so einiges über die Freundschaft zu Corinne. Auch die anderen Figuren sind liebenswert, als Leser kann man die Freundschaft der Gruppe gut nachvollziehen. Man erfährt aber auch genug von jedem einzelnen, um ihre Handlungen nachvollziehen zu können.

 

Der dunkle und abgeschiedene Wald gibt für einen Thriller ein großartiges Setting her. Die Atmosphäre ist unheimlich, weil niemand so wirklich weiß, was sich in dem Wald verbirgt. Der bildhafte Schreibstil der Autorin trägt dazu bei, dass man die Handlungsort der Szenen gut vorstellen kann.

 

Fazit:

Wer Girl on the train mochte, wird TICK TACK auch mögen.