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Rezension: Das Gefühl von Sommerblau von Hannah Tunnicliffe

Auszug:

"In der Küche ist das Licht am besten. Besonders jetzt, am Nachmittag. Es bildet glänzende Lachen überall im Raum, mit Schattentupfern vom Laub der Linde draußen. Und es bewegt sich. Es tanzt sogar. Über Hände und Löffel und die abgenutzten grauen Bodenfliesen. Über den Brotteig, den Juliet gemacht hat. Es ist ihr Lieblingsraum im Haus. Es riecht nach Hefe und Mehl und dem heißen Ofen, aber auch nach den Steinen des Bodens, dem Metall der Wasserhähne, dem geflochtenen Zopf aus rosa Roscoff-Zwiebeln und dem Kupfer ihrer Lieblingskessel."

Seite 55

 

Klappentext:

Max wird vierzig und lädt seine Freunde in sein Haus in der Bretagne ein. Mit ihnen möchte er ein Wochenende lang tanzen, trinken und lachen. Und er will ihnen sein Geheimnis verraten … Juliette hat für ihre pflegebedürftigen Eltern ihr gefeiertes Restaurant in Paris aufgegeben. Ihre große Leidenschaft ist das Kochen und Backen. Zurück in der bretonischen Heimat braucht sie einen Neuanfang – und Max eine Köchin für seinen Geburtstag. Sie ahnen beide nicht, was das Schicksal an diesem Wochenende für sie bereithält.

 

Produktinformation:

Taschenbuch mit 344 Seiten 9,99€, Kindle Edition 8,99€

Veröffentlicht am 10. April 2018

 

Rezension:

Hier haben mich Cover, Titel und Klappentext angezogen, ich habe einen lockeren leichten Sommerroman über Familie, Freundschaft und die Liebe erwartet. Leider habe ich etwas anderes bekommen.

 

Leider hat mich der Roman nur durchschnittlich gut unterhalten. Ich habe ihn zwar in einem Rutsch durchlesen können, weil der Schreibstil an sich flüssig und leicht verständlich ist. Die Art und Weise, wie die Geschichte um Max und Juliette erzählt wird, finde ich etwas verwirrend und hat mich keinen roten Faden erkennen lassen. Zuerst kann man die Ereignisse durch Juliette verfolgen.

 

Man erlebt eine kurze Sequenz aus ihrem Alltag und ist dabei, wie sie von ihrem Vater erfährt, dass ihre Mutter schwer krank im Krankenhaus liegt, deswegen kehrt sie nach Hause zurück. Danach gibt es einen großen zeitlichen Sprung, denn Juliette arbeitet in der nächsten Szene schon länger bei Max, der eigentlich mit seinen Freunden im Ferienhaus sein sollte. Er taucht aber dort nicht auf. Die Gruppe aus sechs Freunden inklusive einer Tochter und Juliette verbringen den Abend zusammen, die Figuren werden mehr oder weniger vorgestellt.

 

Dort spielt auch der Rest der Geschichte, die sehr eintönig verläuft. Gefühlt war für mich kein Spannungsbogen vorhanden, die Perspektivwechsel hätte man besser nutzen und später mit der Gegenwart zusammen laufen lassen können. Hier wurde sehr viel Potenzial verschenkt. Es gab viele Szenen, die nichts für die Geschichte getan haben und bei denen ich mich gefragt habe, wieso sie erzählt wurden.

 

Fazit:

Eigentlich kein Roman, sondern eine Charakterstudie, bei der mehr Wert auf die Schwächen als die Stärken gelegt wird.