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Rezension: Die Blumenschwestern von Cathy Hopkins

Auszug:

"Mir geht es nicht mehr um dieses Leben", sagte Mum. "Ich will bei meinem Tod nichts bedauern müssen. Mein letzter großer Kummer ist, dass ihr drei euch nicht mehr versteht. Außerdem frage ich mich, ob ihr mit dem Leben, dass ihr gewählt habt, glücklich seid. In der Welt geht es schrecklich zu. Wenn ich sehe, was die Menschen einander antun, bricht es mir das Herz. Ich mache mir Sorgen, weil ich nicht weiß, wie ihr mit all der Wut und dem Hass fertig werdet, was man ja schon mitbekommt, wenn man nur den Fernseher einschaltet. Auch deshalb  möchte ich, dass ihr meine Wünsche erfüllt. Mitunter kostet es Kraft, einen Tag durchzustehen, ganz gleich, ob es mit meinem Leben oder dem Weltgeschehen zusammenhängt. Meine Liste ist ein wahres Vermächtnis Nicht das Geld, obwohl ihr es später auch bekommt. Das, was ich mir für euch wünsche, kann man mit Geld nicht kaufen."

 

Klappentext:

Der letzte Wunsch ihrer Mutter ist für drei Schwestern das große Glück ...

Iris Parker hat drei sehr unterschiedliche Töchter: die sensible Künstlerin Daisy, die pedantische Rose und zu guter Letzt Fleur, Freigeist und Femme fatale. Seit Jahren haben die Schwestern nicht mehr miteinander gesprochen und sind schockiert, als sie bei der Verlesung von Iris’ Testament von einer Bedingung erfahren: Wollen sie das Vermögen erben, müssen sie ein Jahr lang eine Reihe von Wochenenden miteinander verbringen, die Iris vor ihrem Tod organisiert hat. Aber sind Spa-Aufenthalte, Tanzstunden und Töpferkurse genug, um die Blumenschwestern wieder zusammenzubringen, selbst wenn es der letzte Wunsch ihrer geliebten Mutter war? 

 

Produktinformation:

Taschenbuch mir 448 Seiten 10,00€, Kindle Edition 8,99€.

Veröffentlicht am 15. Januar 2018 im Goldmann Verlag.

 

Rezension:

Ich bin so verdammt froh, dass ich kein Coverkäufer bin, denn dann hätte ich nach diesem Schätzchen nicht gegriffen. Das Cover lässt eine kitschige und leichte Geschichte vermuten, aber der Roman ist so viel mehr. Es ist eine tiefgreifende Familiengeschichte von drei Geschwistern, die sich voneinander entfernt haben und sich aufgrund des Testamentes von der Mutter wieder annähern müssen, sonst wird das Erbe nicht ausgezahlt. 

 

Die Geschichte alleine ist schon großartig, ein weiterer Grund, wieso ich dem Roman total verfallen war, ist der wunderbare Schreibstil. Cathy Hopkins schreibt gefühlvoll und bildgewaltig, das ermöglicht dem Leser, komplett in die Szenen einzutauchen. Gleichzeitig ist die Geschichte auch sehr humorvoll geschrieben, sodass ich oft vor mich hin gekichert habe und laut lachen musste. Der Humor ist schwarz, bissig und sarkastisch, dass hört sich erstmal so an, als würde das nicht zur Geschichte passen. Tut es aber. Wieso, kann ich leider nicht erklären, denn dann würde ich spoilern.

 

Die Geschichte wird aus den Perspektiven der Geschwister erzählt. Meistens begleitet der Leser Dee, die mir deswegen auch am nähesten war. Alle Figuren sind sehr authentisch und glaubwürdig gestaltet und jede hat gut Gründe für das ein oder andere Verhalten. Das Ende der Erzählung ist in meinen Augen nicht vorhersehbar, was mir sehr gut gefallen hat, weil es in dem Genre eher selten ist.

 

Was mir leider nicht gefallen hat, waren die vielen Zufälle, die an manchen Stellen aufeinander treffen. Manche davon wirkten auf mich leider ein bisschen unglaubwürdig. Das ist meckern auf hohem Niveau, ist mir aber aufgefallen und hat mich kurz aus dem Lesefluss gerissen.

 

An manchen Stellen wird die Geschichte etwas esoterisch, da sollte man nichts gegen haben, ansonsten könnte die Geschichte vielleicht dem ein oder anderen nicht gefallen.

 

Fazit:

Ich empfehle die Geschichte gerne weiter und werde die Autorin auf jeden Fall weiter verfolgen.