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Rezension: Ghost Flight - Jagd durch den Dschungel von Bear Grylls

Auszug:

Seine Augen öffneten sich. Langsam. Wimper um Wimper schälte er die Lider zurück, mühevoll gegen die dicke Kruste getrockneten Blutes ankämpfend, die beide Lider miteinander verschmolzen hatte. Risse bildete sich, nach und nach, wie berstendes Glas über blutunterlaufenen Augäpfeln. Das gleißende Licht schien seine Netzhaut zu versengen, als wäre ein Laser drauf gerichtet. Aber von wem? Wer waren die Feinde ... seine Peiniger? Und wo in Gottes Namen waren sie?

Seite 13, Ghost Flight - Jagd durch den Dschungel von Bear Grylls

 

Klappentext:

Will Jaeger, Ex-Elitesoldat und Gründer von Enduro Adventures, erhält den Auftrag seines Lebens: Für eine TV-Show soll er mit einer Gruppe von Kandidaten ein mysteriöses Flugzeugwrack aus dem 2. Weltkrieg im brasilianischen Dschungel bergen. Doch bei den Vorbereitungen stirbt sein Freund Smithy. Die Polizei wertet den mysteriösen Tod als Unglück. Ein Symbol, das der Tote trägt, lässt Will jedoch Böses erahnen. Denn er hat es schon einmal gesehen: in den Hinterlassenschaften seines Großvaters, des legendären Nazi-Jägers …

 

Produktinformation:

Taschenbuch mit 560 Seiten 10,99€, Kindle Edition 8,99€, Hörbuch mit 14 Stunden und 42 Minuten 24,16€ oder 9,95€ im Audible-Abo.

Veröffentlicht am 3. April 2018 durch den HarperCollins Verlag.

 

Rezension:

Ich kannte den Autoren bisher noch nicht und bin durch eine angebotene Leserunde auf Lovelybooks auf diesen Abenteuerthriller aufmerksam geworden. Interessant finde ich, dass der Autor der bekannteste Survival-Guide der Welt ist. Seine Sendung "Ausgesetzt in der Wildnis" wird in über 150 Ländern der Welt ausgestrahlt. Außerdem war er selbst Fallschirmjäger bei einer Spezialeinheit der britischen Armee. Das merkt man als Leser während der Geschichte, denn er beschreibt gefährliche Situationen und Zubehör sehr deutlich und bildhaft. Das hat es mir ermöglicht, mir immer alles gut vorstellen zu können und mittendrin zu sein. Das war einer der Gründe, wieso ich den Abenteuerthriller in zwei Etappen verschlungen habe.

 

Ein anderer Grund dafür sind die Figuren der Geschichte, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Das kommt durch die Gruppe zustande, die ihm bei der Bergung des Flugzeugwracks zur Seite stehen soll. Alles ehemalige Soldaten, dabei ein Neuseeländer, der an einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet und wie ein Rocker aussieht, eine farbige Kante, muskelgestählt und gutaussehend, eine ebenso gutaussehende, französische Schnitte in Designerklamotten, ein japanischer Samurai, ein distanzierter Deutsch-Pole und eine heiße Latina, die ständig mit der kühlen Russin konkurriert. Ich weiß, Klischee über Klischee, aber Bear Grylls weiß hervorragend, damit zu spielen.

 

Außerdem ist die Geschichte , die hinter dem Auftrag steckt, hervorragend recherchiert. Alleine schon deswegen, weil der Großvater des Autors gegen die Nazis gekämpft und ihm  immer viel erzählt hat. Einige, der Personen, die namentlich in der Geschichte auftauchen, haben tatsächlich im zweiten Weltkrieg so gehandelt. Auch die Vorgehensweise, die der Trupp während seiner Suche im Dschungel an den Tag legt, ist natürlich Grylls Zeit beim Militär geschuldet. Auch hier erfährt der Leser viele Hintergrundkenntnisse, was die Spannung für mich noch gesteigert hat, weil die Lektüre pausenlos interessant war.

 

Fazit:

Eine spannende, gut recherchierte Abenteuergeschichte mit dem ein oder anderen Ekelfaktor. Große Empfehlung von mir.