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Rezension: Die Liebe ist ein schlechter Verlierer von Katie Marsh

Auszug:

"Habt Ihr den Typen mit dem Gehstock gesehen?" Sie kämmt sich mit den Fingern durch ihre langen roten Haare.

Ihr Freundin pudert sich die Stupsnase. "Ja, und?"

Der Rotschopf zieht einen Schmollmund im Spiegel. "Der wäre echt heiß, wenn er richtig laufen könnte, findest du nicht?"

"Ja, er sieht aus wie Jake Gyllenhaal."

"Genau an den hat er mich erinnert. Ich kam nur nicht drauf." Sie schiebt die Brüste in ihrem tief ausgeschnittenen Top nach oben. "Ich frage mich, wie es ist, mit ihm zu vögeln."

"Ich bezweifle, dass er das schaffen würde."

"Stimmt, wahrscheinlich kriegt er keinen mehr hoch."

Mit einem lauten Knall entlädt sich Hannahs Wut, sie fährt herum und zischt die beiden Frauen an: "Haltet die Klappe. Der Mann da draußen ist mein Ehemann. Und er ist besser und tapferer, als ihr zwei blöden Schnepfen es je sein werdet."

Seite 292/293 aus "Die Liebe ist ein schlechter Verlierer von Katie Marsh.

 

Klappentext:

Was, wenn der Moment, in dem du gehen willst, der Moment ist, in dem er dich am meisten braucht?

Hannah will Tom verlassen. Morgen sagt sie es ihm. Und dann erfüllt sie sich ihren Traum, nach Afrika zu gehen. Tom will an seiner Ehe festhalten, sei sie noch so eingefahren. Er ignoriert die Probleme, will einfach nur neben Hannah einschlafen und morgen ins Büro fahren. 

Doch dazu kommt es nicht … 

Hannah und Tom wissen nicht, dass morgen alles anders sein wird. Dass Hannah ihre Pläne aufgeben muss und Tom nie wieder in sein altes Leben zurückkehren kann. Auch wissen sie nicht, dass ihre Liebesgeschichte noch nicht zu Ende ist und dass manche Träume einen Umweg nehmen müssen, bevor sie in Erfüllung gehen …

 

Produktinformation:

Broschierte Ausgabe mit 416 Seiten 12,99€, Kindle Edition 8,99€, Hörbuch mit 7 Stunden und 7 Minuten Hördauer 9,26€, Audio-CD 12,95€. Veröffentlichung am 9, Januar 2018 durch den Diana Verlag.

 

Rezension:

Ich habe von Katie Marsh bereits "Du erinnerst mich an morgen" gelesen. Der Roman ist im April 2017 erschienen und hat mir sehr gut gefallen, deswegen durfte auch "Die Liebe ist ein schlechter Verlierer" bei mir einziehen. 

 

Alleine die Geschichte um Hannah und Tom ist es wert, dass man den Roman liest, denn sie ist das beste Beispiel dafür dass es anders kommt, als man denkt. Die Ereignisse um die beiden sind mitten aus dem Leben gegriffen und könnten prinzipiell jederzeit jedem von uns passieren. Diese Glaubwürdigkeit verleiht dem Roman eine ehrliche Note, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. 

 

Auch die Protagonistin Anna mochte ich gerne leiden, denn sie ist ein bodenständiger Mensch, hat Lehramt studiert und ihr Traum war es, in ein Krisengebiet zu gehen und dort die Kinder zu unterrichten, doch das schiebt die Tom zuliebe nach hinten, doch der weiß davon gar nichts. Tom hingegen war bis zu seinem Unfall ein mürrischer Ehemann, der es seiner Frau nicht immer leicht gemacht hat. Doch seine Sichtweise ändert sich, was mir sehr imponiert und ihn sympathisch gemacht hat.

 

Die Erzählweise hat mir ebenfalls gut gefallen. Als Leser erfährt man die Geschichte auf zwei Zeitebenen. Einmal spielt die Geschichte in der Gegenwart und einmal beginnt die Erzählung, als Hannah und Tom sich kennen lernen. Im Laufe der Ereignisse kommen sich die Handlungsstränge immer näher, was sehr interessant ist. Denn die Beziehung der beiden ist sehr eng, als sie sich kennen lernen und wird dann mit der Zeit immer kühler und sie driften auseinander. Nach dem Unfall jedoch geht die Beziehung wieder in die wärmere Richtung, was sehr schön zu verfolgen war.

 

Der Schreibstil war hier wie auch im vorherigen Roman von Katie Marsh leicht und flüssig, dabei aber sehr ehrlich und gefühlvoll. Die Geschichte wurde nirgends beschönigt oder romantisiert, ganz im Gegenteil. Die Geschichte um den Unfall herum war sehr hart für beide, was auch offen gezeigt wurde. 

 

Fazit:

Ein Buch mit leisen Handlungen ohne großes Aufheben, das zeigt, worauf es im Leben wirklich ankommt.