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Rezension: Sie weiß von dir von Sarah Pittsborough

Auszug:

"Ich verabschiede ihn mit einem Lächeln, und winke ihm nach, als er an seinem ersten Arbeitstag in die Praxis verschwindet, und die alte Dame, die nebenan aus dem Haus kommt, um ihr ebenso ältliches, wie gebrechliches Hündchen Gassi zu führen, blickt herüber und nickt wohlgefällig. Nach außen hin wirken wir immer wie das absolute Bilderbuchehepaar, David und ich."

Zitat aus 5 - Adele

 

Klappentext:

Beinahe wäre Louise mit dem netten Mann aus dem Pub im Bett gelandet. Ein paar Tage später dann der Schock: David ist ihr neuer Chef. Und verheiratet. 

Kurz darauf lernt Louise auf der Straße durch Zufall eine Frau kennen. Seine Frau. Bald sind die beiden Freundinnen. Keine gute Idee.

Adele ist sehr schön und sie wirkt sehr verletzlich. Nach und nach verrät sie Luise Erschreckendes über ihre Ehe. Und Louise spürt: Sie hat sich in eine heikle Lage gebracht. Was sie nicht weiß: Die Begegnung mit Adele war kein Zufall. Adele hat einen Plan. Doch es ist keine Intrige aus Eifersucht. Es ist viel, viel schlimmer.

 

Produktinformation:

Taschenbuch mit 448 Seiten 9,99€, Kindle Edition 4,99€, Hörbuch mit 13 Stunden und 24 Minuten 12,99€ oder 9,95€ im Audible-Abo, Audio-CD: 14,99€. 

3. Auflage veröffentlicht am 20. Januar 2018 im Rowohlt-Taschenbuch Verlag.

 

Rezension:

Ich habe mir diesen Thriller abends im Bett als Hörbuch gehört und tagsüber das Ebook gelesen. Die Vertonung war ordentlich, da gibt es nichts zu meckern. Die drei verschiedenen Perspektiven wurden gesprochen von Rike Schmid, Maria Koschny und Simon Jäger, der unter anderem das Reich der sieben Höfe und die Fitzek-Bücher liest. Leider ist das so ziemlich alles, was ich an positivem berichten kann.

 

Der Titel und auch der Klappentext haben mir ein spannendes Hörerlebnis versprochen, ich war mir fast sicher, dass die Geschichte super werden würde. Leider wurde ich enttäuscht. 

 

Von Anfang an war kein wirklicher Spannungsbogen zu erkennen, die Ereignisse plätscherten vor sich hin, ohne dass es eine spannende Szene gab. Die Handlung wird aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt: aus der von Louise und Adele. David klinkt sich dann in den verschiedenen Situationen ein. Hätte reizvoll sein können, verkam aber eher zu einer Dreiecksgeschichte aus einem langweiligen Liebesroman. Dabei waren die Handlungen der drei Figuren dermaßen vorhersehbar, dass es fast eine Schande ist, auf das Cover "Thriller" zu schreiben.

 

Der Schreibstil ist für einen Spannungsroman absolut ungeeignet, weil er lange, verschachtelte Sätze enthält. Das beste Beispiel dafür ist das Zitat, welches ich oben angeführt habe. In eine spannende Geschichte gehören kurze, einprägsame Sätze, die dem Leser im Kopf bleiben.

 

Ich habe den "Thriller" zu ende gelesen, weil ich die ganze Zeit drauf gewartet habe, dass etwas spannendes passiert. Leider war das nicht der Fall. Auch war diese Dreiecksgeschichte überhaupt nicht mein Fall, nicht nur wegen der unmoralischen Art und Weise, miteinander umzugehen, sondern auch, weil gefühlt keiner der Figuren so richtig in die Pötte kam.

 

Nicht nur die Handlungen der Figuren an sich sind in den Szenen vorhersehbar, sondern für mich waren es die Handlungsstränge die ganze Zeit über. Vielleicht ist der Thriller eher für Genreeinsteiger geeignet, die das Muster solcher Geschichten noch nicht gewohnt sind und die Geschichten leichter durchschauen als andere Leser.

 

Lediglich das große Thema luzide Träume fand ich sehr interessant, weil es mich auch sonst interessiert. Wenn das nicht gewesen wäre, hätte ich das Buch vermutlich nicht beendet.

 

Fazit:

Nichts für geübte Thrillerleser, sondern eher für Genreeinsteiger geeignet, die noch nicht viele Thriller gelesen haben.