Willkommen bei Danis Bücherregal.

Hier sind alle Genres vertreten.

Ich kann an keiner Buchhandlung, an keinem Mängelexemplartisch, an keinem Onlineshop und keinem Bücherschrank vorbeigehen. Der Anzahl der einziehenden Bücher nach zu urteilen, wird mein SuB (Stapel ungelesener Bücher) zwangsläufig weiter wachsen, aber das ist mir egal. Ich bin damit völlig im Reinen und genieße es, so viele Bücher um mich herum zu haben. 

Rezensionsexemplare sind davon ausgenommen und werden grundsätzlich vorgezogen.

 

Ich bin ein großer Fan von Leserunden, denn ich liebe es, über Bücher zu sprechen und mich mit Mitlesern auszutauschen. Wenn Ihr bei meinem SuB oder bei der Büchereiausbeute Bücher entdeckt, die Ihr mir mir lesen möchte, zögert bitte nicht, mich anzusprechen. Ich werde Euch dann so zeitnah wie möglich beim lesen Gesellschaft leisten.

 


Mein neuester Blogartikel

Rezension: Sehnsucht Israel - Mein Leben zwischen Kippa, Küche und Koriander von Tom Franz

Auszug:

"Die Israelis waren nicht nur äußerlich auffällig, sondern sie waren insgesamt anders. Solchen Menschen war ich bislang nicht begegnet. Wie sie sich verhielten, selbstverständlich und selbstbewusst, wie sie tanzten, wie sie sangen - ich sog alles in mich auf. Nicht mal nach reichlich Biergenuss hätte ich mich so locker und unbeschwert bewegen können, und denen war das möglich, obwohl sie vollkommen nüchtern waren. Auf den Partys, die fast jeden Abend für sie veranstaltet wurden, tranken sie nämlich keinen Tropfen Alkohol. Sie hatten so viel Spaß, versprühten so viel Lebensfreude. Sie hatten nicht einmal ein Problem damit, dass sie in Deutschland waren."

 

Klappentext:

Man nehme eine sympathische Persönlichkeit, eine spannende, länderübergreifende Lebensgeschichte und würze mit dem Trendthema Kochen – fertig ist ein wunderbares Buch für viele Geschmäcker. Als Tom Franz 2013 Sieger der israelischen Ausgabe des Fernseh-Kochwettbewerbs »MasterChef« wurde, lebte er schon neun Jahre als konvertierter Jude in Israel. Popularität und Beliebtheit des »kulinarischen Botschafters« und »Brückenbauers« zwischen Israel und Deutschland sind eng verknüpft mit seiner besonderen Vita. In diesem Buch erzählt Tom Franz, wie aus einem Anwalt ohne Leidenschaft ein leidenschaftlicher Koch und Jude wurde.

 

Produktinformation:

Gebundene Ausgabe mit 256 Seiten 20,00€, Kindle Edition 15,99€

Veröffentlichung am 26. Februar 2018 durch das Gütersloher Verlagshaus.

 

Rezension:

Durch eine Biografie über Israel anlässlich des 70-jährigen Bestehens bin ich auf dieses tolle Land aufmerksam geworden. Deswegen wollte ich unbedingt mehr über Land und Leute wissen und habe daher dieses Buch gelesen. Tom Franz kannte ich bisher trotz seiner Medienpräsenz nicht.

 

Ich habe genau das bekommen, was ich mir von dem Buch erhofft habe - Tom Franz berichtet über seine Erlebnisse mit der Kultur und den Menschen Israels. Dabei ist der Autor vor Extremen nicht zurück geschreckt und hat beispielsweise Freiwilligendienst auf einer Palliativstation geleistet und die Menschen dort in den Tod begleitet. Außerdem arbeitete er in einem Altenheim, in dem er auf viele deutschstämmige Menschen traf, die früher vor dem Naziregime flüchten mussten. Aber erzählt nicht nur von schlimmen Dingen, sondern auch von tollen Begegnungen mit Menschen in der Wohngemeinschaft, in der er gelebt hat. Da Tom Franz leidenschaftlicher Koch ist, kommt natürlich auch die israelische Küche und deren tolle Gewürze nicht zu kurz.

 

Er berichtet von den Vorstellungen, die er über die Menschen hatte und was er tatsächlich in Israel vorgefunden hat. Ob sich beides deckt, müsst Ihr selbst herausfinden.

 

Der Schreibstil des Autors ist sehr bildhaft und spricht sämtliche Sinne an, sodass man sich sehr gut vorstellen kann, wovon er gerade erzählt. Ich kann deswegen seine Sehnsucht Israel mittlerweile sehr gut nachvollziehen und möchte gerne einmal dorthin reisen, um mir mein eigenes Bild zu machen.

 

Fazit:

Bitte, liebe weltoffene Leser, lest dieses Buch. Es wird Euch garantiert nicht enttäuschen!

Rezension: Senor Gonzales und der Garten des Lebens von Claus Mikosch

Auszug:

"Er hatte sich entschieden, herauszufinden, wohin man kommt wenn man eine neue Richtung einschlägt und einfach losgeht. Natürlich war er aufgeregt, was ihn erwarten  würde, aber gleichzeitig spürte er auch eine seltsame Ruhe tief in seinem Inneren. Als hätte er mit einem Teil von sich selbst Frieden geschlossen. Als hätte seine Seele aufgehört zu schreien."

 

Klappentext:

Niklas, Anfang 30, gerade arbeitslos geworden und irgendwie entwurzelt, beschließt eine Auszeit in Andalusien. Dort begegnet er Señor Gonzalez, einem alten Gärtner, der seit Jahrzehnten Gemüse auf natürliche Weise anbaut, »immer mit der Natur als Freund und Gehilfe«. Zuerst besucht Niklas den alten Mann hin und wieder, dann hilft er ihm täglich einige Stunden bei der Gartenarbeit. Dabei lernt Niklas nicht nur etwas über den Anbau von Lauch und Tomaten, sondern vor allem etwas über Gelassenheit, Achtsam- und Genügsamkeit. Señor Gonzalez, sein Wissen und seine Weisheit öffnen Niklas die Augen und helfen ihm, sein Leben neu auszurichten.

 

Produktinformation:

Gebundene Ausgabe mit 192 Seiten 14,00€, Kindle Edition 10,99€.

Veröffentlichung am 26. März 2018 durch das Gütersloher Verlagshaus.

 

Rezension:

Ich habe bereits die drei Bücher über den kleinen Buddha von Claus Mikosch gelesen und war jedesmal sehr angetan von den Geschichten. Der kleine Buddha hat mich sehr dazu inspiriert, etwas in meiner Denkweise zu verändern, das hat hier auch Senor Gonzales bei Niklas geschafft.

 

Wie viele unserer Mitmenschen hat Niklas durch die hektische und schnelllebige Zeit das Wesentliche aus den Augen verloren. Doch der sympathische Gärtner weiß, was zu tun ist, er teilt seine Weisheiten mit Niklas, die er aus seinen Beobachtungen der Natur ableitet. Dabei drängt er sich Niklas und den Lesern nicht auf, sondern erzählt auf eine sehr sympathische Art und Weise, wie wichtig es ist, achtsam mit sich selbst und seiner Umgebung zu sein.

 

Dabei ist der Leser von Anfang an Teil der Geschichte, ich habe mich gefühlt, als hätte ich den beiden und den übrigen Figuren der Geschichte Gesellschaft geleistet. Der Schreibstil ist wie gewohnt warmherzig, sehr inspirierend und ohne erhobenen Zeigefinger. Wie bei den anderen Büchern auch, hat die Geschichte mich sehr zum Nachdenken angeregt. 

 

Eine wunderschöne Beigabe ist das Setting der Erzählung, denn Senor Gonzales arbeitet mit Niklas in seinem Garten, indem er schon seit Jahrzehnten Gemüse anbaut. Dort erklärt der alte Mann, was die Pflanzen wirklich brauchen und wie man als Mensch im Einklang der Natur leben kann. Für mich als Gartenliebhaber war die Erzählung eine unglaublich tolle Erfahrung.

 

Fazit:

Ein große Empfehlung für jeden Gartenliebhaber und die Menschen, die in ihrem Alltag nicht zur Ruhe kommen.

 

 

 

Rezension: Der Islam, das Islam, was Islam? Ein Lexikon für Durchblicker von Kerim Pamuk

Auszug:

"Was ist der Islam denn nun? Für den verbiesterten Abendland-Retter ist der Islam schuld an Terrorismus, niedrigen Renten und dem Tsunami im eigenen seelischen Schrebergarten - eigentlich ist der Islam schuld an allem. Für den verbohrten Gläubigen ist der Islam die Lösung schlechthin. Ob es um Seelenheil geht, den HartzIV-Antrag oder den richtigen Handyklingelton, der Islam ist die Antwort, immer."

 

Klappentext:

Warum werden Männer schwul, wenn Frauen Auto fahren? Ist Dschihad die islamische Form der Butterfahrt und sind Schiiten Globuli? Kerim Pamuk führt auf bisher nicht gekannte Weise ein in die Welt des Islam: mit scharfem Witz und hintergründigem Humor. Von A wie Allah bis Z wie Zahnschmerz erklärt er uns das Leben und Denken der Muslime. Ein Buch, so ernsthaft, dass kein Auge trocken bleibt, und man am Ende verblüfft erkennt: Der Islam ist viel bunter und witziger als gedacht.

 

Produktinformation:

Taschenbuch mit 240 Seiten 17,99€, Kindle Edition 13,99€.

Veröffentlichung am 3. April 2017 durch das Gütersloher Verlagshaus

 

Rezension:

Das bunte, augenzwinkernde Cover passt hervorragend zum Inhalt des Buches. Denn hier werden sämtliche Farben des Islams auf eine humorvolle Art und Weise vermittelt.

 

Er macht sich jedoch nicht über die Religion lustig, sondern erklärt die Dinge an den wichtigen Stellen mit der nötigen Portion Ernsthaftigkeit, zum Beispiel, wenn es um den Glauben und die damit verbundene Angst geht, egal in welche Richtung. Ebenso werden viele Begriffe, die uns durch die Presse bekannt sind, faktisch erklärt, Karim Pamuk bringt jedoch auch hier seine ganz eigene Erzählweise mit ein. Mutig schenkt er den Lesern einen Einblick in den religiösen Alltag der Muslime. 

 

Ich bewundere seinen Mut, dieses Buch zu schreiben, denn ich hätte mich nicht getraut, diese Weltreligion so aufs Korn zu nehmen. Ich hoffe, dass er nicht zu viele Anfeindungen hat aushalten müssen, denn mich hat dieses Buch wirklich dazu ermutigt, mich näher mit dem Islam beschäftigen zu wollen.

 

Fazit:

Ich empfehle jedem, der sich für das Thema Religion auf eine humorvolle Art und Weise interessiert, einen Blick in dieses Buch zu werfen. 

Rezension: Israel - Momente seiner Biografie von Andrea von Treunenfeld

Auszug:

"Israels siebzig Lebensjahre sind geprägt durch extreme Vielseitigkeit. Millionen Einwanderer wurden integriert, ehemalige Untergrundkämpfer mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet und Mossad-Agenten durch spektakuläre Aktionen bekannt; verstorbene Zionisten, Israels einziger Astronaut und der Betreiber eines Piratensenders gelten noch heute als Nationalhelden; feministische Beterinnen erstritten sich ihren Platz an der Klagemauer, Rabbiner schlossen sich der Gay Pride Parade an und das Jerusalem-Syndrom wurde diagnostiziert; der sozialistische Kibbuz erlebte seine Hochphase, die jüdische Olympiade etablierte sich und regierungskritische Organisationen positionierten sich. Eine zur Normalität gewordene Vielfalt, die die israelische Gesellschaft auszeichnet- und die Geschichte ihrer Protagonisten erwähnenswert macht."

 

Klappentext:

Am 14. Mai 2018 jährt sich die Staatsgründung Israels zum 70. Mal. Ein Land, mit dem wir aufgrund der Historie unverbrüchlich verbunden sind und das doch immer wieder polarisiert. Dieses Buch erzählt seine politische und persönliche Geschichte in kurzen, informativen Episoden. Zu jedem der siebzig „Lebensjahre“ dieses komplizierten Staates werden zentrale und prägende, aber auch ungewöhnliche und unbekannte Ereignisse und Personen in Erinnerung gerufen. Ein umfassendes Lesebuch, so überraschend, erstaunlich und spannend wie das Land selbst. 

 

 

Produktinformation:

Broschierte Ausgabe mit 224 Seiten 20,00€, Kindle Edition 15,99€.

Veröffentlichung am 26. März 2018 durch das Gütersloher Verlagshaus.

 

Rezension:

Das Buch beginnt mit einer Chronik, wichtige Ereignisse, die Israel betreffen, werden genannt. So bekommt man als Leser eine einfache Übersicht über die Ereignisse und Menschen, die das Land geprägt haben. Weiter geht es mit einem ausführlichem Bericht über die Staatsgründung 1948. Weiter geht es mit der Gründung des Parlamentes.

 

An den oberen Seitenrändern steht blass gedruckt die Jahreszahl, die das Kapitel betrifft. So behält man die Orientierung und weiß immer, wo in der Geschichte man sich gerade befindet. 

 

Die Texte lesen sich flüssig und einfach zu verstehen. Die Bilder lockern das Lesevergnügen auf, das Interesse bleibt so erhalten. in 140 Episoden versucht die Autorin, dem Leser die Vielseitigkeit und Vielfalt der israelischen Gesellschaft näher zu bringen. Meiner Meinung nach ist ihr das super gelungen, ich werde demnächst weitere Bücher über Israel lesen. Schade, dass ich mich bisher nicht mit diesem tollen Land beschäftigt habe.

 

Fazit:

Wenn Ihr Euch für das Weltgeschehen und andere Länder interessiert, solltet Ihr unbedingt dieses Buch lesen.

 

Rezension: Die Buchhandlung der Träume von Cristina Di Canio

Erster Absatz:

"Von wem ist es? Ich muss es wissen!" Der junge Mann reißt die Glastür auf, stolpert über die Schwelle in den Buchladen und starrt dort Nina an, die an ihrem Schreibtisch sitzt."

 

Klappentext:

Mit ihrer kleinen Buchhandlung am Stadtrand von Mailand hat sich Nina einen Traum erfüllt. Und seit sie eine besondere Idee hatte, ist ihr Laden zu einem beliebten Treffpunkt geworden: Jeder Kunde kann ein Buch, das für ihn eine große Bedeutung hat, dem zufällig nächsten Kunden schenken. Auch wenn das Buchgeschenk anonym ist, entstehen auf diese Weise Freundschaften, ja sogar Liebespaare finden sich. Nur Nina selbst ist einsam, wenn sie abends die Türen ihrer Buchhandlung schließt. Bis eines Tages ein junger Musiker in einer Matrosenjacke in ihren Laden kommt und Nina eine Kiste voller antiquarischer Bücher bringt …

 

Produktinformation:

Broschierte Ausgabe mit 208 Seiten 15,00€, Kindle Edition 11,99€.

Veröffentlichung am 21. Mai 2018 durch den Goldmann Verlag.

 

Rezension:

Ich lese immer gerne von Buchhändlern, Bibliothekaren oder Autoren in Büchern, weil mir meistens die Atmosphäre sehr gut gefällt, weil die Autoren der Bücher oft auch aus dem Bereich kommen. Meistens kommt das dann sehr authentisch rüber und man bekommt einen guten Einblick in das jeweilige Leben. Das hat mir hier leider gefehlt.

 

Ich habe mir die Buchhandlung tatsächlich wie einen gemütlichen Treffpunkt vorgestellt, weil es im Klappentext ja auch so beschrieben wird. Von Gemütlichkeit kam bei mir gar nichts an, weil ich auch mit der Protagonistin nicht warm geworden bin, die gefühlt ständig unter Stress war und dann auch gerne schon mal die Leute raus schmeißt, wenn sie keine Lust hat, sich zu unterhalten. Aber auf einen kleinen Jungen, den seine Eltern in der Buchhandlung parken, passt sie dann zwei Stunden auf.

 

Ihre alte Freundin sitzt den ganzen Tag dort in einem Sessel und darf nicht mit den Kunden sprechen, das fand ich auch merkwürdig. Die übrigen Personen, die in der Buchhandlung ein und ausgehen, haben mir ebenfalls nicht zugesagt.

 

Der Schreibstil ist locker, leicht und flüssig. Wenn mir die Geschichte nicht so missfallen hätte, wäre der Roman ein echtes Wohlfühlbuch geworden. Schade, dass das Thema hier nicht besser umgesetzt wurde. 

 

Fazit:

Ich kann die Geschichte leider nicht empfehlen, weil mir weder die Figuren, noch die Handlungen gefallen haben.

Rezension: Wie Sie unvermeidlich glücklich werden von Manfred Lütz

Erster Absatz:

"Jede Sucht ist eine Sucht nach Glück. Der Drogenabhängige sehnt sich nach nichts so sehr wie nach dem Kick, nach dem Hochgefühl, nach dem überströmenden Glück des Moments, in dem die Droge anflutet. Alles ist er bereit, dafür zu tun, alles Geld investiert er, seine Freunde, seine Gesundheit, sein Leben. Bei den ersten Kontakten mit der Droge beginnt er zu ahnen, dass er da ein unglaubliches Mittel in der Hand hat, mit dem er Glück zuverlässig und effektiv selbst erzeugen kann."

 

Klappentext:

Der Psychiater und Psychotherapeut Manfred Lütz, Autor von »Irre! Wir behandeln die Falschen!«, schreibt ein fulminantes Buch über Glückssucht und anderen ganz normalen Irrsinn. 

Er präsentiert die gesamte Geschichte der Philosophie locker und allgemeinverständlich als eine kleine Geschichte des Glücks. Vor allem aber weist er ganz ernsthaft Wege, wie man tatsächlich unvermeidlich glücklich werden kann. Eine steile These – Manfred Lütz belegt sie mit verblüffenden Geschichten und schlüssigen Argumenten – witzig, durchdacht und scharfsinnig.

Am Ende wundert man sich, warum so viele glückshungrige Menschen so lange auf so viel ›Glücksschrott‹ hereinfallen konnten.

 

Produktinformation:

Gebundene Ausgabe mit 192 Seiten 17,99€, Taschenbuch 10,00€, Kindle Edition 8,99€, Hörbuch mit 5 Stunden und 20 Minuten Hördauer 12,99€ oder 9,95€ im Audible-Abo.

Veröffentlichung am 12. Oktober 2015

 

Rezension:

Ich kenne den Autor bereits aus anderen Veröffentlichungen, wie z.B. aus "Irre! Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen" oder "Bluff! Die Fälschung der Welt". Beide Werke haben mir sehr gut gefallen und so war es auch mit diesem Ratgeber.

Manfred Lütz ist als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie in Köln tätig, er weiß also, wovon er spricht und bekommt die Themen, über die er schreibt, hautnah mit, das merkt man auch in seinen Büchern, mit denen er zum Nachdenken anregt.

 

Das Thema Glück wird hier eher philosophisch als wissenschaftlich behandelt, was mir jedoch sehr gut gefallen hat, denn die Fakten kann man sich auch aus dem Internet ziehen. Wie in den anderen Büchern auch geht Manfred Lütz mit dem Leser in eine Art Dialog und regt damit wie üblich die Gedanken an. Einige bekannte Philosophen kommen zur Sprache, darunter Platon, Aristoteles und Jaspers, aber auch modernere Menschen wie ein altes Mütterchen und die Tante Claire des Autoren.

 

Der Ratgeber ist grob in zwei Hälften zu unterteilen. Die erste Hälfte gibt eine Einführung in die geschichtliche Philosophie bis heute, die zweite Hälfte beschäftigt sich dann damit, wie man denn glücklich werden kann. Hier findet man jedoch keine Anleitung, sondern der Autor regt zum Mitdenken an, er will, dass der Leser versteht, dass es zum Glücklichsein keine Anleitung gibt. Um glücklich zu sein ist es nötig, an seiner inneren Einstellung zu arbeiten, und da stimme ich dem Autor völlig zu.

 

Der Schreibstil ist wie gewohnt leicht verständlich, flüssig und humorvoll. In meinen Augen gibt es hier keine unnötige Längen, im Gegenteil - ich habe viel dazu gelernt.

 

Fazit:

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich empfehle es jedem gerne weiter, der sich philosophisch mit dem Thema Glück auseinander setzen möchte.

Rezension: Die Spiegelstadt: Passage Trilogie 3 von Justin Cronin

Erster Absatz:

"Der Boden unter ihrer Klinge war nachgiebig und setzte den schwarzen Geruch von Erde frei. Die Luft war heiß und feucht und in den Bäumen sangen Vögel. Sie kauerte auf Händen und Knien, stach in die Erde und stocherte sie auf. Handvoll für Handvoll schaufelte sie beiseite. Die Schwäche hatte nachgelassen, aber sie war nicht weg. Ihr Körper fühlte sich wacklig an, desorientiert und ausgelaugt. Da war Schmerz und da war die Erinnerung an Schmerz. Drei Tage waren vergangen, oder waren es vier? Schweißperlen glänzten auf ihrem Gesicht, und als sie sich die Lippen leckte, schmeckte sie Salz. Sie grub und grub. Der Schweiß lief in Rinnsalen an ihr herab und tropfte auf die Erde. Alles geht dorthin, dachte Alicia. Am Ende. Alles geht in die Erde.

 

Klappentext:

Die Zwölf – Wesen der Dunkelheit, Todfeinde der Menschen – sind vernichtet, ihre Schreckensherrschaft ist vorüber. Die Überlebenden wagen sich aus ihrer ummauerten Zuflucht. Auf den Ruinen ihrer alten Welt wollen sie eine neue, eine bessere Gesellschaft aufbauen. Doch in einer fernen, verlassenen Stadt lauert der Eine: Zero. Vater der Zwölf, Träger des Virus. Erfüllt von Rachedurst will er die Menschheit endgültig auslöschen. Nur Amy vermag ihn jetzt noch aufzuhalten: das Mädchen aus dem Nirgendwo, das schon einmal das Schicksal der Menschen bestimmt hat. Und so treten sie und ihre Freunde an zum letzten großen Kampf zwischen Licht und Dunkelheit ...

 

Produktinformation:

Gebundene Ausgabe mit 942 Seiten 24,99€, Taschenbuch 12,00€, Kindle Edition 9,99€, Hörbuch mit 28 Stunden und 54 Minuten Hördauer 37,19€ oder 9,95€ im Audible-Abo.

 

Rezension:

Nachdem ich die Vorgänger "Der Übergang" und "Die Zwölf" bereits gelesen und für gut befunden hatte, musste natürlich "Die Spiegelstadt" nachziehen. Ich habe es nicht bereut, die Reihe beendet zu haben, denn tatsächlich war der dritte Band für mich der Beste.

 

Bei solche starken Büchern sitze ich immer lange an einer Rezension, denn es fällt mir schwer, für derart gute Werke die richtigen Worte zu finden. Ich will es jedoch versuchen. Zunächst einmal kann ich sagen, dass ich keine Probleme hatte, einen Wiedereinstieg in die Gesamtgeschichte zu finden, ob wohl die Lektüre des zweiten Bandes bereits vier Jahre her ist. Das ist immer ein gutes Zeichen, denn es bedeutet, dass mir die Handlung und Ereignisse im Kopf geblieben sind und nicht vergessen wurden.

 

Im finalen Band wieder auf die Figuren zu stoßen, die bereits in den vorherigen Bänden eine Rolle gespielt haben, fühlt sich an, wie alte Freunde wieder zu treffen, die man lange nicht gesehen hat. Ich hatte deswegen keinerlei Probleme, mich wieder in die Charaktere hineinzufühlen und könnte mich daher wieder wunderbar in die Ereignisse fallen und mich von der Geschichte tragen lassen.

 

Justin Cronin hat einen sehr bildhaften, ja fast malerischen Schreibstil, der die Figuren und Szenen vor meinen Augen wie einen Film auftauchen lassen. Die Erzählperspektive durch den Erzähler trägt ebenfalls dazu bei, dass man alles vor sich sieht, weil man genügend Informationen dazu bekommt.

 

Zu Beginn des Buches spielt die Geschichte in der Vergangenheit, und zwar an dem Punkt, als die Zwölf vernichtet wurden. Dann springt die Zeit zwanzig Jahre nach vorne in die Zukunft, dort wiegt der Autor die Figuren und den Leser in Sicherheit, da kein Viral weit und breit auftaucht. Ob es dabei bleibt, verrate ich an dieser Stelle nicht. Die Spannungskurve hebt sich dann später langsam, aber konstant und ich hatte wie bei einem Horrorfilm, wenn die schlimmer Musik kommt, so das Gefühl, dass etwas passieren wird, was nicht gerade zu einer Idylle beiträgt. 

 

Alles in allem hat sich Justin Cronin meiner Meinung nach mit seinem Finale hier selbst übertroffen, ich hätte mir es nicht besser ausmalen können. Wer die ersten Bände gelesen hat, muss auch unbedingt den letzten Band lesen, um zu wissen, ob Amy den überlebenden Vater der Zwölf aufhalten kann.

 

Fazit:

Ich bin sehr traurig, dass die Trilogie nun beendet ist und kann sie jedem, auch Genreanfängern, mit guten Gewissen empfehlen. Ihr werdet sie mögen.

 

 

Rezension: Immer wenn du tötest von B. C. Schiller

Erster Absatz:

"Alle müssen sterben.

Die beiden jungen Frauen können sich kaum auf den Beinen halten, als sie aus dem Lieferwagen stolpern. Noch immer tropft Blut aus ihren notdürftig verbundenen Handgelenken. Der junge Mann blickt apathisch umher, eher er aussteigt. In seinem rechten Unterarm steckt ein langer Schlauch, der mit Tape auf der Haut fixiert ist. Das blutverschmierte Ende baumelt im Wind."

 

Klappentext:

In einem stillgelegten Schlachthaus findet die Berliner Polizei die Leichen von drei jungen Menschen, allesamt blond und blauäugig. Ihre Körper sind bizarr in Szene gesetzt und enthalten fast keinen Tropfen Blut mehr. Der Verdacht fällt auf Freya von Rittberg, eine exzentrische Künstlerin, die mit dem Blut ihrer Fans Gemälde malt und gefährliche Mut-Challenges veranstaltet. Ihre Vorfahren haben eine dunkle NS-Vergangenheit, die bis in die Gegenwart reicht, und deshalb scheint jemand in der Regierung eine schützende Hand über Freya zu halten. Das BKA sieht sich gezwungen, seine beste Undercover-Ermittlerin einzuschleusen: Targa Hendricks heuert bei Freya als Bodyguard an. Sie verspürt keine Angst und hat nichts zu verlieren – bis Freya die einzige Schwäche von Targa entdeckt ...

 

Produktinformation:

Taschenbuch mit 400 Seiten 10,00€, Kindle Edition 3,99€, Audio-CD 14,95€.

Veröffentlichung am 14. Mai im Penguin Verlag.

 

Rezension:

Ich habe bereits den ersten Fall von Undercover-Ermittlerin Targa Hendricks gelesen und geliebt, weil die Protagonistin ein besonderer Mensch ist und ich sie gerne begleitet habe. So war es auch bei diesem Band, ich habe mich wieder sehr gut unterhalten gefühlt.

 

Hier hat mir besonders gut gefallen, dass mit der Ermittlerin Targa und der Künstlerin Freya zwei Frauen aufeinander treffen, die sich ziemlich ebenbürtig sind. Das hat für mich den Hauptreiz ausgemacht. Für mich war lange nicht klar, wer am Ende besser dastehen wird. Beide sind stur und eigenwillig, was für eine Menge Reibungspotenzial sorgt. Wie im ersten Band will Targa noch immer ihren Vater finden, um ihn endlich töten zu können. Auch unter ihren Zwängen leidet sie noch und ihre Kommunikation mit anderen Menschen ist noch immer kaum vorhanden. Umso erstaunlicher finde ich, wie sie den Fall angeht. Ich halte sie daher trotz ihren Einschränkungen, oder gerade deswegen, für eine sehr starke Frau, denn hier ist eine deutlich positive Entwicklung zu merken, was mich sehr gefreut hat.

 

Die Handlung der Geschichte ist dermaßen fesselnd, dass man sich ihr kaum entziehen kann, deswegen habe ich auch den Thriller fast in einem Rutsch durchgelesen. Der Schreibstil des Autorenduos ist gewohnt fesselnd, das muss man erstmal leisten können, wenn man bedenkt, dass man die Täterin zu Beginn schon kennenlernt. Die Ereignisse sind actiongeladen und das Erzähltempo hoch. So wünsche ich mir einen Thriller, hier stimmt das Gesamtpaket, ich habe rein gar nichts auzusetzen.

 

Fazit:

So muss ein Thriller sein, daher möchte ich ihn jedem Genreliebhaber raten, Targa Hendricks bei ihrem neuen Fall zu begleiten.

 

 

 

 

Rezension: Der Höllenkönig von James Abbott

Erster Absatz:

"Kleidet Euch wie Tiere! Verhaltet Euch wie Tiere! Beim Donner der Göttin, dachte Jorund. Redet sogar wie Tiere. Nur mit Barbarei ließ sich Barbarei bekämpfen."

 

Klappentext:

Am Gipfel eines verschneiten Berges gelegen, inmitten einer todbringenden Einöde, liegt die Höllenfeste – ein unmenschliches Gefängnis, in dem die schlimmsten Verbrecher der Welt in lebenslanger Haft eingekerkert sind. Doch es sind nicht die Wachen, die die Macht über das Gefängnis in den Händen halten. Es ist der geheimnisvolle Höllenkönig, der die rivalisierenden Häftlinge kontrolliert. Was niemand weiß: Höllenkönig Xavier ist der einzige Verbrecher, der sich freiwillig in Ketten legen ließ. Welches entsetzliche Geheimnis hütet er – und was steht in der geheimen Botschaft, die den Höllenkönig plötzlich seine Ketten sprengen lässt? 

 

Produktinformation:

Broschierte Ausgabe mit 608 Seiten 16,00€, Kindle Edition 12,99€. Hörbuch mit 16 Sunden und 27 Minuten Hördauer 27,88€ oder 9,95€ im Audible-Abo.

 

Rezension:

Ich gebe es zu, hier hat mich zuerst das Cover stark angezogen, denn es sagt alles aus, was man über die Geschichte wissen muss, finde ich. Es spiegelt die Grausamkeit des Gefängnisses wieder und gibt einen tollen Vorgeschmack auf die Hauptfigur.

 

Die Geschichte des Romanes ist im Genre der Fantasy Zuhause. Es gibt Hexen, die bestimmte Zauber "weben" können, die Junghexe Elysia geht gekonnt mit Pfeil und Bogen um, was mir sehr gut gefallen hat. Sie ist schlau und merkt daher, dass für die Hexen eine schwierige Zeit anbricht. Der Protagonist ist jedoch der "Höllenkönig", dem mithilfe einiger anderer Figuren die Flucht gelingt. er ist anders wie ich es erwartet habe, ein totaler Sympathieträger, was mich sehr gefreut hat. Auch die übrigen Figuren sind sehr interessant, jeder ist auf seine Art und Weise etwas ganz besonderes.

 

Der Schreibstil von James Abbott ist wie in diesem Genre üblich sehr ausführlich, was mir sehr gut gefallen hat, da das Setting so spannend war und ich mich so komplett fallen lassen konnte, weil ich die Bilder vor Augen hatte. Ich hätte mir lediglich ein bisschen mehr Emotionen gewünscht, um den Figuren etwas näher zu kommen, aber ich habe die Geschichte trotzdem sehr gerne gelesen.

 

Die Handlung ist zwar erstmal in sich abgeschlossen, aber aufgrund des Schlusses könnte ich mir vorstellen, dass es irgendwann einen Folgeband geben wird. Die Geschichte hat mir gut gefallen, lediglich die Flucht aus dem Gefängnis fand ich ein bisschen zu einfach gestaltet, dafür, dass der Höllenkönig sich in Ketten hat legen lassen und die Höllenfeste so ausbruchsicher sein soll. Aber das ist Geschmackssache.

 

Fazit:

Der Roman hat mich sehr gut unterhalten und ich empfehle ihn daher gerne weiter.

Rezension: Es geschah in dunkler Nacht von Jane Shemilt

Auszug:

"Innerhalb weniger Sekunden sehe ich, dass alle Lichter im Haus brennen und sich der Schein von Taschenlampen ruckartig über den Rasen bewegen. Adams Rufe sind zu hören, sie klingen wie das scharfe Bellen eines gepeinigten Tiers. Er ist drüben bei den Bäumen. Als ich losstürze, wendet er mir das Gesicht zu. Es schimmert weiß in der Dämmerung. Zoe steht im Haus an der Wand und weint still vor sich hin. Sie ist es also nicht. Alice kauert in der Ecke. Als sie mich sieht, erhebt sie sich mit fließenden Bewegungen. Sie ist es also auch nicht.

Dann habe ich begriffen."

Seiten 8 und 9

 

Klappentext:

Die Ärztin Emma begleitet ihren Ehemann Adam mit den gemeinsamen Kindern Alice, Zoë und Sam für ein Jahr nach Botswana, wo Adam an einem Forschungsprojekt arbeiten soll. Das vermeintliche Abenteuer ihres Lebens entpuppt sich jedoch als Albtraum, denn eines Abends verschwindet Sam spurlos. Die verzweifelte Suche nach ihm bleibt erfolglos, und die ganze Familie droht daran zu zerbrechen. Schließlich kehren sie zurück nach England. Doch es scheint unmöglich, in ihren Alltag zurückzukehren. Denn auch ein Jahr nach Sams Verschwinden plagt Emma die Ungewissheit. Was geschah damals wirklich in Afrika?

 

Produktinformation:

Broschierte Ausgabe mit 384 Seiten 15,00€, Kindle Edition 11,99€.

Veröffentlichung 23. April 2018 durch den blanvalet Verlag.

 

Rezension: 

Cover und Klappentext passen hier hervorragend zusammen, das Bild des afrikanischen Elefanten, der an dem Mobile baumelt, sagt ebenso viel über die Geschichte aus als die kurze Zusammenfassung. Großartige Leistung vom Verlag.

 

Auch die Geschichte an sich ist toll gelungen. Der Leser erfährt in der Geschichte, was sich genau im Haus bei der Familie abgespielt hat, denn auch ein Jahr nach dem Verschwinden weiß die Familie immer noch nicht, was wirklich an dem Abend geschehen ist. Dass die Familie über alle Maßen dadurch strapaziert wird, kann man sich denken. Eine solche Situation wünscht man wirklich keinem. So kehrt die Familie nach Botswana zurück.

 

Aber nicht nur die Handlung ist spannend, sondern der Schreibstil ist es auch. Gefühlt fliegt man über die Seiten, Die fesselnde Art und Weise, wie die Autorin die Geschichte erzählt, ist genau richtig für die Ereignisse.

 

Die Figuren der Geschichte mochte ich eigentlich gerne, nur mit Emma hatte ich manchmal so meine Probleme. Ihre Handlungen konnte ich nicht immer nachvollziehen, aber man muss natürlich bedenken, dass sich die Eltern nach einem solchen Erlebnis im Ausnahmezustand befinden. Das wird hier nicht nur durch die Eltern, sondern auch durch die Kinder, sehr realistisch dargestellt. 

 

Afrika als Setting der Geschichte kommt nicht zu kurz, die Umgebung, mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt wird sehr bildhaft beschrieben, aber auch der Menschenschlag und die Lebensweise der Einwohner kommen nicht zu kurz. Es lohnt sich also zuzugreifen, wenn man Afrika mag. Aber auch für (Noch)Nicht-Liebhaber ist der Handlungsort etwas besonderes. 

 

Fazit:

Eine mitreißendende Familientragödie mit einem tollen Setting und einem unerwartetem Ende.

Rezension: Pendulum von Adam Hamdy

Auszug:

"Als John Wallace das Brennen in seinem Hals spürte, wusste er sofort, dass er sich übergeben hatte. Er öffnete die Augen, doch es war immer noch dunkel. Seine Lider verdrehten sich, und die Wimpern klappten nach innen, als sie gegen die Augenbinde drückten. Sein Herz raste; erfüllt von nackter Panik schlug es wie ein Presslufthammer. Er kannte die Anzeichen einer Panikattacke, aber diesmal fühlte es sich anders an, diesmal spielte ihm seine Psyche keinen Streich. Dieses Gefühl war äußerst real. Als er versuchte, seine Arme zu bewegen, spürte er die Fesseln an seinen Handgelenken."

Seite 1

 

Klappentext:

John Wallace erwacht und fühlt sich benommen. Orientierungslos schaut er sich in seiner Wohnung um. Und plötzlich wird ihm klar, dass jemand eine Schlinge um seinen Hals gelegt hat. Ein maskierter Mann trachtet nach seinem Leben. Als er den Stuhl unter Johns Füßen wegreißt, zieht sich die Schlinge zu. Johns letzte Minuten scheinen endlos. Hätte er bloß noch eine Chance! Wie durch ein Wunder wird ihm diese gewährt, und er kann sich durch einen Sprung aus dem Fenster retten. Doch niemand will ihm seine Geschichte glauben. Nicht einmal, als der Täter zurückkehrt.

 

Produktinformation:

Taschenbuch mit 608 Seiten 9,99€, Kindle Edition 9,99€. 

Veröffentlichung am 10. April 2018 durch den Heyne Verlag.

 

Rezension:

Ich bin so dankbar, dass ich auf diesen Thriller gestoßen bin, denn so muss ein Thriller sein. Packend von Anfang bis Ende, mit interessanten Figuren, die man gerne begleitet. In meinen Augen eine Meisterleistung, vor der ich gerne meinen virtuellen Hut ziehe.

 

Der Auszug ist direkt von Seite eins des Thrillers, und so packend setzt sich der Schreibstil durch das ganze Buch fort. Ich konnte leider aus Zeitgründen nicht so viel am Stück lesen, wie ich wollte, dafür war die Rückkehr zur Geschichte immer ein Genuss. Auf vielen Büchern ist vorne der Begriff "Triller" aufgedruckt, aber die Geschichten lesen sich oft wie ein lahmer Krimi. Doch hier war alles anders, hier hat alles gepasst.

 

Die Geschichte spielt in mehreren Ländern und wird durch mehrere Figuren erzählt. Trotzdem verliert der Autor nie den roten Faden und der Leser weiß immer, woran er ist. Es gab weder unnötige Längen, die nichts für die Geschichte getan haben. Im Gegenteil, der Spannungsbogen war konstant hoch und das Erzähltempo schnell. Oft habe ich mich wie bei einem spannenden Action- bzw. Horrorfilm gefühlt, bei dem es keine lästigen Werbepausen gibt. 

 

Ich kann leider nicht so viel erzählen, wie ich gerne möchte, denn sonst würde ich spoilern, deswegen lasse ich das schweren Herzens. 

 

Fazit:

Für Thrillerfans ein Muss und ein großartiger Auftakt der Reihe um John Wallace.

Rezension: Das Geheimnis der Schwimmerin von Erika Swyler

Auszug:

"Sie küsste ihre Tochter auf die Wange und drückte mir ihre Lippen oben auf den Kopf. Sie winkte zum Abschied, lächelte, und ich dachte, sie ginge zur Arbeit. Wie konnte ich wissen, dass es ein Abschied für immer war? In kleinen Wörtern liegen oft große Dinge. Als sie mich an jenem Morgen ansah, wusste sie, ich würde mich um Enola kümmern. Sie wusste, wir würden ihr nicht folgen. Es war ihre Gelegenheit, zu gehen."

Seite 13

 

Klappentext:

Simon Watson lebt allein in einem verwitterten Haus an der Küste Long Islands. Eines Tages findet er ein altes Buch auf seiner Türschwelle, das ihn sofort in seinen Bann zieht. Die brüchigen Seiten erzählen von einer großen Liebe, vom dramatischen Tod einer Schwimmerin und vom tragischen Schicksal einer ganzen Familie – Simons eigener Familie. Denn wie es scheint, finden die Watson-Frauen seit 250 Jahren im Wasser den Tod – immer am 24. Juli. Auch Simons Mutter ertrank in den Fluten des Atlantiks. Als nun seine Schwester Enola zu Besuch kommt, scheint sie seltsam verändert – und der 24. Juli steht unmittelbar bevor …

 

Produktinformation:

Gebundene Ausgabe mit 448 Seiten 19,99€, Taschenbuch 10,99€, Kindle Edition 9,99€, Hörbuch mit 7 Stunden und 50 Minuten 12,99€, Audio-CD 16,49€.

Veröffentlichung Taschenbuch am 15. April 2018 durch den blanvalet Verlag.

 

Rezension:

Durch den Klappentext mit dem passenden Cover bin ich auf die Geschichte aufmerksam geworden. Ich habe mir eine mystische Familiengeschichte erhofft und sie auch bekommen.

 

Das Schicksal war Simon nicht sonderlich gnädig. Er hat seine früh Mutter verloren, die sich im Meer das Leben genommen hat, außerdem lebt er alleine und verliert er seinen Job als Bibiliothekar, den er sehr gerne ausgeübt hat. Seine Neugierde, was Bücher und Geschichten anbelangt, wird sehrt deutlich, als er in dem Buch versinkt, dass eines Tages auf seiner Türschwelle liegt. Das hat ihn sehr sympathisch gemacht, denn auch ich wäre der Sache auf den Grund gegangen. Und wen hätte ein solches Buch nicht ebenfalls gepackt? Aber mehr will ich hier nicht verraten.

 

Die Geschichte wird durch Simons Sicht erzählt, auf eine passende, männliche, nüchterne Erzählweise. Der Stil kommt ohne gefühlvolle und nette Formulierungen aus und doch hat mich die Schreibweise mit ihren kurzen, präzisen Sätzen total begeistern können. Die zwei Zeiteben runden das Gesamtpaket ab.

 

Die Mystik in der Geschichte wird durch den Okkultismus und die Geschichte der Tarot-Karten beigemischt. Auch das Zirkusflair mochte ich sehr gerne. Das rauhe Setting der Küste mit seiner salzhaltigen Meeresbrise steuert noch mehr Atmosphäre bei und macht die Geschichte zu etwas, dem man sich nicht entziehen kann.

 

Fazit:

Ein großartiger Debütroman, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Rezension: Das Leben schmeckt nach Erdbeereis von Tamara Mataya

Auszug:

"Da steht der beste Freund meines Bruders, Blake Blödmann Wilde.

Ich bin immer noch in ihn verliebt.

Ich stehe hier oben ohne.

Und er starrt auf meine Brüste.

Ich bedecke sie mit meinen Händen und wirble herum, um wegzurennen, aber die Aktion geht in die Hose, weil Sand leider keine gute Grundlage für einen schnellen Fluchtversuch ist. Ich probiere, eine gekrümmte Haltung einzunehmen und so Dekolleté und Unterleib gleichzeitig zu verbergen, übertreibe es aber dabei. Salzwasser spritzt mir ins Gesicht und dringt mir in die Nase."

Seite 39

 

Klappentext:

Melanie ist gestresst, vor allem weil ihr neuer Chef ihre Handynummer auf der Kurzwahltaste hat. Und er hat kein Problem damit, von dieser Taste Gebrauch zu machen. Also beschließt sie, eine Auszeit zu nehmen. Auf einer Website entdeckt sie die perfekte Anzeige und tauscht für einen Sommer ihr Apartment in New York City gegen eines in Miami. Was sie nicht weiß, mit der neuen Wohnung kommt auch neuer Mut. Plötzlich ist Melanie waghalsig und sexy. Und das bekommt vor allem Blake zu spüren, als er plötzlich vor ihrer Tür auftaucht. Der beste Freund ihres Bruders war bisher immer tabu für sie. Doch in Miami laufen die Dinge etwas anders …

 

Produktinformation:

Das Taschenbuch mit 368 Seiten kostet 10,00€, die Kindle Edition 8,99€.

Veröffentlichung am 10. April 2018 durch den Heyne Verlag.

 

Rezension:

Dieser Roman war einer meiner wenigen Coverkäufe, leider habe ich wieder mal erfahren müssen, dass man Kaufentscheidungen nicht auf diese Weise treffen sollte. Die Geschichte konnte mich leider gar nicht begeistern und hat mich eher gelangweilt und einige Dinge haben mich gestört.

 

Das erste, was ich nicht gut fand, war, dass Blake, der Love Interest der Geschichte mega sexy war und einen vollkommenen, makellosen Körper hatte. Ich kann sehr wohl verstehen, dass man sich als Leser mit einer solchen Geschichte unterhalten und vielleicht weg träumen möchte. Aber keine Frau, die ich kenne, steht auf aalglatte Katalogmänner, die nicht den geringsten Wiedererkennungswert haben.

 

Melanie hatte als Figur mit ihrer Kontrollsucht als Macke einen guten Einstieg, ich fand sie auch sympathisch, aber alles das ist spätestens auf Seite 100 verflogen, als die beiden natürlich zur Sache kommen. Sie können sich ihr ganzes Leben nicht leiden, trotz, dass Melanie heimlich in ihn verliebt ist, aber plötzlich ist alles anders? Das war mir leider nicht glaubwürdig genug dargestellt. Auch sonst kommen keine Spannung und unerwartete Ereignisse dazu, die Story plätschert so vor sich hin. 

 

Der Schreibstil an sich war klasse. Sehr modern, witzig und flüssig zu lesen. Sie kann zwar hier und da Romantik und schöne Gefühle wecken, aber leider verpufft das durch die Ereignisse und das Abdriften in einen Erotikroman. Das hat die Autorin in "Manche Tage muss man einfach zuckern" deutlich besser hinbekommen. Einige Figuren aus diesem Roman werden übrigens in dieser Geschichte erwähnt, was mich sehr gefreut hat, aber leider hat das die Geschichte nicht retten können.

 

Fazit:

Wer einen leichten Erotikroman für den Strand sucht, ist hier vielleicht gut beraten, ansonsten kann ich die Geschichte leider nicht empfehlen.

Rezension: Du in meinem Herzen von Angela Pisel

Auszug:

"Alles in allem kam ich mit dem ständigen Wachpersonal besser zurecht, als so manch andere im Trakt. Jada saß vermutlich mit um die Knie gewickelten Arme da und wiegte sich vor und zurück wie eine aus der Psychiatrischen. Sie hat mir einmal erzählt, dass sie als Kind nie wusste, wer ihr "Daddy" sein würde, wenn sie morgens aufwachte. Ich stellte mir die vierjährige Jada vor, wie sie im Schlafanzug um die Ecke lugte, um die Lage zu peilen, und betete, dass der neue Mann am Frühstückstisch nett sein würde."

Seite 8

 

Klappentext:

11 Jahre, 5 Monate und 27 Tage ist es her, dass Grace Bradshaw zuletzt die Stimme ihrer Tochter Sophie gehört hat. Und nun bleibt ihr nur noch wenig Zeit, denn der Staat South Carolina hat das Datum festgelegt, an dem die Todesstrafe an Grace vollzogen werden soll. Doch Sophie hat alle Brücken hinter sich abgebrochen, nicht einmal ihr Mann weiß, wer ihre Mutter ist und welche schreckliche Tat Grace zur Last gelegt wird. Als Graces Anwalt Sophie schließlich findet, muss sie sich entscheiden. Soll sie weiter eine Lüge leben – oder riskiert sie alles, um die Frau wiederzusehen, der einmal ihre ganze Liebe gehört hat?

 

Produktinformation:

Taschenbuch mit 448 Seiten 10,00€, Kindle Edition 8,99€.

Veröffentlichung am 21. August 2017 durch den Goldmann Verlag.

 

Rezension:

Ich bin so froh, dass ich mir den Klappentext des Romanes um Grace und Sophie durchgelesen habe, denn er hat mich dazu bewogen, dieses Buch lesen zu wollen. Er hat mir eine dramatische Geschichte über eine komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung versprochen und genau das habe ich auch bekommen. Mehr als einmal habe ich bei der Lektüre geweint, denn dieses Buch ist etwas ganz besonderes.

 

Die Geschichte wird durch zwei Perspektiven auf zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt. Ich habe zum einen Grace begleitet, die im Todestrakt eines Gefängnisses auf ihre Hinrichtung wartet. Sie soll etwas schlimmes getan haben, doch Grace beteuert, nichts mit dem Ereignis zu tun zu haben. Nur noch der Gouverneur kann sie noch vor der Todesspritze bewahren. Als zweites habe ich Sophie, Graces Tochter, in Echtzeit begleitet, außerdem gibt es kleine Rückblicke in deren Kindheit. Ich mag diese Erzählform immer sehr, denn als Leser bekommt man so einen ausführlichen Blick auf die Ereignisse und kann die Handlungen der Protagonisten und ihre Gedanken gut nachvollziehen.

 

Was mir am Erzählstil noch gefallen hat, ist, dass die Autorin nicht verrät, ob sie pro oder contra Todesstrafe ist. Manchmal manipulieren Autoren ihre Leser durch gewisse Ereignisse und Handlungen der Figuren, das war aber hier nicht der Fall. Dadurch konnte ich mir ganz in Ruhe meine eigene Meinung bilden.

Auch der Schreibstil von Angela Pisel ist großartig, denn sie schreibt dramatisch und gefühlvoll ohne dabei kitschig zu sein. Damit hat sie mich komplett packen und mitreißen können.

 

Ich wünsche mir, dass dieses Buch mehr Aufmerksamkeit bekommt, denn die Geschichte ist einmalig. Das Ende hat mich sehr überrascht, obwohl man sich das eigentlich hätte denken können. Aber mehr möchte ich hier nicht verraten.

 

Fazit:

Eine absolute Empfehlung für jeden Leser, der dramatische Geschichten mag. 

Rezension: Iron Flowers - Die Rebellinnen von Tracy Banghart

Auszug:

"Sie hatte immer gedacht, es hätte keinen Sinn, sich zu wehren, dass nichts Gutes dabei herauskommen würde. Aber Nomi hatte richtig daran getan, sich zu widersetzen. Es war die Mühe und all die Risiken wert. Ihre Gegenwehr könnte die ganze Welt verändern. Nein. Sie würde die ganze Welt verändern. Dafür würde Serina sorgen."

 

Klappentext:

Sie sind Schwestern, könnten unterschiedlicher nicht sein und sind dennoch unzertrennlich. Nomi ist wild und unerschrocken, Serina schön und anmutig. Und sie ist fest entschlossen, vom Thronfolger zu seiner Grace auserwählt zu werden, und ihr von Armut und Unterdrückung geprägtes Leben gegen eines im prunkvollen Regentenpalast einzutauschen. Doch am Tag der Auswahl kommt alles anders: Die Schwestern werden auseinander gerissen – und ein grauenhaftes Schicksal erwartet sie, auf das sie niemand vorbereitet hat.

 

Produktinformation:

Gebundene Ausgabe mit 384 Seiten 16,99€, Kindle Edition 14,99€, Audio-CD 15,95€.

Veröffentlicht am 25. April 2018 durch den FISCHER Sauerländer Verlag.

 

Rezension:

Normalerweise warte ich bei gehypten Büchern einige Rezensionen auf YouTube ab, aber hier hat mich die Geschichte neugierig gemacht, deshalb habe ich das Ebook als Leseexemplar über Netgalley angefragt. Zu Anfang war ich ein wenig genervt, weil vieles sich nicht wie eine eigene Geschichte angefühlt hat, sondern ein Abklatsch von Selection und Die Tribute von Panem. Später, ich glaube so ungefähr bei der Hälfte hat sich das aber geändert und es wurde eine komplett eigene Geschichte.

 

Die Basis bildet hier die Geschichte der zwei Schwestern Nomi und Serina. Die beiden sind komplett verschieden, denn Serina weiß sich unterzuordnen und Nomi macht genau das Gegenteil. Wann immer die die Gelegenheit dazu hat, handelt sie impulsiv und sagt, was sie denkt. Das sorgt für Schwierigkeiten und die Trennung der beiden Geschwister. Beide machen im Lauf der Geschichte eine unglaubliche Entwicklung durch und lernen, ihre Schwächen zu kontrollieren und Stärke zu zeigen. Da mir die Figuren in einer Geschichte sehr wichtig sind, war ich hier voll zufrieden.

 

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus den Perspektiven von Nomi und Serina. Das hat mir sehr gut gefallen, weil wir so die Ereignisse der beiden verschiedenen Orte kennen lernen, an denen die Geschichte spielt, aber auch einen ausführlichen Einblick in die Gedanken und Gefühle der beiden jungen Frauen bekommen. Der Spannungsbogen verlief zu Anfang für mich ein wenig zu niedrig, aber wie gesagt, spätestens zur Hälfte steigt er rasant nach oben und nimmt dann auch nicht wieder ab. Es gibt so einige Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet habe, auch das Ende habe ich so nicht kommen gesehen. Ich kann allen Lesern, denen es zu Anfang genauso geht wie mir nur raten, durchzuhalten, die Geschichte entfaltet ihr volles Potenzial ein wenig später, dafür aber ordentlich. Ich war nach der Lektüre wirklich geflasht und musste mich sofort mit meiner Lesepartnerin ausführlich über Whatsapp austauschen. Das Buch hat mich komplett mitgenommen und das schätze ich sehr an der Geschichte.

 

 

Auch das Worldbuilding der Geschichte fand ich großartig, denn Viridia ist grausam und das aus einem bestimmten Grund, den der Leser im Laufe der Geschichte erfährt. Die Stadt wird alleine von den Männern regiert, Frauen haben nichts zu sagen. Im Gegenteil - sie müssen als sogenannte Graces, wenn sie denn ausgewählt werden, dem Prinzen, der Thronfolger werden soll, als Unterhaltungsobjekte und Liebhaberinnen dienen, außerdem sollen sie natürlich die Thronfolger zur Welt bringen. Dann gibt es noch eine zweite Örtlichkeit, die ich aber leider nicht nennen kann, weil ich damit spoilern würde. Auch diese ist sehr gut ausgearbeitet und trotz ihrer Grausamkeit irgendwie faszinierend.

 

Fazit:

Nach dem etwas langweiligem Anfang habe ich die Geschichte sehr gerne gelesen und werde die Reihe weiter verfolgen. Wer Dystopien mag, ist hier sicherlich gut bedient.

Rezension: Polarlichter und Grizzlybären von Marie Hoehne

Auszug:

"Die Landschaft, die sich vor ihnen auftat, war einfach nur atemberaubend. Ihre Strecke führte sie an riesigen Waldarealen vorbei, in der Ferne leuchteten die Berge und Hannah konnte am Horizont sogar einige der berühmten Gletscher erkennen. Überall strömten Flüsse durch die Natur und kleine Seen schimmerten im Licht der Sonne, die an diesem Morgen außergewöhnlich warm auf sie herab schien."

Seite 88

 

Klappentext:

Als Hannah für ihren ersten richtigen Job als Reiseredakteurin ausgerechnet in Alaska landet, hält sich ihre Freude darüber erst einmal in Grenzen. Statt Broadway und Freiheitsstatue warten auf sie Bären, Wildnis und ein wortkarger Typ namens Ryan, der alles andere als freundlich zu ihr ist.

Als dann jedoch mit einem Mal ihre ganze Reportage zu platzen droht, ist es ausgerechnet Ryan, der sich ihrer annimmt, und Hannah mit einer Welt bekannt macht, die sie immer stärker in ihren Bann zieht.

 

Produktinformation:

Taschenbuch mit 200 Seiten 7,99€, Kindle Edition 1,99€.

Veröffentlicht am 1. Mai 2017 im Selfpublishing über epubli.

 

Rezension:

Ich habe das Taschenbuch erst kürzlich im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks gewonnen und beim Anlesen gemerkt, dass ich die Geschichte bereits letztes Jahr schon einmal gelesen hatte. Da mir der Roman aber so gut gefallen hatte, habe ich ihn gerne noch einmal gelesen. Und wieder hat mir die Lektüre viel Spaß gemacht.

 

Das liegt zum einen natürlich an dem wundervollen Setting. Ich mag die rauhe Landschaft Alaskas sehr und habe mich in der Geschichte deswegen wie Zuhause gefühlt. Nach der Lektüre habe ich mich wegen der wundervollen Landschaftsbeschreibungen genau wie damals mit Alaska beschäftigt und herausgefunden, dass fünfzehn Prozent der Einwohner dort deutscher Abstammung sind. Das ist die größte Bevölkerungsgruppe. Interessant, nicht?

 

Der bildhafte und lebendige Schreibstil, der gerade die landschaftlichen Szenen hervorhebt, gefiel mir auch ebenso gut wie damals. Ich konnte mich daher wieder gut in die Geschichte fallen lassen und habe alles um mich herum vergessen. Ich bin wieder nur so über die Seiten geflogen und war traurig, als die Geschichte zu ende war.

 

Der anfängliche Schlagabtausch zwischen Hannah und Ryan ist sehr amüsant. Ryan stellt von den beiden zu Anfang den unfreundlichen Part, das ändert sich aber schnell, als er merkt, das Hannah sich von den Gegebenheiten nicht ablenken lässt und ihre Arbeit durchzieht. 

 

Fazit:

Eine absolute Wohlfühlgeschichte und tolle Möglichkeit, dem Alltag zu entfliehen.

Rezension: The woman in the window von A. J. Finn

Auszug:

"Manchmal, wenn der Himmel tief hängt, stelle ich mir vor, ich säße irgendwo da oben in einem Flugzeug oder auf einer Wolke und hätte die ganzen Inseln im Blick: die Brücken, die wie Speichen von der Ostseite ausgehen; die Autos, die davon angezogen werden wie die Fliegen von einer Glühbirne. Es ist so lang her, seit ich den Regen gespürt habe. Oder den Wind - das Streicheln des Windes, hätte ich um ein Haar gesagt, nur hört sich das an wie eine Phrase, die man in einer Supermarkt-Romanze lesen würde. Trotzdem stimmt es. Und den Schnee auch, aber Schnee will ich nie wieder spüren."

Seite 55

 

Klappentext:

Anna Fox lebt allein. Ihr schönes großes Haus in New York wirkt leer. Trotzdem verlässt sie nach einem traumatischen Erlebnis ihre vier Wände nicht mehr. Anna verbringt ihre Tage damit, mit Fremden online zu chatten, zu viel zu trinken – und ihre Nachbarn durchs Fenster zu beobachten. Bis eines Tages die Russels ins Haus gegenüber einziehen – Vater, Mutter und Sohn. Bei dem Anblick vermisst Anna mehr denn je ihr früheres Leben, vor allem, als die neue Nachbarin sie besucht. Kurze Zeit später wird sie Zeugin eines brutalen Überfalls. Sie will helfen. Doch sie traut sich nach wie vor nicht, das Haus zu verlassen. Die Panik holt sie ein. Ihr wird schwarz vor Augen. Als sie aus ihrer Ohnmacht erwacht, will ihr niemand glauben. Angeblich ist nichts passiert ...

 

Produktinformationen:

Broschierte Ausgabe mit 455 Seiten 15,00€, Kindle Edition 11,99€, Hörbuch mit 10 Stunden und 45 Minuten Hördauer 20,44€ bzw. 9,95€, MP3-CD 11,95.

Der Thriller wurde am 19. März 2018 durch den blanvalet Verlag veröffentlicht. 

"The woman in the window" hat weltweit Aufmerksamkeit erregt, der Thriller wird in 38 Sprachen übersetzt und gerade durch Fox verfilmt. 

 

Rezension:

Als ich den Klappentext gelesen hatte, war für mich klar, dass ich die Geschichte unbedingt lesen musste. Ich liebe Psychothriller a la Gone girl und bin froh, dass ich das Buch gelesen habe, denn ich habe bekommen, was ich erwartet habe, eine tiefe, spannende Story.

 

Anna war früher Kinderpsychologin und leidet seit einem traumatischen Erlebnis an Agoraphobie, deswegen verlässt sie das Haus nicht. Alles, was sie hat, um ihren Tag spannend zu gestalten, ist ihre beratende Tätigkeit in einem Psychologieforum und die Beobachtung ihrer Nachbarn. So kommt irgendwann eins zum anderen. Anna hat eine sehr instabile Persönlichkeit, was ich allerdings verstehen kann, denn ich wüsste nicht, ob ich nach ihrem Trauma noch weiter leben wollen würde. Deswegen verkriecht sie sich hinter ihren Tabletten und ihrem Wein und vegetiert mehr dahin als dass sie lebt.

 

Annas Hauptthema, die Agoraphobie wird hier sehr authentisch rüber gebracht, nichts wird beschönigt oder ausgelassen. Als Leser kann man so zumindest ansatzweise verstehen, wie schlimm diese Panikstörung sein kann. 

 

Der Spannungsbogen hat mir sehr gut gefallen. Hochspannung wechselt sich in der Geschichte mit ruhigeren, aber sehr wichtigen Szenen ab, sodass keine Langeweile aufkommt und die Handlung abwechslungsreich bleibt. Der Focus liegt hier nicht auf blutigen Szenen, sondern auf dem psychologischen Aspekt bezüglich Anna und ihren Mitmenschen.

 

Auch den Schreibstil fand ich großartig. Der Autor versteht sich darauf, lange Sätze zu schreiben, ohne dass sie verschachtelt wirken. Die Ausdrucksweise ist teilweise sehr bildhaft und poetisch, was eigentlich nicht zu einem Thriller passt, hier hat es sich aber super in die Geschichte eingefügt.

 

Fazit:

Definitiv eines meiner Jahreshighlights. Wer psychologische Thriller a la Gone Girl mag, ist hier an der richtigen Stelle.

Rezension: Das neue Selbstbewusstsein von Katty Kay und Claire Shipman

Auszug:

"Waren wir nur über ein paar Anekdoten gestolpert, oder haben Frauen tatsächlich weniger Selbstbewusstsein als Männer? Und was ist Selbstbewusstsein überhaupt? Was veranlasst es uns zu tun? Wie wichtig ist es für unser Wohlbefinden? Für unseren Erfolg? Werden wir damit geboren? Können wir uns mehr davon zulegen? Generieren oder unterlaufen wir es bei unseren Kindern? Auf diese Fragen eine Antwort zu finden, das sollte definitiv unser nächstes Projekt sein."

Seite 13

 

Klappentext:

Den Schlüssel zum Erfolg liefert nicht allein die Kompetenz – wer in der Arbeitswelt und im Privatleben bestehen will, für den ist Selbstvertrauen unabdingbar. Gerade Frauen kämpfen jedoch häufig mit Selbstzweifeln. Woran liegt das? Und lässt sich Selbstbewusstsein aneignen oder bestimmen unsere Gene darüber, wie selbstsicher wir sind? In ihrem Bestseller, der in Deutschland längst als Geheimtipp gehandelt wird, zeigen die renommierten Journalistinnen Claire Shipman und Katty Kay anhand von Forschungsergebnissen, wie jede Frau ihr Selbstgefühl stärken kann. Gemeinsam mit führenden Neurowissenschaftlern und Psychologen weltweit haben sie innovative Ansätze entwickelt, wie wir selbstsicherer werden können, indem wir etwa Risiken eingehen und aktiv handeln. Wie wir unsere Denkstrukturen langfristig verändern. In Gesprächen mit Frauen aus Politik, Sport und Kunst kommen Kay und Shipman dem Geheimnis auf die Spur, wie Frau ihre Ziele erreichen und ein selbstbestimmtes Leben führen kann.

 

Produktinformationen:

Gebundene Ausgabe mit 320 Seiten 19,99€, Taschenbuch 10,00€, Kindle Edition 8,99€.

Veröffentlicht am 12. Februar 2018 durch den btb Verlag.

 

Rezension:

Ich bin beim stöbern im Bloggerportal auf dieses Buch gestoßen und dachte mir, ein bisschen mehr Selbstbewusstsein könne mir nicht schaden. Deswegen habe ich den Motivationsratgbeber angefordert und glücklicherweise auch bekommen.

 

In diesem Werk geht es um die Beantwortung vieler Fragen rund um das Thema Selbstbewusstsein. Bereits im einführenden Kapitel lernt der Leser viele Frauen kennen, die das, was sie erreicht haben, nie ohne ein großes Maß an Selbstbewusstsein geschafft hätten. Alleine dieser Teil hat mich schon unglaublich gepusht und mir einige neue Vorbilder eingebracht, an denen ich mich zukünftig orientieren kann.

 

Was ich aber noch interessanter fand, war, dass viele Gedankengänge von Frauen aufgezählt werden, die mich zum Nachdenken angeregt haben. Das war auch Sinn der Sache, zusätzlich geben die Autoren Frauen in diesem Buch Übungen an die Hand, die das Selbstvertrauen stärken sollen. Ob das auf lange Sicht funktioniert, kann ich jetzt natürlich noch nicht sagen, aber ich bin da sehr optimistisch. Natürlich liegt das an jedem selber, wie ernsthaft man diese Dinge anwendet.

 

Der Schreibstil ist leicht verständlich und sehr flüssig gehalten, deswegen ist mir die Lektüre des Ratgebers auch nicht schwer gefallen. Hier fließen neue wissenschaftliche Erkenntnisse und eigene Erfahrungen der Autorinnen mit rein, was das dem Buch neben einem Selbsttest eine lockere Gestaltung gibt.

 

Fazit:

Ein sehr interessanter Motivationsratgeber, den ich jeder Frau gerne empfehle, die sich für das Thema Selbstbewusstsein interessiert.

Rezension: Die Raben-Bande - Abgezockt von Sandra König

Auszug:

"Das Durchqueren der Unterführung war zudem weniger  eine Umleitung als eher eine Art Abkürzung, wie Emilia jetzt feststellte, sodass sie schneller die Schule erreichen konnte. Müsste sie durch den park fahren, würde sie das einiges mehr an Zeit kosten. Sie atmete tief durch, als ihr plötzlich jemand den Weg

versperrte. Es war Mirko!"

Seiten 13 und 14

 

Klappentext:

Der erste Fall der Raben-Bande hat es in sich. Eigentlich will Ben seine neue Mitschülerin nur auf ein Eis einladen, aber daraus wird nichts. Denn zufällig beobachtet er, wie seine Angebetete von zwei älteren Schülern in die Mangel genommen wird.Seid dabei, wenn die Raben-Bande ihren ersten Fall löst und helft kräftig mit.

Als Emilia plötzlich auch noch das Geld für den anstehenden Klassenausflug fehlt, ist ihm schnell klar, dass die beiden Jungs etwas damit zu tun haben müssen. Gemeinsam mit seinem besten Freund Alex heckt er infolge einen Plan aus, um den Gaunern das Handwerk zu legen. Emilias beste Freundin und ihre kleine Schwester wollen Ben und Alex helfen, den älteren Schülern eine Falle zu stellen. Nur Emilia selbst schlägt quer.

Warum will sie sich von ihren neuen Freunden nicht helfen lassen?

Welches Geheimnis trägt die neue Mitschülerin mit sich herum?

Seid dabei, wenn die Raben-Bande ihren ersten Fall löst und helft kräftig mit.

 

Produktinformation:

Taschenbuch mit 168 Seiten 7,99€, Kindle Edition 6,99€.

Veröffentlicht am 12. April 2018 im Selfpublishing über BoD.

Zielgruppe: 8 - 12 Jahre

 

Rezension:

Abgezockt ist der erste Teil um die Raben-Bande. Im Buch gibt es bereits einen kurzen Einblick in den zweiten Teil, der ebenso wie dieser erste Teil hier um ein brisantes Thema gehen wird. 

 

Der erste Fall der Raben-Bande dreht sich um das Thema Erpressung und Mobbing unter Schülern. Ein sehr wichtiges und aktuelles Thema, wie ich finde. Sandra König schafft es, die Ereignisse in der Geschichte altersgerecht zu schildern, und die Botschaft des Buches deutlich zu machen. Nämlich dass es wichtig ist, sich jemandem anzutrauen und jemanden zu suchen, der einem zur Seite steht. 

 

Der Schreibstil ist einfach und flüssig, dabei jedoch sehr bildhaft, sodass ich mir die Umgebung sehr gut vorstellen und mich in die Szenen vertiefen konnte. 

 

Die Spannung der Geschichte steigt immer weiter an und das Ende hat mir sehr gut gefallen. Außerdem vermittelt es, dass Kinder nicht einfach auf eigene Faust handeln, sondern Probleme mit kriminellen Handlungen lieber den Erwachsenen oder sogar der Polizei überlassen sollen. Auch das finde ich sehr wichtig und war froh, dass die Autorin das angesprochen hat.

 

Die Figuren der Geschichte haben mir ebenfalls sehr gut gefallen, sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Sie unterscheiden sich um Aussehen, aber auch in der Art und den Handlungsweisen. Für jeden ist also ein Favorit dabei. Ich mochte die kesse und mutige Rebecca am liebsten, denn sie zeigt, dass auch Mädchen mutig sein können und sich nicht hinter den Jungs verstecken müssen.

 

Fazit:

Eine stimmige Geschichte mit tollen Charakteren und einer wichtigen Botschaft. Absolute Empfehlung von mir.

Rezension: Nachtlichter von Amy Liptrot

Zitat:

„Das Leben geht weiter, und als ich nach Orkney zurückkehre, weiß ich, dass ich mehr tun muss, als einfach nur nicht zu trinken.“ 

Seite 114

 

Klappentext:

Die ursprüngliche Kraft einer einzigartigen Landschaft lässt alte Wunden heilen: Mit Anfang dreißig spült das Leben Amy Liptrot zurück an den Ort ihrer Kindheit - die Orkney Islands, im dünn besiedelten Schottland wohl die abgelegenste Region. Hier schwimmt die britische Journalistin morgens im eiskalten Meer, verbringt ihre Tage als Vogelwärterin auf den Spuren von Orkneys Flora und Fauna und ihre Nächte auf der Suche nach den »Merry Dancers«, den Nordlichtern, die irgendwo im Dunkeln strahlen. Und hier beginnt sie nach zehn Jahren Alkoholsucht wieder Boden unter den Füßen zu gewinnen. Mit entwaffnender Ehrlichkeit erzählt Amy Liptrot von ihrer Kindheit, ihrem Aufbruch in die Stadt, nach Edinburgh, weiter nach London. Vom wilden Leben, dem Alkohol, dem Absturz. Vom Entzug und der Rückkehr zu ihren Wurzeln auf Orkney, wo sie der Natur und sich selbst mit neuen Augen begegnet.

 

Produkinformationen:

Gebundene Ausgabe mit 352 Seiten 18,00€, Kindle Edition 13,99€.

Veröffentlichung: 9. Oktober 2017 durch den btb Verlag.

 

Rezension:

Nachdem ich mir den Klappentext durchgelesen habe, war für mich klar, dass ich das Buch lesen wollte. Leider habe ich nicht bekommen, was ich mir erhofft habe, nämlich eine tiefgründige, gefühlvolle Geschichte eines Neubeginns. Gerade wenn man bedenkt, dass "Nachtlichter" autobiografisch ist, hat mir die Emotionalität gefühlt, mit der man die Geschichte hätte schreiben können. 

 

Für mich lesen sich die geschilderten Erlebnisse wie ein Report und nicht wie ein Erfahrungsbericht. Wer epische Natur- und Tierbeschreibungen in Romanen mag, ist hier gut beraten. Ich kann verstehen, dass die großartige Natur der Orkney-Inseln und die Beobachtung der Tiere Amy Liptrot geholfen haben, zu genesen, aber ich hätte gerne mehr von dem erfahren, was in ihrem Inneren vor sich geht.

 

Auch der Spannungsbogen weist keine Besonderheit auf. In der Mitte der Geschichte wird es mal ein wenig spannend, aber abgesehen davon besteht die Geschichte aus Natur- und Umgebungsbeschreibungen. Ich kann verstehen, dass die Autorin eine besondere Beziehung zu dieser Gegend hat, aber ich hätte gerne erfahren, was die Natur mit ihr macht und warum das so ist. Ich hätte gerne mehr über Beziehungen der Autorin erfahren, aber nichts dergleichen hat sie niedergeschrieben.

 

Abgesehen davon, dass ich die hochtrabenden Zitate der Presse über diese Autobiografie überhaupt nicht bestätigen kann, macht so etwas auf mich einen negativen Eindruck. Ein oder zwei Zitate auf dem Buchrücken hätten es auch getan, es wäre nicht nötig gewesen, eine ganze Seite damit zu füllen. Aber scheinbar braucht es das Buch.

 

Fazit:

Absolut geeignet für Leser, die etwas über die Orkney Inseln an sich erfahren wollen oder explizit auf New Nature Writing stehen. Ansonsten kann ich die Autobiografie nicht empfehlen.

Rezension: Der kleine Drache Rüdiger und die Suche nach dem Drachenstein von Christina Willemse

Klappentext:

Taucht ein in die Welt von Rüdiger dem kleinen, schusseligen, liebenswerten Weltraumdrachen. Rüdiger lebt in einem Universum weit, weit weg auf einem der Drachensterne. Er ist unter all den vielen Drachen dort etwas Besonderes und dafür im ganzen Drachenuniversum bekannt. Trotzdem hat der kleine Drache es nicht immer leicht und wird oft von anderen Drachenkindern geärgert. Daher ist Rüdiger lieber alleine und versteckt sich gerne.

Doch eines Tages trifft Rüdiger auf einen anderen besonderen Drachen welcher in großer Not ist. Die Begegnung der beiden ist der Beginn einer spannenden Suche und einer sehr ungewöhnlichen Freundschaft.

 

Produkinformationen:

Gebundene Ausgabe mit 44 Seiten 15,99€, Taschenbuch mit 44 Seiten 12,99€.

Veröffentlicht im Selfpublishing über epulbli am 8. April 2018.

Zielgruppe: 5 - 10 Jahre

 

Rezension:

Diese ist das erste Buch über den kleinen Drachen Rüdiger, weitere Bände werden folgen. 

 

Die Geschichte hat eine überschaubare Handlung, die sehr einprägsam ist. Rüdiger ist aufgrund seines Aussehens ein Außenseiter, was er in seinem Alltag durch die Reaktionen und Äußerungen der anderen Drachenkinder auch zu spüren bekommt. Darüber ist er sehr traurig, doch eines Tages lernt er bei einem einsamen Flug einen Drachen kennen, der ebenfalls merkwürdig aussieht. Er hat etwas wichtiges verloren und Rüdiger hilft ihm, es zu finden. Darüber entwickelt sich zwischen den beiden eine Freundschaft und Rüdiger erfährt sogar, dass sein spezielles Aussehen zu etwas nütze ist. Die Botschaft der Geschichte ist also, dass Besonderheiten egal in welcher Hinsicht auch etwas positives haben und man die Hoffnung nicht aufgeben soll, einen guten Freund zu finden. Außerdem wird Hilfsbereitschaft hier groß geschrieben. Sowohl Geschichte als auch die Botschaft haben mir sehr gut gefallen und ich würde es meinen Kindern deswegen gerne vorlesen, wenn ich welche hätte.

 

Die Illustrationen finde ich sehr angenehm. Zum einen wegen der Farbauswahl, aber auch wegen der Sympathie, die bei mir rüber kommt. Außerdem finde ich es klasse, dass Rüdiger ein spezielles Merkmal hat. Das könnte viele Kinder trösten, die etwas an sich nicht mögen. Ich finde lediglich, dass die Illustrationen für den Umfang des Buches zu spärlich sind. Zwischendurch gibt es große Abschnitte, in denen es nur Text zu sehen gibt.

 

Der Schreibstil ist für mich sehr angenehm und leicht zu lesen, für Kinder in diesem Alter könnten manche Sätze etwas zu verschachtelt und zu lang sein. 

 

Die Länge der Geschichte finde ich sehr angenehm. Entweder liest man sie in einer langen Vorlesestunde an einem Stück, oder teilt sie in mehrere Abschnitte auf, dann könnte man auch gut immer mal wieder etwas vor dem Schlafengehen vorlesen.

 

Fazit:

Eine großartige Geschichte mit tollen Illustrationen und einer schönen Botschaft.

Rezension: Ein Wunder alle hundert Jahre von Ashley Ream

Auszug:

"In der Dunkelheit und Kälte war sie ins Freie gehastet, um eine letzte Probe aus dem Gewässer der Ollooet-Bucht zu entnehmen, das sich grundlegend von sämtlichen Gewässern überall sonst auf der Erde unterschied. Ein leuchtend grünes Band lag ringförmig um die gesamte Bucht wie ein im Wasser gebundenes Polarlicht. Das Licht stammte von den biolumineszierenden Körpern winziger Gliederfüßer, Abermillionen, die im seichten Wasser pulsierten. Ihr sechstägiger Lebenszyklus endete bald, und sie sandten ein letztes Mal das Signal zur Paarung aus."

Seite 7

 

Klappentext:

Alle hundert Jahre geschieht ein Wunder an der Küste von Washington Island: das Wasser glüht und schimmert grün wie ein Polarlicht. Für sechs Tage. Dr. Rachel Bell erforscht dieses Wunder sowie die winzigen Wasserwesen, die es hervorrufen. Sie hofft, dass das Geheimnis über das grüne Wasser, das allen Mythen und Geschichten zugrunde liegt, wahr ist: demnach könnte es eine Kraft besitzen, die Rachel das Leben retten und die ganze Welt verändern könnte. Rachel hat genau sechs Tage lang Zeit, das herauszufinden. Bevor das Wasser wieder dunkel wird - für die nächsten einhundert Jahre ...

 

Produktinformation:

Taschenbuch mit 416 Seiten 10,00€, Kindle Edition 8,99€.

Veröffentlichung am 13. November 2017 durch den btb Verlag.

 

Rezension:

Zuerst hat mich der Titel angezogen, und als ich dann den Klappentext gelesen hatte, war für mich klar, dass ich dieses Buch lesen muss. Ich kannte das Naturphänomen, das in dem Buch angesprochen wird, schon vorher und habe direkt die wunderschönen Aufnahmen vor mir gesehen. Leider habe ich nicht das bekommen, was ich erwartet hatte: einen gefühlvollen und magischen Roman.

 

Leider zieht der Erzählstil der Autorin die Geschichte dermaßen in die Länge, dass es keine Freude mehr gemacht hat, diesen Roman zu lesen. Wenn man es in Zahlen ausdrücken möchte, kann man erkennen, wo die Krux liegt, denn es dreht sich hier tatsächlich auf 416 Seiten nur um die sechs Tage, in denen das Naturphänomen aktiv ist. Dass das in die Hose gehen kann, ist eigentlich klar.

 

Es gibt auch tatsächlich keine Rückblenden oder ähnliches, was die Lektüre etwas auflockern könnte. Es gibt zwar mehrere Handlungsstränge, die aber meiner Meinung nach viel zu spät zusammenführen, um die Geschichte doch noch interessant zu machen. Außerdem wird das Zusammentreffen noch nicht einmal richtig ausgeführt und erklärt, sodass man als Leser etwas ratlos zurückbleibt.

 

Auch die Figuren wurden ziemlich kühl und lieblos gestaltet, mir war keiner der Protagonisten sonderlich sympathisch. Das muss auch nicht zwingend der Fall sein, aber ich erwarte, dass die Figuren so gut ausgearbeitet sind, dass ich ihre Handlungsweise nachvollziehen kann, ich will sie ja noch nicht einmal gut heißen können. Leider war das bei diesem Roman nicht so.

 

Der Schreibstil war viel zu wissenschaftlich und wenig gefühlvoll, also genau das Gegenteil von dem, was ich mir erhofft hatte. 

 

Am Ende sind viele der Fragen, die beim lesen aufgetaucht sind, nicht beantwortet. Das lässt mich unzufrieden zurück. Außerdem bin ich nicht hinter die Message der Geschichte gekommen und frage mich deshalb, wieso sie überhaupt geschrieben wurde. 

 

Fazit:

Außer dem interessanten Thema hat mir leider nichts an dem Roman gefallen, ich kann ihn leider deshalb auch nicht weiter empfehlen.

Rezension: Das Inselhaus von Leonora Christina Skov

Klappentext:

Sieben Menschen, die einander noch nie getroffen haben, werden aus den unterschiedlichsten Gründen zu einem Arbeitsaufenthalt auf eine Insel eingeladen. Wie sich herausstellt: auf eine einsame Insel. In ein Haus aus Glas. Doch warum gerade sie? Und wer ist überhaupt derjenige, der ihnen anonym die Einladung hat zukommen lassen? Wer lässt extra ein Haus für sie bauen? Und warum? Während ihres Aufenthalts geschehen seltsame und unerklärliche Dinge auf der Insel. Immerhin gibt es keine Toten. Zumindest noch nicht …

 

Produktinformationen:

Taschenbuch mit 416 Seiten 10,00€, Kindle Edition 8,99€.

Veröffentlichung am 09. Januar 2018 durch den btb Verlag.

 

Rezension:

Normalerweise beginne ich meine Rezensionen mit einem Auszug aus der Geschichte, die mir besonders gut gefallen haben. Hier habe ich leider nichts gefunden, was mir zugesagt hat, was an sich schon ein schlechtes Zeichen ist. 

 

Ich bin auf dieses Buch gestoßen, weil ich den Titel und das Cover spannend fand, nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, durfte es bei mir einziehen. Ich habe mir davon einen spannenden Krimi mit einem tollen Setting und einer tollen Umsetzung der Idee versprochen. Leider habe ich nichts davon bekommen.

 

Die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wird, kam bei mir sehr unglaubwürdig rüber. Das fing damit an, dass die Ehefrau eines der Teilnehmer an dem Arbeitsaufenthalt der festen Überzeugung war, dass ihr Mann sterben müsse. Und zwar nur, weil weder sie noch einer ihrer Bekannten etwas von der Insel gehört haben, auf der das Haus steht. Auch im Internet sei dazu nichts zu finden. Aber erstens ist das Haus und das Projekt neu und zweitens könnte ja die Insel so klein sein, dass sie bisher keine Rolle gespielt hat. Die Szene alleine hat mich schon sehr genervt.

 

Dann werden so nach und nach die Teilnehmer des Aufenthaltes vorgestellt und in ihrem Alltag gezeigt. Leider auf eine so langweilige Art und Weise, dass ich mich echt zwingen musste, dran zu bleiben. Ich wollte die Hoffnung nicht aufgeben, dass es doch noch spannend wird, weil ich eben die Idee so vielversprechend fand. Leider habe ich Lesezeit verschenkt, denn es wurde nicht fesselnd, sondern blieb eintönig.

 

Später erzählen Rückblenden mehr aus dem Leben der Teilnehmer, anstatt den Aufenthalt in dem gläsernen Haus aufregend zu gestalten. Das hätte es für mich nicht gebraucht. Dadurch hat sich die Geschichte noch viel mehr gezogen, als es sowieso schon der Fall war, was ich sehr schade fand. Hier wurde massig Potenzial verschleudert.

 

Bereits vor der Lektüre wird einem durch den Klappentext klar, dass die Figuren eine Gemeinsamkeit haben müssen, die haben sie auch. Abgesehen davon mochte ich keinen von ihnen, weil sie sich in ihrem Alltag sehr unsympathisch verhalten haben. Auch hier hätte man viel mehr rausholen können.

 

Was mich aber am meisten gestört hat, war, dass am Ende viel zu viele Fragen offen geblieben sind, weil gewisse Dinge einfach nicht aufgeklärt werden. Das lässt mich als Leser unzufrieden zurück, und das ist für mich ein No-Go.

 

Fazit:

Eine tolle Idee wurde hier so gut wie gar nicht umgesetzt, die Lektüre war langweilig und hat mich oft genervt. Ich kann hier leider absolut keine Empfehlung aussprechen.

Rezension: Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele von Suzanne Collins

Auszug:

"Es gibt ein Mädchen, in das ich schon ewig verknallt bin. Aber ich glaube bis zur Ernte wusste sie nicht mal, dass es mich gibt." "Tja, ich sag dir was Peeta. Du gehst da raus und du gewinnst das Ding und wenn du nach Hause kommst, dann muss sie einfach mit dir ausgehen. Stimmts Leute?" "Danke, aber das bringt mir gar nichts zu gewinnen." "Und warum nicht?" "Weil wir zusammen hergekommen sind."

 

Klappentext:

Als Katniss erfährt, dass das Los auf ihre kleine Schwester Prim gefallen ist, zögert sie keinen Moment. Um Prim zu schützen, meldet sie sich an ihrer Stelle für die alljährlich stattfindenden Spiele von Panem – in dem sicheren Wissen, damit ihr eigenes Todesurteil unterschrieben zu haben. Denn von den 24 Kandidaten darf nur ein Einziger überleben! Zusammen mit Peeta, einem Jungen aus ihrem Distrikt, wird Katniss in die Arena geschickt, um sich dem Kampf zu stellen. Sie beide wissen, dass es nur einen Sieger geben kann. Allerdings scheint das Peeta nicht zu kümmern, denn er rettet Katniss das Leben. Sind seine Gefühle ihr gegenüber vielleicht doch nicht nur gespielt, um das Publikum vor den Bildschirmen für sich einzunehmen? Katniss weiß nicht mehr, was sie glauben darf – und vor allem nicht, was sie selbst empfindet….

 

Produktinformation:

Gebundene Ausgabe mit 416 Seiten 18,95€, Taschenbuch 10,00€, Kindle Edition 8,99€, Hörbuch mit 9 Stunden und 40 Minuten 12,95€ oder 9,95€.

Veröffentlichung: 17. Juli 2009 durch den Oetinger Verlag.

 

Rezension:

Bisher habe ich schon viel von der Geschichte und den Filmen gehört, aber noch nie zu den Büchern oder den Filmen gegriffen. Vor kurzem ist mir das Buch in der Bücherei in die Hand gefallen und ich habe es mitgenommen. 

 

Die Geschichte um Katniss, Peeta und die Hungerspiele wird nicht umsonst so gehypt. Das Buch hat mir richtig gut gefallen, und ich bereue es, nicht vorher dazu gegriffen zu haben. 

 

Die fantastische Erzählung ist eine Dystopie, die Geschichte spielt in der Zukunft. Wann genau wird nicht genannt. Nordamerika ist hier ein eigener Kontinent und wurde durch Kriege und Naturkatastrophen weitgehend zerstört. Panem ist übrig geblieben, das Land ist in 12 Distrikte rund ums Kapitol aufgeteilt, Katniss lebt ganz außen und damit im ärmsten Teil. Die Menschen dort kämpfen täglich ums überleben, Nahrungsmittel werden mehr als eng rationiert, selber jagen ist angesagt. Ein Aufstand der armen Bewohner wurde von der Regierung niedergeschlagen, um das jedesmal aufs neue deutlich zu machen, werden jedes Jahr die Hungerspiele veranstaltet. Aus jedem Distrikt treten zwei "Mitspieler" zwischen zwölf und vierundzwanzig Jahren an und nur einer der Teilnehmer darf überleben. Er oder sie geht als Sieger hervor wenn alle anderen getötet wurden.

 

Die Geschichte hat mich gefesselt, aus mehreren Gründen. Zum einen ist sie sehr grausam, denn die Jagd auf die anderen Spieler auf dem urwaldähnlichen Gelände wird live und in Zusammenschnitten übertragen. Das heißt auch die Familienmitglieder und Freunde sehen, was mit den Jugendlichen/jungen Erwachsenen passiert, dazu gehören dann auch die Tötungen. Zum anderen hat die Geschichte einige fantastische Elemente, mir sind da besonders die von der Regierung gezüchteten Spotttölpel, die die Menschen in Panem und die Teilnehmer der Spiele aushorchen sollen und alles aufnehmen und wiedergeben, was sie hören. Aber auch die mitunter tödlichen Jagdwespen, die schreckliche Wunden verursachen, haben mir sehr gut gefallen. 

 

Katniss mochte ich unglaublich gerne. Sie ist eine mutige junge Frau, die anstatt ihrer kleinen Schwester an den Spielen teilnimmt und sie so vor dem sicheren Tod bewahrt. Das macht sie sehr sympathisch, und auch sonst hat mir ihre Art und Weise, mit den Dingen umzugehen, sehr zugesagt. Eine weitere wichtige Figur ist Peeta, der zweite Teilnehmer aus Katniss' Distrikt. Er hat schon lange ein Auge auf Katniss geworfen, doch sie hat ihn bisher nicht wahr genommen. Er ist der Sohn des Bäckers und seine Rolle in der Geschichte bleibt lange geheim, was mir sehr gut gefallen hat.

 

Der Schreibstil der Autorin ist hervorragend, für die Geschichte hätte ich mir keinen besseren vorstellen können. Suzanne Collins schreibt flüssig, modern und bildhaft, damit bindet sie den Leser an die Geschichte wie ein Magnet ans Metall. Es gibt keine unnötige Länge und jede einzelne Szene tut der Geschichte sehr gut. 

 

Wer keine brutalen Szenen mag ist hier nicht sehr gut beraten, denn so einige Szenen sind wirklich erschütternd und haben mich als Thrillerkind an meine Grenzen gebracht. Menschen werden teilweise abgeschlachtet wie Vieh, ich bin deswegen sehr auf die Filme gespannt.

 

Fazit:

Ein packendes Jugendbuch mit einer dystopischen Geschichte, die nur für harte Leser geeignet ist.

Rezension: Vier Farben der Magie von V. E. Schwab

Auszug:

"Kell, Liebe schützt uns nicht vor dem Erfrieren", fuhr sie fort, "oder dem Verhungern. Und sie kann auch nicht verhindern, dass man uns wegen einer Handvoll Münzen den Bauch aufschlitzt. Für Liebe kann man sich nichts kaufen, also freu dich darüber, was und wer in deinem Leben ist. Denn du magst dir ja so manches wünschen, aber du musst nichts wirklich entbehren."

Seite 273

 

Klappentext:

Es gibt vier Farben der Magie: Im roten London befindet sie sich im Gleichgewicht mit dem Leben. Im weißen London wird die Magie versklavt, kontrolliert, unterdrückt. Dem grauen London ist sie fast abhandengekommen. Und im schwarzen London hat sie das Leben selbst vertilgt.

Als einer der wenigen Antari springt Kell zwischen den verschiedenen Welten hin und her. Doch er führt ein Doppelleben: Er ist Botschafter der Könige, aber auch ein Schmuggler. Eines Tages wird ihm als Bezahlung für einen außergewöhnlichen Botengang ein schwarzer Stein zugesteckt. Dass es sich um ein mächtiges magisches Artefakt handelt, merkt er erst, als er sich von einem gefährlichen Feind verfolgt sieht, der ihm das gute Stück abjagen möchte und dabei vor keinem Mittel zurückschreckt. 

Auf der Flucht trifft der Magier die gewitzte Diebin Delilah Bard, die Kell zunächst ausraubt, ihm dann aber hilft. Allerdings erwartet sie eine Gegenleistung von ihm ...

 

Produktinformation:

Taschenbuch mit 496 Seiten 10,00€, Kindle Edition 3,99€, Hörbuch mit 12 Stunden und 51 Minuten Hördauer 22,30€ oder 9,95€.

Veröffentlichung 27. April 2017 durch den Fischer Tor Verlag.

 

Rezension:

Auf diese Geschichte bin ich durch eine Freundin aufmerksam geworden, die das Buch in einer Leserunde lesen wollte, dort habe ich mich dann angeschlossen. Wieso ich das Buch abgebrochen und danach schließlich doch weiter gelesen habe, erzähle ich Euch in dieser Rezension.

 

Die Autorin hält sich nicht mit einer großen Einführung in die Welt auf, denn der Leser wird sofort in eine Situation geschmissen, bei der Kell durch die Welten der verschiedenen Londons reist. Bereits hier erfährt man, dass Kell den Londons die verschiedenen Farben zugeteilt hat, um sie besser unterscheiden zu können. Wieso alle vier Städte London genannt werden, bleibt in diesem Band ein Geheimnis, denn niemand der Figuren weiß es.

Die Idee dieses Worldbuildings war für mich ein großer Anreiz und hat mich von Anfang bis Ende fasziniert, auch die Brisanz der Aufträge, die die Weltenwanderer ausführen müssen, machen die Geschichte sehr spannend.

 

Ich habe das Buch trotzdem nach einhundertfünfzig Seiten abgebrochen, weil ich mit der Geschichte nicht warm geworden bin. Ich war frustriert, weil meine Mitleser das Buch total gefeiert haben, ich war weiterhin in der Lesegruppe drin und habe mir die Beiträge angehört. Auch einige andere hatten zu Anfang Probleme, sind aber dran geblieben, und ungefähr ab den einhundertfünfzig Seiten waren dann alle drin und fanden es großartig. Mich hat die Geschichte nicht wirklich losgelassen, und so habe ich der Geschichte doch noch eine Chance gegeben und die Leseabschnitte aufgeholt. Plötzlich war auch ich gefangen von den Ereignissen und den Figuren und die Geschichte wurde für mich doch noch zu einer der besten, die ich je gelesen habe.

 

Besonders Lila, die selbstbewusste junge Frau, der im Leben nichts geschenkt wurde, habe ich sofort ins Herz geschlossen. Sie ist frech, aber sehr clever und lässt sich von niemandem die Butter vom Brot nehmen. Wenn Kell sie in manchen Situationen nicht gehabt hätte, wäre er arm dran gewesen. Kell selbst ist mir leider nicht so nahe gekommen, weil er meiner Meinung nach zu blass ausgearbeitet wurde. Gegen Lila und den diversen Schurken hatte er keine Chance, wirklich aufzufallen. Schade, denn da wurde viel Potenzial verschenkt.

 

Der Schreibstil ist sehr ausführlich, mir war das am Anfang zu viel, deswegen kam ich auch nicht richtig rein. Als ich mich dann später dran gewöhnt hatte, gefiel er mir. An manchen Stellen ist mir allerdings aufgefallen, dass Szenen heruntergerattert wurden, mehr wie eine Reportage als eine Erzählung. Aber da wirklich viel in der Geschichte passiert, hat mich das nicht sonderlich gestört.

 

Mir hat sehr gut gefallen, dass die Geschichte aus mehreren Blickwinkeln erzählt wurde. Das hat die Erzählung ein bisschen aufgelockert und doch konnte ich das Buch nach meinem Wiedereinstieg kaum aus der Hand legen. Es gab sehr viele Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hatte, auch das Ende war wirklich einzigartig. Gefühlvoll und doch nicht kitschig, sondern sehr interessant - das schaffen nicht viele Autoren. Am Ende bleiben einige Fragen offen, aber da "Vier Farben der Magie" der erste Band der Weltenwander-Trilogie ist, finde ich das voll in Ordnung.

 

Fazit:

Ich kann diese Geschichte jedem, der gerne High-Fantasy liest, nur wärmstens empfehlen. Falls dem ein oder anderen der Anfang etwas langatmig erscheint, haltet bitte durch, ihr werdet es nicht bereuen.

 

Rezension: Der Zopf von Leatitia Columbani

Auszug:

"Smita will schon seit einer Weile nicht mehr zu ihnen, eines Abends  hat sie Nagarajan verkündet sie werde nicht mehr dorthin gehen, die sollen ihre Scheiße doch selber wegmachen. Da hat Nagarajan die Angst gepackt: Wenn Smita nicht mehr dorthin geht , wird man sie fortjagen, sie besitzen kein eigenes Land. Die Jats werden ihre Hütte anzünden. Smita weiß doch, wozu diese Menschen imstande sind. "Wir werden dir beide Beine abhacken", hatten sie einem anderen Dalit gedroht. Kurz darauf hat man den Mann ohne Glieddmaßen und mit Verätzungen auf einem Feld gefunden.

Ja, Smita weiß, wozu die Jats imstande sind.

Und deswegen geht sie morgen wieder zu ihnen."

Seite 

 

Klappentext:

Drei Frauen, drei Leben, drei Kontinente – dieselbe Sehnsucht nach Freiheit. Die Lebenswege von Smita, Giulia und Sarah könnten unterschiedlicher nicht sein. In Indien setzt Smita alles daran, damit ihre Tochter lesen und schreiben lernt. In Sizilien entdeckt Giulia nach dem Unfall ihres Vaters, dass das Familienunternehmen, die letzte Perückenfabrik Palermos, ruiniert ist. Und in Montreal soll die erfolgreiche Anwältin Sarah Partnerin der Kanzlei werden, da erfährt sie von ihrer schweren Erkrankung.

Ergreifend und kunstvoll flicht Laetitia Colombani aus den drei außergewöhnlichen Geschichten einen prachtvollen Zopf.

 

Produktinformation:

Gebundene Ausgabe mit 288 Seiten 20,00€, Kindle Edition 16,99€, Hörbuch mit 5 Stunden und 41 Dauer 14,85€ oder 9,95€, Audio-CD 15,95€.

Veröffentlichung 21. März 2018 durch die S. Fischer Verlage.

 

Rezension:

Ich hatte vor der Lektüre schon vermutet, dass mir der Roman gefallen würde. Aber dass er nach dem lesen zu den besten Büchern gehört, die ich je gelesen habe, hätte ich nicht gedacht. Aber es ist tatsächlich so und ich möchte Euch gerne erzählen, wieso das so ist.

 

Zuerst waren da die Schicksale der drei Frauen, die mich sehr berührt haben. Allen voran Smita aus Indien. Smita ist eine sogenannte Dalit. Ein Dalit gehört der untersten Kaste in Indien an und sammelt aus den primitiven Toiletten der Häuser die Exkremente. Ihrer Tochter möchte sie das ersparen und nimmt dafür so einiges auf sich. In Italien arbeitet Giulia in der Echthaarverarbeitungsfabrik ihres Vaters. Als er ins Koma fällt, nimmt sie die Dinge in die Hand und findet raus, dass das Familienimperium, das seit mehreren Generationen besteht, pleite ist. Doch anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, sagt sie der bescheidenen Lage den Kampf an. Und zu guter Letzt erfahren wir wie Sarah in Kanada kurz davor ist, Teilhaberin der Anwaltskanzlei zu werden, in der sie arbeitet. Doch sie erkrankt schwer und wird nach und nach aus der Kanzlei geschoben. Auch sie tritt den Weg nach vorne an.

Und das allergeilste ist, dass die Handlungsstränge der drei verschiedenen Frauen auf den drei verschiedenen Kontinenten zum Schluss zusammen laufen.

 

Dann hat mich der Schreibstil, gerade bei Smitas Geschichte sehr aus der Bahn geworfen. Leatitia Columbani schreibt derart realistisch, sie beschönigt nichts und schildert die Erlebnisse sehr detailliert und bildhaft. Ich bin durch meine Thrillerleidenschaft harte Szenen gewöhnt, aber ich habe hier teilweise wirklich ein paar mal überlegt, den Roman abzubrechen. Ich habe recherchiert und die Dalits gibt es in Indien wirklich und alles, was die Autorin schreibt, ist Realität und keine Fiktion.

Aber nicht nur bei Smita, auch das Schicksal der anderen beiden Frauen ist mir sehr nahe gegangen. Und auch wie die Handlungsstränge am Ende des Romanes zusammenlaufen, hat mich sehr begeistert.

 

Als ich erfahren habe, dass "Der Zopf" der Debütroman von Leatitia Columbani ist, war ich total verblüfft, denn hier stimmt wirklich alles. Der Roman beinhaltet eine der Geschichten, die den Leser wieder erden, weil man sich sagt, meine Güte, so schlimm hast du es aber nicht. Sei mal dankbar für dein Leben und wenn es dir nicht gefällt, änder was dran. 

 

Ich flehe jeden von Euch an, zumindest die Leseprobe durchzulesen. Wenn es Euch dann nicht gefällt, okay, aber bitte lest mal rein. Vielleicht gefällt es Euch ja so gut wie mir, denn das Buch ist eine absolute Bereicherung.

 

Fazit:

Ich hatte das Buch aus der Bücherei geliehen, werde es mir aber jetzt zweimal kaufen. Einmal für mich und einmal für einen ganz tollen Menschen. Große, große Empfehlung.

Rezension: Was dir bleibt, ist dein Traum von Suzy Zail

Auszug:

"Falls ich den Winter überhaupt noch erlebe, dachte er bitter. Elf Tage. Ich habe elf Tage, um ein Pferd abzurichten, dass sich vor seinem eigenen Schatten fürchtet. Elf Tage, um das umzusetzen, was Vater mir beigebracht hat. Er atmete tief aus und versuchte, keine Panik aufkommen zu lassen.

Ich kann das nicht. Niemals. Er grub die Fingernägel in die Hand.

Ich habe nicht die geringste Ahnung, wie man ein wildes Pferd zähmt. Mitternacht weiß das. Und in elf Tagen weiß der Kommandeur das auch."

Seite 153 und 154

 

Klappentext:

Der 14-jährige Alexander muss nicht auf die Nummer schauen, die sie ihm in den Arm tätowiert haben – er weiß sie auswendig: A10567. Und er weiß, um Auschwitz zu überleben, muss er härter werden. Als ihm die Aufgabe zugeteilt wird, das neue Pferd des Kommandanten abzurichten, verbindet sich sein Schicksal mit dem des Pferdes. Alexander spürt, dass, obwohl das Pferd Angst hat und gequält wurde, er sein Vertrauen gewinnen muss. Denn, wenn ihm das nicht gelingt, sind sie beide zum Tode verurteilt.

 

Produktinformation:

Taschenbuch mit 284 Seiten 10,00€, Kindle Edition 7,99€.

Veröffentlicht am 09. November 2015 durch den cbj Verlag.

 

Rezension:

Das ist eine der Rezensionen, bei denen man ewig lange vor dem Bildschirm sitzt weil man befürchtet, dass die eigenen Worte dem Roman nicht gerecht werden. Aber ich will es wenigstens versuchen, denn dieses Buch habe ich fast in einem Rutsch durchgelesen. Es hat mich gleichermaßen begeistert wie geschockt und mehr als einmal hätte ich es beinahe aus der Hand gelegt, weil mich die Ereignisse in der Geschichte sehr erschrocken haben. Zumal das alles auf einer wahren Geschichte beruht.

 

Als ich in der Bibliothek das Buch gesehen habe, wäre ich fast dran vorbei gegangen, weil das Cover für mich irgendwie nach einer lockeren Jugendgeschichte aussah. Im letzten Moment sah ich dann das Pferd unten auf dem Cover und nahm es zur Hand. Die Thematik hat mich dann sofort dazu gebracht, dass Buch mit nach Hause zu nehmen und lesen zu wollen.

 

Für mich ist die Geschichte bisher einzigartig, ich habe schon viele Geschichten gelesen, die in Konzentrationslagern spielen, aber diese hier ist anders. Durch den Protagonisten Alexander bekommen wir neben dem ganzen Leid auch die Hoffnung mit, das KZ irgendwann verlassen zu können. Sein Traum ist ein eigenes Gestüt, und die Liebe zu Pferden hält ihn am Leben. Besonders hängt er an Mitternacht, einem Pferd, das scheinbar ähnlich schlimm behandeln worden sein muss wie Alexander selbst. 

 

Eine ebenso große Rolle spielt das Lagerleben. Durch den Protagonisten erlebt der Leser, wie die Häftlinge untereinander Dinge tauschen, um irgendwie am Leben zu bleiben. Welche Ausmaße das annimmt, hat mich sehr mitgenommen, vor allem wenn man bedenkt, dass es früher dort wirklich so zugegangen ist.

 

Der Schreibstil von Suzy Zail ist sehr bildhaft und eindringlich, was natürlich schön, bei den schlimmen Szenen aber auch sehr heftig ist. Ihr Stil ist meiner Meinung nach genau richtig für die Geschichte um Alexander. Man merkt hier überhaupt nicht, dass das Buch für Jugendliche ab 12 geschrieben wurde, denn die Autorin erzählt sehr erwachsen.

 

"Was bleibt, ist dein Traum" ist eine Geschichte, die mir ewig im Gedächtnis bleiben wird.

 

Fazit:

Eine absolute Empfehlung für alle, die sich für die Thematik interessieren.

Rezension: TICK TACK - Wie lange kannst du lügen von Megan Miranda

Auszug:

Als Kind hatte ich geglaubt, die Zukunft vorhersagen zu können. Daran war wahrscheinlich mein Vater schuld, der mich meine ganze Kindheit über mit Plattitüden aus seinen Philosophievorträgen fütterte und mich an Dinge glauben ließ, die nicht sein konnten. Ich schloss die Augen und versuchte, sie mit schierer Willenskraft herbeizuzwingen, in winzigen, wunderschönen kurzen Bildern. ich sah Daniel in Barett und Talar. Meine Mutter lächelnd neben ihm durch die Linse meiner Kamera, und ich winke ihnen näherzukommen. Leg den Arm um sie. Tut so, als mögt ihr euch! Perfekt. Ich sah Tyler und mich, Jahr später, wie wir unsere Taschen auf die Ladefläche seines dreckigen Pick-ups warfen und uns auf den Weg ins College machten. Weggingen. Für immer.

 

Klappentext:
15 Tage. 2 Freundinnen. 1 Mord.

Zehn Jahre ist es her, dass Nic ihre Heimatstadt von einem Tag auf den anderen verließ. Doch die Erinnerungen an die Nacht, in der ihre beste Freundin Corinne spurlos verschwand, haben sie nie losgelassen. Hatte jemand aus ihrem Freundeskreis etwas damit zu tun? Eines Tages erhält sie eine geheimnisvolle Nachricht: „Dieses Mädchen. Ich habe es gesehen.“ Nic weiß, dass nur eine damit gemeint sein kann – Corinne. Sie fährt zurück in das von dunklen Wäldern umgebene Städtchen, um herauszufinden, was damals wirklich geschah. Doch schon am selben Abend verschwindet erneut ein Mädchen – das Mädchen, das ihnen allen damals ein Alibi geliefert hatte …

Zwei Wochen später wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Wer ist sie? Was ist in der Zwischenzeit passiert? Auf unheimlich geschickte Weise erzählt Megan Miranda diese Geschichte rückwärts. Von Tag 15 zu Tag 14 zu Tag 13 bis schließlich zurück bis zu Tag 1 offenbart sich uns nach und nach, was seit Nics Rückkehr passiert ist – und was zehn Jahre zuvor mit Corinne geschah.

 

Produktinformation:

Taschenbuch mit 432 Seiten 15,00€, Kindle Edition 12,99€, Hörbuch mit 11 Stunden und 40 Minuten Hördauer 21,73€, MP3-CD 9,99€.

Veröffentlichung am 13. November 2017 durch den Penguin Verlag.

 

Rezension:

Für mich stand seit der Veröffentlichung des Thrillers fest, dass ich die Geschichte lesen möchte. Jetzt war es so weit. Ich bin so froh, dass ich sie gelesen habe, denn gehört zu den besten Thrillern, die ich je gelesen habe. 

 

Ich möchte hier zuerst auf die Erzählweise eingehen, denn sie ist unkonventionell, das mochte ich sehr gerne. Dafür muss man allerdings offen sein. Den Startschuss gibt ein Brief, den Nic von ihrem Vater erhält, der angeblich ihre verschwundenen Freundin Corinne gesehen haben will. Nic ist natürlich von den Socken, denn das Verschwinden ihrer Freundin war damals auch der Grund dafür, dass sie ihre Heimat überhaupt verlassen hat. Eigentlich war das nicht geplant.

Dann gibt es einen Zeitsprung vorwärts von vierzehn Tagen und der Leser erfährt außer den aktuellen Ereignissen, die rückwärts erzählt werden, auch, was wirklich vor zehn Jahren passiert ist. So findet man Stück für Stück heraus, ob Corinne verschwunden ist, oder nicht.

Ich fand diese Erzählweise sehr spannend, weil die Geschichte für mich zu keinem Punkt vorhersehbar war, was für mich ein wichtiges Kriterium für einen guten Thriller ist. Der Thriller ist nicht geeignet, um z.B. mal eben auf dem Weg zur Arbeit ein paar Seiten zu lesen.

 

Der Schreibstil ist flüssig, zugleich aber sehr packend. Die Autorin versteht sich hervorragend darin, den Leser an die Geschichte zu binden und den Puls nach oben zu treiben. Deswegen ist der Thriller nicht unbedingt etwas für schwache Gemüter, zumindest nicht vor dem Einschlafen.

 

Nic als Protagonistin mochte ich sehr gerne leiden und habe sie daher gerne begleitet. Natürlich hat sie wie die anderen auch ihre Fehler und Geheimnisse. Sie hat eine sehr emotionale Erzählstimme, man erfährt als Leser so einiges über die Freundschaft zu Corinne. Auch die anderen Figuren sind liebenswert, als Leser kann man die Freundschaft der Gruppe gut nachvollziehen. Man erfährt aber auch genug von jedem einzelnen, um ihre Handlungen nachvollziehen zu können.

 

Der dunkle und abgeschiedene Wald gibt für einen Thriller ein großartiges Setting her. Die Atmosphäre ist unheimlich, weil niemand so wirklich weiß, was sich in dem Wald verbirgt. Der bildhafte Schreibstil der Autorin trägt dazu bei, dass man die Handlungsort der Szenen gut vorstellen kann.

 

Fazit:

Wer Girl on the train mochte, wird TICK TACK auch mögen.

Rezension: Das Gefühl von Sommerblau von Hannah Tunnicliffe

Auszug:

"In der Küche ist das Licht am besten. Besonders jetzt, am Nachmittag. Es bildet glänzende Lachen überall im Raum, mit Schattentupfern vom Laub der Linde draußen. Und es bewegt sich. Es tanzt sogar. Über Hände und Löffel und die abgenutzten grauen Bodenfliesen. Über den Brotteig, den Juliet gemacht hat. Es ist ihr Lieblingsraum im Haus. Es riecht nach Hefe und Mehl und dem heißen Ofen, aber auch nach den Steinen des Bodens, dem Metall der Wasserhähne, dem geflochtenen Zopf aus rosa Roscoff-Zwiebeln und dem Kupfer ihrer Lieblingskessel."

Seite 55

 

Klappentext:

Max wird vierzig und lädt seine Freunde in sein Haus in der Bretagne ein. Mit ihnen möchte er ein Wochenende lang tanzen, trinken und lachen. Und er will ihnen sein Geheimnis verraten … Juliette hat für ihre pflegebedürftigen Eltern ihr gefeiertes Restaurant in Paris aufgegeben. Ihre große Leidenschaft ist das Kochen und Backen. Zurück in der bretonischen Heimat braucht sie einen Neuanfang – und Max eine Köchin für seinen Geburtstag. Sie ahnen beide nicht, was das Schicksal an diesem Wochenende für sie bereithält.

 

Produktinformation:

Taschenbuch mit 344 Seiten 9,99€, Kindle Edition 8,99€

Veröffentlicht am 10. April 2018

 

Rezension:

Hier haben mich Cover, Titel und Klappentext angezogen, ich habe einen lockeren leichten Sommerroman über Familie, Freundschaft und die Liebe erwartet. Leider habe ich etwas anderes bekommen.

 

Leider hat mich der Roman nur durchschnittlich gut unterhalten. Ich habe ihn zwar in einem Rutsch durchlesen können, weil der Schreibstil an sich flüssig und leicht verständlich ist. Die Art und Weise, wie die Geschichte um Max und Juliette erzählt wird, finde ich etwas verwirrend und hat mich keinen roten Faden erkennen lassen. Zuerst kann man die Ereignisse durch Juliette verfolgen.

 

Man erlebt eine kurze Sequenz aus ihrem Alltag und ist dabei, wie sie von ihrem Vater erfährt, dass ihre Mutter schwer krank im Krankenhaus liegt, deswegen kehrt sie nach Hause zurück. Danach gibt es einen großen zeitlichen Sprung, denn Juliette arbeitet in der nächsten Szene schon länger bei Max, der eigentlich mit seinen Freunden im Ferienhaus sein sollte. Er taucht aber dort nicht auf. Die Gruppe aus sechs Freunden inklusive einer Tochter und Juliette verbringen den Abend zusammen, die Figuren werden mehr oder weniger vorgestellt.

 

Dort spielt auch der Rest der Geschichte, die sehr eintönig verläuft. Gefühlt war für mich kein Spannungsbogen vorhanden, die Perspektivwechsel hätte man besser nutzen und später mit der Gegenwart zusammen laufen lassen können. Hier wurde sehr viel Potenzial verschenkt. Es gab viele Szenen, die nichts für die Geschichte getan haben und bei denen ich mich gefragt habe, wieso sie erzählt wurden.

 

Fazit:

Eigentlich kein Roman, sondern eine Charakterstudie, bei der mehr Wert auf die Schwächen als die Stärken gelegt wird.

 

 

Rezension: Die Farben der Erinnerung von Nicole C. Vosseler

Auszug:

"Die Laken kühl auf der Haut, satt von der Wärme, dem Licht des Tages, kommt der Schlaf immer viel zu schnell. Nie kann sie vom Silberlied der Zikaden genug bekommen. Von den Murmeln unten im Haus, dem Lachen, sorglos und lebensfroh. Nie genug von der knisternden Musik aus dem Radio, die von dort hinaufdringt. Unterbrochen vom Springbrunnen einer Stimme, die vergessen macht, dass es einmal ein anderes Zuhause gegeben hat, ein Land mit einer anderen Sprache. Töne voller Glück und Geborgenheit."

Seite 9

 

Klappentext:

Als Kind verlor Gemma ihre Eltern bei einem Brand – ein tragisches Unglück, das sie auch als Erwachsene noch verfolgt. Ihr zurückgezogenes Leben in New York gerät jäh aus dem Gleichgewicht, als sie anonyme Post erhält: einen Umschlag mit Zeilen eines viktorianischen Gedichts und einem antiken Schmuckstück. Mit Hilfe des charismatischen Oxford-Professors Sisley Ryland-Bancroft begibt sich Gemma auf eine Spurensuche nach dem Absender, die sie über zwei Kontinente führt und großer Gefahr aussetzt. Denn ohne es zu ahnen, ist sie dabei, ein Geheimnis aufzudecken, das seit Jahrhunderten gehütet wird und der Schlüssel zu ihrer eigenen Vergangenheit sein könnte …

 

Produktinformation:

Taschenbuch mit 416 Seiten 10,00€, Kindle Edition 8,99€.

Veröffentlicht am 18. Dezember 2017 vom Goldmann Verlag.

 

Rezension:

Ausschlaggebend für mich, dieses Buch zu lesen, war die Kombination aus Cover, Titel und Klappentext, außerdem ist mir die Autorin durch ihre vorherigen Bücher bekannt, die ich alle gut leiden mochte. Leider war das hier nicht so.

 

Das hat vor allem an dem Schreibstil gelegen, denn er ist in meinen Augen viel zu kompliziert geschrieben und war deshalb für mich nicht flüssig zu lesen. Außerdem hatte ich beim Lesen das Gefühl, eher eine Reportage zu lesen, als eine Erzählung. Manchmal kam es mir vor, als würden die Ereignisse wie bei einer Liste heruntergerattert, anstatt bei den Szenen wirklich in die Tiefe zu gehen. Das finde ich persönlich sehr schade, denn ich weiß, dass Nicole C. Vosseler das besser kann.

 

Die Geschichte wird durch mehrere Zeitebenen erzählt, die dann irgendwann zusammenlaufen. Der Leser begleitet Gemma bei ihrer Suche nach der Wahrheit, das Dichterehepaar Elizabeth Barrett und Robert Browning im 19. Jahrhundert und  Lucrezia di Cosimo de’ Medici. Leider hat es für mich fast bis zum Schluss gedauert, den Zusammenhang zu erkennen, ich habe lange nach dem roten Faden gesucht. 

 

Gut gefallen hat mir dagegen die Ähnlichkeit der beiden Figuren Gemma und Sisley. Beide haben es wahrlich nicht einfach gehabt im Leben. Nicht zuletzt durch die Gemeinschaft der beiden wachsen sie über sich hinaus und unterstützen sich dabei gegenseitig. Ein gutes Beispiel von "Nicht gesucht und doch gefunden". Beide haben außerdem das Herz am richtigen Fleck, was ich sehr geschätzt habe.

 

Außerdem fand ich das Ende gut, weil es nicht vorhersehbar war. Es ist vielleicht nicht das Ende, was sich viele wünschen, aber es ist authentisch. Das kann die Autorin grundsätzlich gut.

 

Fazit:

Eine intensive Geschichte mit einem schwierigen Schreibstil, für die man sich Zeit nehmen muss.

Rezension: Federleicht - Die kreative Schreibwerkstatt von Barbara Pachl-Eberhardt

Klappentext:

So wird der Traum vom Schreiben Wirklichkeit

Losschreiben, wenn die Seele drückt. Schreiben, wenn die Stimme gerade nichts sagen kann. Schreiben, wenn die eigene Meinung einen Platz haben will. Schreiben, um kostbare Momente festzuhalten und Erinnerungen wachzuküssen ... 

Schreiben kann ganz einfach sein – und das Leben auf ungeahnte Weise bereichern. Barbara Pachl-Eberhart führt ihre Leserinnen und Leser vom ersten, federleichten Schreibschritt bis hin zur Veröffentlichung eigener Texte. Die kostbare Nebenwirkung: Jede Art zu schreiben stärkt eine neue Facette an Lebenskraft. So ist nicht nur der fertige Text das Ziel – sondern auch ein Leben, das von der eigenen Stimme getragen ist. Ein freudvolles, sinnerfülltes, kreatives Leben: Das ist es, was das Schreiben uns schenken kann. Federleicht – Die kreative Schreibwerkstatt zeigt, wie es geht.

 

Produktinformation:

Broschierte Ausgabe mit 384 Seiten 20,00€, Kindle Edition 15,99€.

Veröffentlicht am 18. September 2017 von Integral, 2. Auflage

 

Rezension:

Ich habe bereits seit einigen Monaten eine hartnäckige Schreibblockade und habe alles mir mögliche versucht. Von fünfe gerade sein lassen und warten, bis der Funke wieder zündet bis zum täglichen Schreibtraining. Nichts hat geholfen. Dann bin ich auf dieses Buch gestoßen und ich merke, dass es mir immer leichter fällt, mich auf die Übungen einzulassen. Die Aufgaben, die man als Leser gestellt bekommt sind wie eine Art Therapie. Man lernt, denn inneren Zensor auszuschalten und erstmal überhaupt etwas zu produzieren. Das ist genau, was ich brauchte.

 

Der Stil der Autorin ist mehr als angenehm. Sie erklärt die Dinge nicht trocken, sondern bringt sie sehr locker und verständlich rüber, der Titel des Buches sagt dabei alles - Federleicht. Dadurch entspannt man sich selbst auch ein bisschen und geht die Aufgaben daher nicht so verkrampft an.

 

Die Übungen sollten unbedingt der Reihe nach aufgebaut werden, da sie aufeinander aufbauen. Dabei hat jede Aufgabe mit der vorherigen zu tun, wie ein Zahnrad, das in ein anderes greift. Später kann man natürlich die ein oder andere Übung, mit der man noch Probleme hat, wiederholen, aber erstmal sollte man die Reihenfolge beachten.

 

Wenn jemand mich zukünftig nach einem Tipp fragt, werde ich ihm oder ihr dieses Buch empfehlen.

 

Fazit:

Meiner Meinung nach eine Pflichtlektüre für jeden zukünftigen Autoren / jede Autorin.

 

Rezension: Im Bann des Ozeans von Robert Hofrichter

Auszug:

„Die Abfälle unserer angeblich so hochentwickelten Zivilisation, die auf grenzenloses Wachstum und unersättlichen Konsum setzt, haben die tiefsten Tiefen des Ozeans erreicht. Das ist erschreckend. Es zeigt einmal mehr, wie brutal wir uns die »Erde untertan« machen und wie gedankenlos wir uns als außerhalb des Netzwerks allen Lebens stehend sehen. Aber das sind wir nicht. Wir sind Teil dieses Netzwerkes und es zu zerstören bedeutet, uns selbst die Lebensgrundlagen zu entziehen."

 

Klappentext:

1.337.323.000 Kubikkilometer – so viel Wasser enthalten in etwa die Ozeane dieser Welt. Gigantische Badewannen, die nicht nur Künstler und Poeten, sondern vor allem Meeresforscher und Biologen faszinieren. Robert Hofrichter ist einer von ihnen und hier erzählt er die spannendsten Geschichten aus dem nassen Kosmos, der die Erde umgibt. Wir lesen von seltsamen Lebensentwürfen und sonderbaren Sex-Praktiken in einem verbeulten Ozean, lernen freundliche Haie und übelgelaunte Delphine kennen, erfahren mehr über Monsterwellen, die Ungeheuer der Tiefe und die Geschichte der Quellen allen Lebens. Ein Buch, so aufregend wie ein Tauchgang in die Tiefsee!

 

Produktinformation:

Gebundene Ausgabe mit 240 Seiten 20,00€, Kindle Edition 15,99€

Veröffentlicht am 26. März 2018 vom Gütersloher Verlagshaus

 

Rezension:

Da ich als Kind, bzw. Jugendliche Meeresbiologin werden wollte, war für mich klar, dass das Buch von Biologe Robert Hofrichter bei mir einziehen darf. Und ich wurde nicht enttäuscht, sondern war nach der Lektüre noch begeisterter als vorher.

 

Da der Autor nicht nur Biologe ist, sondern auch Kosmopolit berichtet er über die alle Ozeane der Welt, denn er fühlt sich überall Zuhause. Er bringt dem Leser fakten der Meeresforscherin auf eine sehr unterhaltsame Art und Weise nahe. 

 

Ich durfte über viele interessante Themen lesen. Zum Beispiel weiß ich jetzt, wieso der Meeresspiegel sinkt und steigt, was Kapitäne tun, wenn sie Riesenwellen begegnen, wieso wir meinen, die Meere sind blau, obwohl Wasser farblos ist und vieles vieles mehr.

 

Auch wenn dieses Buch nicht mit farbigen, ausdrucksstarken Bildern aufwartet, habe ich mich trotzdem großartig unterhalten gefühlt und oft verblüfft dagesessen. Ich habe alles in mich aufgesogen wie ein Schwamm und war etwas traurig, als das Buch zuende war.

 

Fazit:

Ein Buch, dass ich sicherlich noch oft in die Hand nehmen werde. Eine absolute Empfehlung für Naturinteressierte.

Rezension: Wie Arthur Pepper sich vor seiner Nachbarin versteckte und am Ende doch sein Herz fand von Phaedra Patrick

Auszug:

Heute, am fünfzehnten des Monats war es anders. Es war der Jahrestag, vor dem es ihm schon seit Wochen graute. Das Datum auf seinem Kalender "Schönes Scarborough" fiel ihm jedes Mal ins Auge, wenn er daran vorbei kam. Er starrte es dann einen Moment lang an und versuchte anschließend, sich mit einer kleinen Aufgabe abzulenken. Er goss dann seinen Farn Frederica  oder machte das Küchenfenster auf und rief "Zisch ab!", um die Nachbarskatze davon abzuhalten, seinen Steingarten als Toilette zu missbrauchen. Es war auf den Tag genau einen Tag her, dass seine Frau gestorben war."

Seite 7 und 8 

 

Klappentext:

Arthur Pepper. 69 Jahre alt. Seit einem Jahr Witwer. Führt ein geregeltes Leben ohne größere Überraschungen – bis er auf ein Armband seiner verstorbenen Frau stößt, das er noch niemals zuvor gesehen hat. Hatte seine Frau Geheimnisse vor ihm? Einen Liebhaber? Wo kommen die acht Anhänger her? Um das herauszufinden, muss er aus seiner Routine ausbrechen und sich auf die Spuren dieses Armkettchens begeben. Und so kommt es, dass er einen Tiger abwehren muss, mit einem bekannten Autoren spricht, nackt vor einer Kunstklasse posiert – und somit letztendlich nicht nur seiner Frau näher kommt, sondern auch sich selbst. Und vielleicht auch einer neuen Liebe …

 

Produktinformation:
Taschenbuch mit 348 Seiten 10,00€, Kindle Edition 8,99€.

Veröffentlicht am 9. Januar 2018 durch den btb Verlag.

 

Rezension:

Dies ist eine der Rezensionen, die ich nicht so gerne schreibe, denn mir hat das Buch leider gar nicht gefallen und ich habe es nach ungefähr siebzig Seiten abgebrochen, weil es mir keine Freude bereitet hat und ich die Handlungen von Arthur nicht nachvollziehen, weil er mir als Protagonist nicht nahe genug gekommen ist. Teilweise fand ich seine Reaktionen sogar unglaubwürdig.

 

Auch der Schreibstil war nicht meiner, ich hatte nicht das Gefühl, vorwärts zu kommen und musste einige Absätze zweimal lesen, um sie richtig zu verstehen. Das lag aber auch an der schwermütigen Stimmung, die mich beim Lesen teilweise richtig runtergezogen hat. Normalerweise habe ich keine Probleme mit solchen Geschichten und lese sie auch gerne, aber ich habe ich habe eine skurrile, schrullige Geschichte über einen Rentner mit all seinen Eigenarten erwarten, aber ich fand es einfach nur depressiv.

 

Über die Handlung an sich kann ich nicht zu viel sagen, weil ich das Buch ja nicht komplett gelesen habe, aber auf den ersten siebzig Seiten passiert kaum etwas. Diese Strecke hätte man gut darin investieren können, Arthur als unbeholfenen Vater zu zeigen, anstatt ihm niemanden mehr zu lassen. Da wurde viel Potenzial verschenkt.

 

Fazit:

Ich kann dem Roman leider nichts abgewinnen, deswegen möchte ich auch keine Empfehlung aussprechen.

Rezension: Die Blumenschwestern von Cathy Hopkins

Auszug:

"Mir geht es nicht mehr um dieses Leben", sagte Mum. "Ich will bei meinem Tod nichts bedauern müssen. Mein letzter großer Kummer ist, dass ihr drei euch nicht mehr versteht. Außerdem frage ich mich, ob ihr mit dem Leben, dass ihr gewählt habt, glücklich seid. In der Welt geht es schrecklich zu. Wenn ich sehe, was die Menschen einander antun, bricht es mir das Herz. Ich mache mir Sorgen, weil ich nicht weiß, wie ihr mit all der Wut und dem Hass fertig werdet, was man ja schon mitbekommt, wenn man nur den Fernseher einschaltet. Auch deshalb  möchte ich, dass ihr meine Wünsche erfüllt. Mitunter kostet es Kraft, einen Tag durchzustehen, ganz gleich, ob es mit meinem Leben oder dem Weltgeschehen zusammenhängt. Meine Liste ist ein wahres Vermächtnis Nicht das Geld, obwohl ihr es später auch bekommt. Das, was ich mir für euch wünsche, kann man mit Geld nicht kaufen."

 

Klappentext:

Der letzte Wunsch ihrer Mutter ist für drei Schwestern das große Glück ...

Iris Parker hat drei sehr unterschiedliche Töchter: die sensible Künstlerin Daisy, die pedantische Rose und zu guter Letzt Fleur, Freigeist und Femme fatale. Seit Jahren haben die Schwestern nicht mehr miteinander gesprochen und sind schockiert, als sie bei der Verlesung von Iris’ Testament von einer Bedingung erfahren: Wollen sie das Vermögen erben, müssen sie ein Jahr lang eine Reihe von Wochenenden miteinander verbringen, die Iris vor ihrem Tod organisiert hat. Aber sind Spa-Aufenthalte, Tanzstunden und Töpferkurse genug, um die Blumenschwestern wieder zusammenzubringen, selbst wenn es der letzte Wunsch ihrer geliebten Mutter war? 

 

Produktinformation:

Taschenbuch mir 448 Seiten 10,00€, Kindle Edition 8,99€.

Veröffentlicht am 15. Januar 2018 im Goldmann Verlag.

 

Rezension:

Ich bin so verdammt froh, dass ich kein Coverkäufer bin, denn dann hätte ich nach diesem Schätzchen nicht gegriffen. Das Cover lässt eine kitschige und leichte Geschichte vermuten, aber der Roman ist so viel mehr. Es ist eine tiefgreifende Familiengeschichte von drei Geschwistern, die sich voneinander entfernt haben und sich aufgrund des Testamentes von der Mutter wieder annähern müssen, sonst wird das Erbe nicht ausgezahlt. 

 

Die Geschichte alleine ist schon großartig, ein weiterer Grund, wieso ich dem Roman total verfallen war, ist der wunderbare Schreibstil. Cathy Hopkins schreibt gefühlvoll und bildgewaltig, das ermöglicht dem Leser, komplett in die Szenen einzutauchen. Gleichzeitig ist die Geschichte auch sehr humorvoll geschrieben, sodass ich oft vor mich hin gekichert habe und laut lachen musste. Der Humor ist schwarz, bissig und sarkastisch, dass hört sich erstmal so an, als würde das nicht zur Geschichte passen. Tut es aber. Wieso, kann ich leider nicht erklären, denn dann würde ich spoilern.

 

Die Geschichte wird aus den Perspektiven der Geschwister erzählt. Meistens begleitet der Leser Dee, die mir deswegen auch am nähesten war. Alle Figuren sind sehr authentisch und glaubwürdig gestaltet und jede hat gut Gründe für das ein oder andere Verhalten. Das Ende der Erzählung ist in meinen Augen nicht vorhersehbar, was mir sehr gut gefallen hat, weil es in dem Genre eher selten ist.

 

Was mir leider nicht gefallen hat, waren die vielen Zufälle, die an manchen Stellen aufeinander treffen. Manche davon wirkten auf mich leider ein bisschen unglaubwürdig. Das ist meckern auf hohem Niveau, ist mir aber aufgefallen und hat mich kurz aus dem Lesefluss gerissen.

 

An manchen Stellen wird die Geschichte etwas esoterisch, da sollte man nichts gegen haben, ansonsten könnte die Geschichte vielleicht dem ein oder anderen nicht gefallen.

 

Fazit:

Ich empfehle die Geschichte gerne weiter und werde die Autorin auf jeden Fall weiter verfolgen.

Rezension: Das Licht der Insel von Jean E. Pendziwol

Auszug:

Es ist ein morgendliches Ritual, eines, dass sie von den Cottages auf Silver Islet durch die Wälder zur Middlebrun Bay führt - ein Ritual, dass sie praktizieren, seit der Labrador ein Welpe auf schlaksigen Beinen war. Aber schon damals, vor all den Jahren, war das Haar des Mannes weiß, seine Augen umrahmt von Krähenfüßen, sein Bart silbrig gesprenkelt. Inzwischen werden sie beide langsamer, Mann und Hund, zucken an steifen Gelenken, setzten ihre Schritte vorsichtig. Jeden Morgen, wenn sie sich beim ersten, fahlen, orangefarbenen Tageslicht auf den Weg machen, begrüßen sie einander mit der schlichten Befriedigung des Wissens, dass sie wieder einen Tag miteinander haben.

Seite 7, Das Licht der Insel von Jean E. Pendziwol

 

Klappentext:

Elizabeth und ihre Zwillingsschwester Emily wachsen in der rauen Einsamkeit des Lake Superior auf. Ihr Vater ist Leuchtturmwärter auf Porphyry Island, einer kleinen, sturmumtosten Insel. Die beiden Mädchen sind unzertrennlich, obwohl Emily nicht spricht – doch sie hat ein bemerkenswertes Gespür für Tiere, und sie malt wunderschöne Pflanzenbilder. Ihr Bruder Charles fühlt sich für die Schwestern verantwortlich. Doch dann setzt ein schreckliches Ereignis der Idylle für immer ein Ende … 

Siebzig Jahre hat Elizabeth nicht mit ihrem Bruder gesprochen, als am Ufer des Sees Charles' Boot angespült wird. Von ihm fehlt jede Spur, doch sie weiß, dass es nur einen Ort gibt, zu dem er unterwegs gewesen sein kann. Nur was hat ihn nach all den Jahren dazu gebracht, nach Porphyry zurückzukehren?

 

Produktinformation:

Taschenbuch mit 416 Seiten 10,00€, Kindle-Edition 7,99€. 

Veröffentlicht am 16. Oktober 2017 vom Penguin Verlag.

 

Rezension:

Alleine der Klappentext lässt schon vermuten, dass hier Dinge aus der Vergangenheit ans Tageslicht kommen könnten, die nicht nur die Figuren bewegen, sondern auch den Leser. Das trifft hier absolut zu.

 

Alleine schon die Geschichte der beiden Zwillingsmädchen, von denen eine spricht und eine nicht, hat mich schon sehr bewegt. Emily lebt in ihrer ganz eigenen Welt, aber trotzdem ist sie sehr dicke mit Elisabeth. Unter anderem deswegen, weil sie immer von ihr beschützt wird. Außer den Mädels gibt es da noch den Bruder Charles, der sich liebevoll um die beiden kümmert. Klingt alles nach einer idyllischen Kindheit, doch eines Tages geschieht etwas, das die beiden Mädels dazu bewegt, die Insel zu verlassen. Die Figuren sind für mich gut greifbar gewesen, weswegen ich umso tiefer in die Geschichte eintauchen könnte, als es sowieso der Fall gewesen wäre.

 

Die Geschichte beginnt relativ ruhig, nimmt dann aber doch recht schnell an Fahrt auf. Von da an steigt der Spannungsbogen stetig, es gibt keinerlei unnötige Längen und deswegen langweilt man sich als Leser auch nicht. Erzählt wird die Geschichte in verschiedenen Handlungssträngen, einmal in der Vergangenheit der 1920er Jahren und einmal in der Gegenwart. Dabei kommen auch Tagebucheinträge zur Sprache, so wird die Lektüre etwas aufgelockert.

 

Der Schreibstil passt sehr gut zum atmosphärischen Setting der Geschichte. Die Vergangenheit spielt auf der abgeschiedenen Insel Porphy Island im nordwestlichen Kanada, die spätere Geschichte spielt am Lake Superior, dem größten See Kanadas. Die Autorin schreibt sehr bildhaft und stilvoll, teilweise sogar poetisch, was aber sehr gut zur Geschichte passt und immer leicht verständlich ist. Mich hat ihre Art zu schreiben oft zum Nachdenken angeregt.

 

Fazit:

"Das Licht der Insel" ist ein großartiger Wohlfühlroman, der sich gerade bei schlechtem Wetter unter einer Decke hervorragend genießen lässt.

Rezension: Ghost Flight - Jagd durch den Dschungel von Bear Grylls

Auszug:

Seine Augen öffneten sich. Langsam. Wimper um Wimper schälte er die Lider zurück, mühevoll gegen die dicke Kruste getrockneten Blutes ankämpfend, die beide Lider miteinander verschmolzen hatte. Risse bildete sich, nach und nach, wie berstendes Glas über blutunterlaufenen Augäpfeln. Das gleißende Licht schien seine Netzhaut zu versengen, als wäre ein Laser drauf gerichtet. Aber von wem? Wer waren die Feinde ... seine Peiniger? Und wo in Gottes Namen waren sie?

Seite 13, Ghost Flight - Jagd durch den Dschungel von Bear Grylls

 

Klappentext:

Will Jaeger, Ex-Elitesoldat und Gründer von Enduro Adventures, erhält den Auftrag seines Lebens: Für eine TV-Show soll er mit einer Gruppe von Kandidaten ein mysteriöses Flugzeugwrack aus dem 2. Weltkrieg im brasilianischen Dschungel bergen. Doch bei den Vorbereitungen stirbt sein Freund Smithy. Die Polizei wertet den mysteriösen Tod als Unglück. Ein Symbol, das der Tote trägt, lässt Will jedoch Böses erahnen. Denn er hat es schon einmal gesehen: in den Hinterlassenschaften seines Großvaters, des legendären Nazi-Jägers …

 

Produktinformation:

Taschenbuch mit 560 Seiten 10,99€, Kindle Edition 8,99€, Hörbuch mit 14 Stunden und 42 Minuten 24,16€ oder 9,95€ im Audible-Abo.

Veröffentlicht am 3. April 2018 durch den HarperCollins Verlag.

 

Rezension:

Ich kannte den Autoren bisher noch nicht und bin durch eine angebotene Leserunde auf Lovelybooks auf diesen Abenteuerthriller aufmerksam geworden. Interessant finde ich, dass der Autor der bekannteste Survival-Guide der Welt ist. Seine Sendung "Ausgesetzt in der Wildnis" wird in über 150 Ländern der Welt ausgestrahlt. Außerdem war er selbst Fallschirmjäger bei einer Spezialeinheit der britischen Armee. Das merkt man als Leser während der Geschichte, denn er beschreibt gefährliche Situationen und Zubehör sehr deutlich und bildhaft. Das hat es mir ermöglicht, mir immer alles gut vorstellen zu können und mittendrin zu sein. Das war einer der Gründe, wieso ich den Abenteuerthriller in zwei Etappen verschlungen habe.

 

Ein anderer Grund dafür sind die Figuren der Geschichte, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Das kommt durch die Gruppe zustande, die ihm bei der Bergung des Flugzeugwracks zur Seite stehen soll. Alles ehemalige Soldaten, dabei ein Neuseeländer, der an einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet und wie ein Rocker aussieht, eine farbige Kante, muskelgestählt und gutaussehend, eine ebenso gutaussehende, französische Schnitte in Designerklamotten, ein japanischer Samurai, ein distanzierter Deutsch-Pole und eine heiße Latina, die ständig mit der kühlen Russin konkurriert. Ich weiß, Klischee über Klischee, aber Bear Grylls weiß hervorragend, damit zu spielen.

 

Außerdem ist die Geschichte , die hinter dem Auftrag steckt, hervorragend recherchiert. Alleine schon deswegen, weil der Großvater des Autors gegen die Nazis gekämpft und ihm  immer viel erzählt hat. Einige, der Personen, die namentlich in der Geschichte auftauchen, haben tatsächlich im zweiten Weltkrieg so gehandelt. Auch die Vorgehensweise, die der Trupp während seiner Suche im Dschungel an den Tag legt, ist natürlich Grylls Zeit beim Militär geschuldet. Auch hier erfährt der Leser viele Hintergrundkenntnisse, was die Spannung für mich noch gesteigert hat, weil die Lektüre pausenlos interessant war.

 

Fazit:

Eine spannende, gut recherchierte Abenteuergeschichte mit dem ein oder anderen Ekelfaktor. Große Empfehlung von mir.

Rezension: Eisige Schwestern von S. K. Tremayne

Auszug:

Die ganze Zeit schaut sie mich unverwandt an. Kaum dass sie einmal zwinkert. Hört sich alles passiv an, fast wie in Trance, spiegelt mir, wie es ist, wenn jemand immer schweigt. Schließlich nickt sie und deutet mit einem Lächeln an. Etwas unsicher vielleicht. Es ist still im Raum. Mir sind die Worte ausgegangen.

"Na?", sage ich. "Was hältst du davon? Auf deine eigene Insel zu ziehen? Wäre das nicht toll?"

Kirstie nickt langsam. Sie schaut auf ihr Buch hinunter, klappt es zu, und dann blickt sie wieder auf und sagt: "Warum nennst du mich immer Kirstie?"

Ich antworte nicht gleich. Es herrscht dröhnendes Schweigen. Dann bringe ich heraus: "Entschuldige Süße, was hast du gesagt?"

"Warum nennst du mich immer Kirstie? Kirstie ist tot. Kirstie war es, die gestorben ist. Ich bin Lydia."

 

Klappentext:

Ein Jahr nachdem die sechsjährige Lydia durch einen tragischen Unfall ums Leben kam, sind ihre Eltern Sarah und Angus psychisch am Ende. Um neu anzufangen, ziehen sie zusammen mit Lydias Zwillingsschwester Kirstie auf eine atemberaubend schöne Privatinsel der schottischen Hebriden. Doch auch hier finden sie keine Ruhe. Kirstie behauptet steif und fest, sie sei in Wirklichkeit Lydia und die Eltern hätten den falschen Zwilling beerdigt. Bald hüllen Winternebel die Insel ein, Angus ist beruflich oft abwesend, und bei Sarah schleicht sich das unheimliche Gefühl ein, etwas stimme nicht. Zunehmend fragt sie sich, welches ihrer Mädchen lebt. Als ein heftiger Sturm aufzieht, sind Sarah und Kirstie komplett isoliert und den Geistern der Vergangenheit ausgeliefert.

 

Produktinformation:

Taschenbuch mit 416 Seiten 9,99€, Kindle Edition 9,99€, Hörbuch mit 10 Stunden und 25 Minuten 16,71€ oder 9,95€ im Audible-Abo, Audio-CD 7,99€. Veröffentlichung am 1. Dezember 2016 im Knaur Taschenbuch Verlag.

 

Rezension:

Für mich war es das erste Buch der Autorin und es hat mich gleich so gefesselt, dass ich es in einem Rutsch ausgelesen habe. Demnächst wird deswegen auch ihr Thriller "Stiefkind" bei mir einziehen.

 

Der Thriller kommt so spannend daher, dass ich mich der Geschichte nicht entziehen konnte. Das lag einmal an der bedrückenden Atmosphäre, zu der das rauhe Setting auf der schottischen Insel super passt. Und dann fand ich natürlich erschreckend, dass die Eltern bis zum Schluss nicht wissen, welcher der Zwillinge denn da warum vom Balkon gestürzt ist.

 

Man glaubt nicht, dass Eltern ihre Kinder nicht voneinander unterscheiden können, aber dieser Umstand wird im Laufe der Geschichte durch verschiedenen Faktoren untermauert. Die Nerven der Eltern sind natürlich zum Zerreißen gespannt, diese Anspannung hat sich eins zu eins auf mich übertragen. Außerdem enthalten sich die Eltern gegenseitig Dinge vor, anstatt offen miteinander zu reden. Das sorgt natürlich nochmal extra für Reibungspunkte.

 

Außer der Spannung sorgt eine gewisse Portion Mystery ebenfalls für eine krasse Atmosphäre. Das ist zum einen wieder dem Setting, zum anderen aber gewissen Ereignissen geschuldet, die im Laufe der Geschichte passieren. Ich habe selten ein Cover gesehen, das so gut zur Handlung passt wie dieses. Zusammen mit dem Titel erzählt es viel von der Geschichte um die Zwillinge.

 

Die Geschichte erlebt man abwechselnd aus Sarahs und Angus' Sicht, wobei der Leser mit Sarah die meiste Zeit verbringt. Sie ist es ja, die bei dem Zwilling Zuhause ist und sich um das Haus kümmert, während Angus arbeitet. Das kommt ihm sehr gelegen, denn er kann dem Umständen und Sarah zumindest zeitweise entfliehen. Außerdem sehen die Finanzen nicht gerade rosig aus, ein weiteres Argument für ihn, sich in die Arbeit zu stürzen.

 

Der Schreibstil des englischen Bestsellerautors ist flüssig und leicht verständlich, dabei aber sehr bildhaft und atmosphärisch, denn er weiß mit Worten und Satzbau gut umzugehen. Für diese Geschichte ist der Stil genau das Richtige. Man fliegt nur so über die Seiten und merkt beim Lesen nicht, wie weit man eigentlich schon gekommen ist.

 

Fazit:

Ein atmosphärischer Thriller mit einer hohen Spannungskurve, den ich sehr gerne weiter empfehle.

Rezension: Die Liebe ist ein schlechter Verlierer von Katie Marsh

Auszug:

"Habt Ihr den Typen mit dem Gehstock gesehen?" Sie kämmt sich mit den Fingern durch ihre langen roten Haare.

Ihr Freundin pudert sich die Stupsnase. "Ja, und?"

Der Rotschopf zieht einen Schmollmund im Spiegel. "Der wäre echt heiß, wenn er richtig laufen könnte, findest du nicht?"

"Ja, er sieht aus wie Jake Gyllenhaal."

"Genau an den hat er mich erinnert. Ich kam nur nicht drauf." Sie schiebt die Brüste in ihrem tief ausgeschnittenen Top nach oben. "Ich frage mich, wie es ist, mit ihm zu vögeln."

"Ich bezweifle, dass er das schaffen würde."

"Stimmt, wahrscheinlich kriegt er keinen mehr hoch."

Mit einem lauten Knall entlädt sich Hannahs Wut, sie fährt herum und zischt die beiden Frauen an: "Haltet die Klappe. Der Mann da draußen ist mein Ehemann. Und er ist besser und tapferer, als ihr zwei blöden Schnepfen es je sein werdet."

Seite 292/293 aus "Die Liebe ist ein schlechter Verlierer von Katie Marsh.

 

Klappentext:

Was, wenn der Moment, in dem du gehen willst, der Moment ist, in dem er dich am meisten braucht?

Hannah will Tom verlassen. Morgen sagt sie es ihm. Und dann erfüllt sie sich ihren Traum, nach Afrika zu gehen. Tom will an seiner Ehe festhalten, sei sie noch so eingefahren. Er ignoriert die Probleme, will einfach nur neben Hannah einschlafen und morgen ins Büro fahren. 

Doch dazu kommt es nicht … 

Hannah und Tom wissen nicht, dass morgen alles anders sein wird. Dass Hannah ihre Pläne aufgeben muss und Tom nie wieder in sein altes Leben zurückkehren kann. Auch wissen sie nicht, dass ihre Liebesgeschichte noch nicht zu Ende ist und dass manche Träume einen Umweg nehmen müssen, bevor sie in Erfüllung gehen …

 

Produktinformation:

Broschierte Ausgabe mit 416 Seiten 12,99€, Kindle Edition 8,99€, Hörbuch mit 7 Stunden und 7 Minuten Hördauer 9,26€, Audio-CD 12,95€. Veröffentlichung am 9, Januar 2018 durch den Diana Verlag.

 

Rezension:

Ich habe von Katie Marsh bereits "Du erinnerst mich an morgen" gelesen. Der Roman ist im April 2017 erschienen und hat mir sehr gut gefallen, deswegen durfte auch "Die Liebe ist ein schlechter Verlierer" bei mir einziehen. 

 

Alleine die Geschichte um Hannah und Tom ist es wert, dass man den Roman liest, denn sie ist das beste Beispiel dafür dass es anders kommt, als man denkt. Die Ereignisse um die beiden sind mitten aus dem Leben gegriffen und könnten prinzipiell jederzeit jedem von uns passieren. Diese Glaubwürdigkeit verleiht dem Roman eine ehrliche Note, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. 

 

Auch die Protagonistin Anna mochte ich gerne leiden, denn sie ist ein bodenständiger Mensch, hat Lehramt studiert und ihr Traum war es, in ein Krisengebiet zu gehen und dort die Kinder zu unterrichten, doch das schiebt die Tom zuliebe nach hinten, doch der weiß davon gar nichts. Tom hingegen war bis zu seinem Unfall ein mürrischer Ehemann, der es seiner Frau nicht immer leicht gemacht hat. Doch seine Sichtweise ändert sich, was mir sehr imponiert und ihn sympathisch gemacht hat.

 

Die Erzählweise hat mir ebenfalls gut gefallen. Als Leser erfährt man die Geschichte auf zwei Zeitebenen. Einmal spielt die Geschichte in der Gegenwart und einmal beginnt die Erzählung, als Hannah und Tom sich kennen lernen. Im Laufe der Ereignisse kommen sich die Handlungsstränge immer näher, was sehr interessant ist. Denn die Beziehung der beiden ist sehr eng, als sie sich kennen lernen und wird dann mit der Zeit immer kühler und sie driften auseinander. Nach dem Unfall jedoch geht die Beziehung wieder in die wärmere Richtung, was sehr schön zu verfolgen war.

 

Der Schreibstil war hier wie auch im vorherigen Roman von Katie Marsh leicht und flüssig, dabei aber sehr ehrlich und gefühlvoll. Die Geschichte wurde nirgends beschönigt oder romantisiert, ganz im Gegenteil. Die Geschichte um den Unfall herum war sehr hart für beide, was auch offen gezeigt wurde. 

 

Fazit:

Ein Buch mit leisen Handlungen ohne großes Aufheben, das zeigt, worauf es im Leben wirklich ankommt.

Rezension: Sie weiß von dir von Sarah Pittsborough

Auszug:

"Ich verabschiede ihn mit einem Lächeln, und winke ihm nach, als er an seinem ersten Arbeitstag in die Praxis verschwindet, und die alte Dame, die nebenan aus dem Haus kommt, um ihr ebenso ältliches, wie gebrechliches Hündchen Gassi zu führen, blickt herüber und nickt wohlgefällig. Nach außen hin wirken wir immer wie das absolute Bilderbuchehepaar, David und ich."

Zitat aus 5 - Adele

 

Klappentext:

Beinahe wäre Louise mit dem netten Mann aus dem Pub im Bett gelandet. Ein paar Tage später dann der Schock: David ist ihr neuer Chef. Und verheiratet. 

Kurz darauf lernt Louise auf der Straße durch Zufall eine Frau kennen. Seine Frau. Bald sind die beiden Freundinnen. Keine gute Idee.

Adele ist sehr schön und sie wirkt sehr verletzlich. Nach und nach verrät sie Luise Erschreckendes über ihre Ehe. Und Louise spürt: Sie hat sich in eine heikle Lage gebracht. Was sie nicht weiß: Die Begegnung mit Adele war kein Zufall. Adele hat einen Plan. Doch es ist keine Intrige aus Eifersucht. Es ist viel, viel schlimmer.

 

Produktinformation:

Taschenbuch mit 448 Seiten 9,99€, Kindle Edition 4,99€, Hörbuch mit 13 Stunden und 24 Minuten 12,99€ oder 9,95€ im Audible-Abo, Audio-CD: 14,99€. 

3. Auflage veröffentlicht am 20. Januar 2018 im Rowohlt-Taschenbuch Verlag.

 

Rezension:

Ich habe mir diesen Thriller abends im Bett als Hörbuch gehört und tagsüber das Ebook gelesen. Die Vertonung war ordentlich, da gibt es nichts zu meckern. Die drei verschiedenen Perspektiven wurden gesprochen von Rike Schmid, Maria Koschny und Simon Jäger, der unter anderem das Reich der sieben Höfe und die Fitzek-Bücher liest. Leider ist das so ziemlich alles, was ich an positivem berichten kann.

 

Der Titel und auch der Klappentext haben mir ein spannendes Hörerlebnis versprochen, ich war mir fast sicher, dass die Geschichte super werden würde. Leider wurde ich enttäuscht. 

 

Von Anfang an war kein wirklicher Spannungsbogen zu erkennen, die Ereignisse plätscherten vor sich hin, ohne dass es eine spannende Szene gab. Die Handlung wird aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt: aus der von Louise und Adele. David klinkt sich dann in den verschiedenen Situationen ein. Hätte reizvoll sein können, verkam aber eher zu einer Dreiecksgeschichte aus einem langweiligen Liebesroman. Dabei waren die Handlungen der drei Figuren dermaßen vorhersehbar, dass es fast eine Schande ist, auf das Cover "Thriller" zu schreiben.

 

Der Schreibstil ist für einen Spannungsroman absolut ungeeignet, weil er lange, verschachtelte Sätze enthält. Das beste Beispiel dafür ist das Zitat, welches ich oben angeführt habe. In eine spannende Geschichte gehören kurze, einprägsame Sätze, die dem Leser im Kopf bleiben.

 

Ich habe den "Thriller" zu ende gelesen, weil ich die ganze Zeit drauf gewartet habe, dass etwas spannendes passiert. Leider war das nicht der Fall. Auch war diese Dreiecksgeschichte überhaupt nicht mein Fall, nicht nur wegen der unmoralischen Art und Weise, miteinander umzugehen, sondern auch, weil gefühlt keiner der Figuren so richtig in die Pötte kam.

 

Nicht nur die Handlungen der Figuren an sich sind in den Szenen vorhersehbar, sondern für mich waren es die Handlungsstränge die ganze Zeit über. Vielleicht ist der Thriller eher für Genreeinsteiger geeignet, die das Muster solcher Geschichten noch nicht gewohnt sind und die Geschichten leichter durchschauen als andere Leser.

 

Lediglich das große Thema luzide Träume fand ich sehr interessant, weil es mich auch sonst interessiert. Wenn das nicht gewesen wäre, hätte ich das Buch vermutlich nicht beendet.

 

Fazit:

Nichts für geübte Thrillerleser, sondern eher für Genreeinsteiger geeignet, die noch nicht viele Thriller gelesen haben.

Rezension: Eine unverhoffte Zeitreise: Rachels Tagebuch von Britta Keller

Konnte mich leider nur durchschnittlich unterhalten.

Zitat aus Kapitel 14:

"Einige Männer saßen vor den Zelten und sahen gelangweilt aus, doch für mich war alles aufregend und gleichzeitig einschüchternd. Manche schärften die Waffen oder diskutierten laut mit ihren Mitstreitern. Auch Frauen gab es in der Zeltstadt. Eine ältere Dame, in einem Leinenrock und einem Plaid, das sie über der Schulter trug, schöpfte irgendeine Flüssigkeit und verteilte sie an einige der Krieger."

 

Klappentext:

Die aus Schottland stammenden Freunde Andrew und Brian arbeiten in der Bibliothek an ihrer Semesterarbeit über das Mittelalter, als ihnen ein rotes Buch in die Hände fällt. Erstaunt stellen sie fest, dass sich der Titel, wann immer sie das Buch zur Hand nehmen, ändert. Was hat es damit auf sich? Bevor sie begreifen können, was geschieht, finden die beiden sich gemeinsam mit Andrews Schwester in der Vergangenheit wieder. Ihnen bleibt nichts Anderes übrig, als ihre Rolle in diesem unfreiwilligen Abenteuer zu spielen, auch wenn sie nicht wissen, was sie letztlich erwartet. Werden die Drei es meistern?

 

Produktinformation:

Taschenbuch: 246 Seiten, 11,99 €

Kindle Edition: Aktionspreis 1,99 €, sonst 2,99 €

Veröffentlichung: 22. Januar 2018 durch den Angelwing-Verlag, 2. Auflage

ISBN: 978-3962610265

 

Rezension:

Als ich den Roman zur Rezension angeboten bekommen und erfahren habe, dass das Setting sich in Schottland befindet, war für mich klar, dass ich die Geschichte lesen möchte. Ich liebe das schottische Flair und jeder, der Schottland ebenso mag, wird das verstehen können. Leider war davon in der Geschichte nicht viel zu spüren, weil auf die Umgebung, in der die jeweilige Szene spielt, gar nicht eingegangen wird. Ich bekomme keine Bilder an die Hand, denn leider erzählt die Autorin, aber zeigt es nicht. Der Schreibstil ist nicht sehr bildhaft, deswegen kommt die Geschichte oft rüber wie ein Aufsatz oder ein Report.

 

Die Idee, dass die Protagonisten durch das Buch auf eine Zeitreise gehen finde ich an sich großartig und habe mich daher sehr gefreut, als die Reise begann. Leider fand ich die Art und Weise, wie sie durch das Buch reisen viel zu kurz beschrieben und ohne jede Emotion und Eindrücke der Figuren. Was mir allerdings sehr gut gefallen hat, war, dass der Titel des Buches sich ändert, wann immer das Buch in die Hand genommen wird. Die Protagonisten bekommen so immer mal wieder neue Hinweise. Das habe ich so auch noch nicht gelesen und finde es deswegen sehr originell.

 

Die Handlung an sich hat mir gut gefallen, auch die unerwarteten Plottwists und das Ende mochte ich sehr. Nur schade, dass sie stellenweise gefühlt herunter gerattert wurden, hier ist noch viel Luft nach oben. Eine schöne Portion Liebe und Leidenschaft brachte die Geschichte auch mit sich, allerdings fehlte mir auch hier ein emotionaler Schreibstil.

 

Fazit:

Eine Geschichte, die von der Handlung her solide ist, aber vom Schreibstil her noch viel Luft nach oben hat.